Auf – ab- auf – ab und AUF

Die ersten 5 Radtage sind rum  (Alajuela/San José bis Monteverde; 3906 Meter hinauf; 210 KM) – 2 Pausentage werden jetzt eingelegt.

Obwohl es täglich sehr anstrengend war, wir bereits nach 5 Minuten fahren klatsch nass geschwitz waren und wir schon Witze über die Beschilderung gemacht haben (sollen nicht anschreiben  dass es kurvig ist sondern auf-ab geht :-) ) erfreuen wir uns des Radreiselebens sehr und genießen es.

Nachdem wir in Zapote unseren ersten kleinen „Pass“ erklommen haben gab es die Belohnung: 1500hm hinunter (die 3 unnötigen mega Steigungen dazwischen hinauf sind schon wieder fast vergessen). Da mussten wir doch glatt 2 mal stehen bleiben weil die Felgen schon so heiß waren und der Gummi von den Bremsen zu stinken begonnen hat. Spektakulär war die Abfahrt auch deshalb weil es dort extrem neblig war – tlw. betrug die Sicht nur 25 Meter.

Dadurch dass wir uns dann auf der anderen Seite des Gebirgszuges befanden änderte sich auch das Wetter. Der oben beschriebene Nebel verschwand kurz bevor die Abfahrt beendet war. Danach war es schlagartig heiß und schwül. Wir schwitzen soviel dass wir uns, obwohl wir über 4 Liter täglich in uns hineinfüllen, tagsüber keine Gedanken über wildpinkeln machen müssen – die Blase hätten wir also schon mal zu Hause lassen können :-) .

Weiter ging es nach La Fortuna – die Touristenhochburg schlecht hin im Landesinneren – wir wurden davor schon gewarnt und ahnten schlimmes. Wir wollten trotzdem hin, schließlich hatten wir ja 2 Tipps von unserem Couchsurfer für dort bekommen. Dank unserer Räder waren wir jedoch nicht darauf angewiesen im Stadtzentrum zu bleiben und haben daher ein schönes Plätzchen etwas außerhalb des Pizza-Pasta-Actiontour-Trubel gefunden.

Am nächsten Morgen ging es los mit „Geheimtipp“ Nr. 1: Die Besteigung des Cero Chato – ein erloschener Vulkan neben dem aktiven Arenal Vulkan. Vor dem Eingang zum Nationalpark haben wir Mike aus der USA kennen gelernt der das selbe vor hatte, also gingen wir gemeinsam. Die Wanderung führte uns einen steilen, schlammigen Pfad hinauf. Wir sind tlw. auf allen Vieren gekrochen bzw. geklettert. Als wir nach gut 2 Stunden oben ankamen, sahen wir leider nichts von dem tollen See der sich im Krater befindet. Wir waren aber keineswegs enttäuscht – die „Wanderung“hinauf war schon so einzigartig, es hätte hier auch enden können und wir wären mega glücklich gewesen. Dennoch entschieden wir uns zu dem See abzusteigen. Der Weg war dann noch einmal eine Nummer schwieriger. Blaue Flecke, Schürfwunden und alles voller Gatsch inklusive. Tlw. mussten wir Höhen überwinden dass wir uns fragten wie wir da jemals wieder hochkommen sollen. Von diesen wirklich harten Passagen haben wir leider keine Fotos – da waren wir zu sehr konzentriert den nächsten Schritt zu tun. Nach weiteren 15 Minuten waren wir unten am See und wurden damit belohnt dass der Nebel immer weniger wurde und wir den ganzen Kratersee sehen konnte. Das war ein unbeschreibliches Gefühl. Darin zu baden war dann die Krönung. Für den Rückweg wählten wir eine andere Strecke – dieses führte uns durch einen Wald der wie eine Filmkulisse wirkte. Wir haben schon unten am See das ständige wechseln des Wetters gut beobachten können – so wussten wir als wir wieder oben am Kraterrand standen dass etwas Geduld belohnt wird. Und so war es dann auch: der wieder aufgezogenen Nebel verschwand abermals und vor uns erschien wie in Zeitlupe ein eindrucksvoller Kratersee. Ihn von oben zu sehen mit dem ganzen Krater rundherum war ein toller Abschluss und wir genossen diesen Anblick minutenlang.

Nach dem Abstieg ins Tal haben wir uns entschlossen gemeinsam mit Mike zu unserem Tipp Nr. 2 zu fahren – den Free Hot Water Springs (auch hier gibt es natürlich die teuer bezahlte Form davon). Mike hat ein Leihauto, also war alles ziemlich gemütlich :-) . Am späten Nachmittag waren die Hot Springs natürlich gut besucht, aber wenn man nicht gehfaul ist findet man ein schönes Plätzchen im reißenden, vom Vulkan gewärmten, Fluss. Bitte bewundert doch noch einmal auf dem Foto Wolfis Brille – dies ist das letzte Foto ihr :-) sie schwimmt jetzt irgendwo im heißen Wasser herum :-( .

Weiter ging es am folgenden Tag entlang des Arenalsees. Ein riesiger Stausee mit schöner Landschaft rundherum. Wobei, wo war die Landschaft bis jetzt nicht schön??? Na gut, direkt nach der Abfahrt von dem Pass erstreckten sich Kilometerlang die Zuckerrohrplantagen – ein trauriger Anblick den wir schon aus asiatischen Ländern kennen. Da sind uns die kleinen Kaffee-, Bananen-, und  Zuckerrohrplantagen die wir anfangs von den Bergen beschrieben haben doch lieber.

Aber wieder zurück zum Arenalstausee. Eine Leguankollonie haben wir am Wegesrand entdeckt, neben den riesen Geiern die majestätisch am Himmel schweben, faszinierend schöne Tiere. Der See, das ständige bergauf- bergab und der immer stärker werdende Wind begleitete uns für 2 Tage.

Und dann kam der Regen. Es war aber so warm, dass es eher angenehm war – nur wenn es zu stark regnete suchten wir für ein paar Minuten einen Unterschlupf.

So, nun sind wir in Monteverde – die Auffahrt mit den Rädern hierher ersparten wir uns gleich mal. In mehreren Radberichten haben wir gelesen dass es so gut wie unmöglich ist es mit Rad und Gepäck zu schaffen. Es ist eine unbefestigte Straße mit Steigungen von mehr als 20% zum Teil und das über 30 Kilometer, mit mehr als 1000hm. Autos brauchen für diese Strecke 1Stunde30…. das sagt glauben wir genug. Also blieben wir an der Zufahrtstraße stehen und hielten den Daumen raus. Nach ca. 15 Minuten saßen wir schon auf einem KleinLKW der mit Sand beladen war- unsere Räder waren darauf gebettet und wir daneben. Sie konnten uns leider nur die halbe Strecke mitnehmen. Danach warteten wir 45 Minuten ohne Erfolg – naja, am 31.Dezember fahren wohl  nicht so viele Pickups hinauf wie sonst. Dann kam Gott sei Dank der einzige Bus der pro Tag nach Santa Elena/Monteverde fährt. Es war ein alter Schulbus aus der USA und wir konnte hinten mit unseren Rädern einsteigen. Die ganze Fahrt fragten wir uns ob wir uns das hinunter überhaupt antun sollen – Sturm, Schlaglöcher in unbeschreiblichen Größen und alles unbefestigt. Aber die Landschaft hinauf war so einzigartig dass wir es hinunter sehr wohl versuchen wollen auf unseren eigenen Reifen zu fahren. Aber zuerst durften wir noch unsere 2 Entspannungstage genießen: Wäsche waschen, lesen, spanisch lernen, kochen, wandern gehen im Nebelwald,…. und Silvester alleine im Hostel verbringen. Haben noch alle gemeinsam gegessen – wir waren müde und legten uns schlafen bis dreiviertel zwölf und fanden dann das Hostel leer vor. Auch okay – wir genossen das Feuerwerk vom Balkon aus und gingen wieder schlafen.

Also morgen geht es wieder los – zuerst mit der Abfahrt im Schneckentempo und dann weiter Richtung Norden – wir haben uns für einen kleinen Nicaraguabesuch entschieden.