Auf Highlightsuche in der Pampa

Von Cafayate nach Mendoza über die Ruta 40 und einer Alternativroute

Km total: 11 684 km

Hm total: 158 116 hm

Damit wir es irgendwann einmal schaffen wieder aktuell einen Blogeintrag online zu stellen, kommt bereits 8 Tage nach “ von der Sandwüste zu den Weinreben“ bereits dieser hier.

Für diesen Blogeintrag ist eine kurze Einleitung notwendig:

Im nördlichen Teil Argentiniens, sowie auf selber Höhe dazu gesehen im zentralen Teil Chiles, gilt es einen großes Abschnitt zu überwinden, welcher Landschaftlich nicht all zu viel zu bieten hat, ja oft sogar als total langweilig und „unnötig“ betitelt wird: so die allgemeine Meinung unter Radlern .Wir reden hier von knappen 2000km die in beiden Ländern eher durch Hitze, Trockenheit und gleichbleibende, nämlich fast fehlende, Vegetation besticht, bevor es wieder Routenmöglichkeiten durch interessantere Gebiete gibt. Seit Begin an ist dieser Abschnitt, und hierbei vor allem die Ruta 40 (Rute 40)

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in Argentinien, Thema gewesen wenn wir auf andere Radler gestoßen sind. Das Wort „Bus“ kam sehr oft vor bei diesen Gesprächen ;-) !

Die Ruta 40, unter Radlern so bekannt wie die Route 66 unter Motorradfahrern, ist eine Straße in Argentinien die über tausende Kilometer parallel zu den Anden verläuft. In Chile wäre die Alternative die Ruta 5, eine mehrspurige Autobahn mit hunderten Kilometern durch die Wüste, auch nicht viel verlockender. Entweder man fährt die Ruta 40, weil man überzeugt davon ist kein anderes Transportmittel zu nehmen, oder man nimmt den Bus, oder man lässt sich auf sie ein. Wir haben uns für letzteres entschieden. Es ist einfach an der Zeit stundenlang durchgängig tagträumen zu können und sich abends über die geschafften Kilometer und nicht über Höhenmeter zu freuen. Die Straße ist vergleichsweise einfach, wir müssen kaum extra Essen mitschleppen und die Motivation wo anzukommen wir oftmals mit Grido-Eis belohnt. Es ist also gar nicht so schlimm, einfach nur komplett anders im Vergleich zu unseren letzten Monaten in den Bergen Perus und Boliviens. Aber wir sind wie Chamäleons, wir passen uns einfach unserer Umgebung an ;-) . Es ist auch bisschen „back to the roots“ – schließlich war es in Panama auch nur Asphalt, ziemlich gerade aus, ziemlich heiß – unsere damalige Vorstellung von einer Radreise, und im Nachhinein betrachtet nicht mega spannend. Aber damals fanden wir es super, also … .

Nach 2 Tagen Pause verlassen wir Cafayate. Das „tolle“ an der Ruta 40: sie führt bis Ushuaia. So sagen uns die Schilder im Kilometerabstand wie viele denn noch fehlen würden, wenn wir auf dieser Straße bleiben würden.

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Die ersten dutzenden Kilometer sind geprägt von Weinreben und sehr schönen Anwesen. Wir fühlen uns immer noch wie in der Toscana. Hügelig geht es schnell dahin, ein kurzer Abschnitt von ca. 20 unbefestigten Kilometern bremst uns etwas aus, aber bereits um kurz nach 12 Uhr erreichen wir Santa Maria. Gerade noch rechtzeitig um Wurst, Käse und Gemüse im Supermarkt zu kaufen, denn die Siesta beginnt schon wieder. Eigentlich hatten wir vor, hier am Stadtcampingplatz zu schlafen, aber da wir sooo schnell waren, wollen wir definitiv noch weiter. Wir verbringen unsere Mittagspause im schattigen Park und natürlich darf ein Eis

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und 1.5 Liter Cola nicht fehlen. Der Nachmittag verläuft unspektakulär, wir stoppen oft, denn es ist ganz schön heiß.Vorteil, man kann die vielen Blumen und Gauchito Gil Schreine betrachten.

In Punta de Balasto füllen wir unser Wasser auf und Wolfi entdeckt einen kleinen Laden – die Nachspeise fürs Abendessen ist gesichert. Nach einem kurzen Anstieg ändert sich plötzlich die Landschaft. Na toll, die Büsche sind maximal noch kniehoch und der Wind weht uns fast vom Rad. So ist die Schlafplatzsuche natürlich erschwert. Eine kleine Kapelle ist leider geschlossen, dahinter sind wir weder sicht– noch windgeschützt, also strampeln wir weiter. Endlich entdecken wir eine große Sanddüne, hinter der wir unser Zelt aufstellen können. Die höheren Temperaturen haben auch ihren Vorteil: es ist am Abend lauwarm, und wir genießen sowohl das Kochen als auch das Essen im Freien.

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In der Nacht kühlt es aber zum Glück ab, wir schwitzen im Zelt nur anfangs etwas.

Auf, auf, rauf, rauf heißt es. Dem Wind und der Hitze wieder entfliehen . Die Geraden

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scheinen endlos zu sein und so zieht sich der Anstieg bis zum höchsten Punkt ordentlich dahin. Bereits auf den letzten KM hinauf haben wir Begleitung. Ein alter bekannter: Gegenwind. Hinunter treten und treten wir also mal wieder heftig um weiter zu kommen. Das Gefälle ist noch dazu so gering, also auch keine Hilfe. Dafür ist die Landschaft überraschend schön. Verschiedenfarbige Berge zieren unseren Weg, kleine Minidörfer formen Minioasen und Papagein begleiten uns.

Die Kurven die es seit der Abfahrt gibt nehmen irgendwann ihr Ende und wir sehen wieder eine endlose gerade Linie vor uns. Und dann passiert ein Wunder. Darauf haben wir schon über 10 Monate gewartet. Ein Pickup-ähnliches Fahrzeug fährt langsam neben uns her und gibt uns zu verstehen, dass wir uns an der Ladefläche anhalten sollen. Juhu: wir haben unseren ersten Lift!!! Aber was für eine Farce!! Wir bekommen unseren ersten Lift auf Asphalt und dann noch dazu bergab!!! Bergab!!! Aber ja, wir sind wegen dem Wind so langsam unterwegs und kämpften so stark, dass es durchaus eine Hilfe ist. Leider nur für ca. 2,5 Kilometer. Fährt er anfangs noch 20-25km/h so beschleunigt er rasch auf 30km/h. Mit einer Hand am Auto anhaltend, mit der anderen am Lenker und dann der Gegenwind, da müssen wir leider loslassen, zu wackelig wird die Angelegenheit. Aber hey! 2,5 Kilometer kostenlos. Danke!! Die letzten Km bis nach Belen führen dann in einen sehr hügeligen Canyon. Was ziehen sich diese Kilometer in die Länge. Aber gegen 17 Uhr rollen wir nach 121km am Hauptplatz ein und kosten zum ersten Mal Grido Eis!!!

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Wow, gar nicht so schlecht für Massenware. Haben wir uns durchaus schlechter vorgestellt. Vor allem aber die Portion im Verhältnis zum Preis überzeugt uns dann vollends: wir sind Gridofans!! Der Warmshower ist schnell gefunden, wir stellen alles ab und gehen einkaufen. Dieses Foto ist kein schwarz-weiß-Foto, sondern die Sonne die hinter der üblichen Sandstaubschicht am Abend so ein difuses Licht produziert.

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Der Supermarkt hat glücklicherweise offen, aber auf die lokale Spezialität Jigote warten wir bis fast 21 Uhr vergebens. Wir sind müde, rennen seit Stunden durch diese Stadt um wieder einmal alles beisammen zu haben was wir brauchen und dann gibt es nicht mal was zum Abendessen. Gefrustet sitzen wir am Hauptplatz und stopfen zum zweiten Mal an diesem Tag selbstgemachte Sandwiches in uns hinein. Mahlzeit!! :-b

Gerade,

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folgt auf Gerade,

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folgt auf Gerade!

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Leicht hinauf und wieder leicht hinunter. Links Büsche, rechts Büsche. Das ist das Tagesbild für über 100km, ohne einem Dorf.

Haben wir schon erwähnt, dass es nur gerade ging??

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Sorry, zwei scharfe Kurven gibt es gegen Ende. Wenn man da nicht aufpasst und mit offenen Augen schläft, fährt man einfach gerade aus in die Büsche, so überraschend kommen die ;-) .

Klar darf ein skuriler Schrein wieder nicht fehlen.

Auf so einer Strecke kann man gut Träumen und so träumen wir von einem Schattenplatz unter einem Baum fürs Mittagessen mit einer kalten Cola. Träumen darf man ja noch, oder?? Aufgepasst, wir lügen nicht, aber keine 10 Minuten später fährt ein Auto an uns vorbei, es wird wie so oft gewunken und dann bremst es sich ein. Wir radeln einfach daran vorbei, müssen sie halt schneller sein wenn sie ein Foto machen wollen. Plötzlich hören wir von hinten „quieren Cola??!“. Sabrina ist nur noch zu einem Urschrei fähig, Wolfi zu einem lauten „ Si“ und beide legen wir eine Notbremsung ein. Bremsweg bei knapp über 20km/h – gute 12 Meter ;-) ! Aus dem Auto ist eine Touristin gesprungen die sich als Cornelia aus Linz entpuppt! Schnell werden auch noch Kekse für uns heraus gekramt und so stehen wir am Straßenrand und können unser Glück über 1 Liter kalte Cola kaum fassen. Sie und ihr deutscher Begleiter Simon sind per Anhalter unterwegs.

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Nach einem kurzen Plausch und so gut gestärkt machen wir uns auf die Weiterfahrt. Weit kommen wir aber nicht, denn wir entdecken einen Fahrradanhänger am Straßenrand. Und unter einem Baum den dazugehörigen Besitzer. Stefano Lioni aus Italien,

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ist zu Fuß auf der Ruta 40 vom Norden bis nach Ushuaia unterwegs. Wahnsinn! Es gibt also immer noch verrücktere als uns ;-) ! Über eine Stunde gesellen wir uns zu ihm und plaudern über Gott und die Welt.

Durch unsere Stopps ist es bereits halb drei als wir im ersten Dorf und somit an einer Aneinanderreihung von kleinen Dörfern der Gemeinde San Blas, und unserem heutigen gesteckten Ziel nach 103km ankommen. Der erste Schattenplatz ist unserer, heute sogar ganz edel mit Tisch und Sitzmöglichkeit.

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Bei einer Tienda können wir läuten, so haben wir Glück und können Sprite zum Mittagessen trinken und als Vorspeise ein Eis genießen. Doppelte Abkühlung ;-).

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Die freundliche Dame kommt noch einmal aus ihren Haus raus und schenkt uns über einen dutzend Pfirsiche aus ihrem Garten. Lecker!!

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Wenige Km weiter belohnen wir uns wieder mit einem Grido-eis

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und suchen nach einem Platz zum Schlafen. Den finden wir in der Parochia. Eigenes Zimmer, W-Lan, warme Dusche (wobei uns an solchen Tag kalt völlig ausreicht) und zum Abendessen

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sowie zum Frühstück sind wir auch eingeladen. WAS für ein Tag – was für tolle Begegnungen. Wir sitzen lange mit dem Pfarrer „Miti“ zusammen und sind regelrecht etwas enttäuscht, dass wir nicht wie gewohnt vor und nach dem Essen aufstehen müssen um zu beten (durch unsere Nächtigungen in Perus Parochias konnten wir gegen Ende schon ein paar Verse mitbeten ;-) ) . Dafür versuchen wir unser Alltagsvokabular abzugleichen. Jedes Land hat bis jetzt so seine Eigenheiten mitgebracht. In Bolivien war bis jetzt eine Bodega ein kleiner Laden in den wir Grundnahrungsmittel, Süßigkeiten, Schreibware und Co kaufen konnten, so ist in Argentinien der Ausdruck Bodega lediglich für ein Haus das Wein verkauft reserviert. Um Grundnahrungsmittel zu kaufen müssten wir jetzt nach einem Maxikiosko oder nach einem Almacen fragen.

Wie immer radeln wir früh los und stoppen dieses mal aber schon wieder bald – an einer kleinen individuellen Bäckerei können wir nicht einfach so vorbeifahren. Die Kilometer bis Pituil ziehen sich schön brav in die Länge und auf der Geraden

bläst uns der Wind ebenfalls schön brav ins Gesicht. Erst zu Mittag erreichen wir dieses Dorf und füllen Wasser auf – denn ob wir es heute noch bis Chilecito schaffen wagen wir zu bezweifeln bei dem Wind. Mit einem Gatorade gestärkt nehmen wir wieder den Kampf mit dem Gegenwind auf. Besser gesagt Wolfi, denn Sabrina versteckt sich in seinem Windschatten. Für das Mittagessen brauchen wir heute nicht nur einen Schattenplatz, nein auch windgeschützt muss er sein, denn sonst haben wir Sorge, dass uns der Wind den Belag vom Brot fegt. Aus Mangel an Alternativen sitzen wir also zu Mittag so gut wie unter einer Brücke – hauptsache etwas weniger Wind.

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Am späten Nachmittag und viele Motivationspausen später macht die Straße eine 180 Grad Kurve. Das bedeutet: RÜCKENWIND!!! Juhu!!

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Ach was können wir uns freuen, auch wenn der Spaß nur 300 Meter anhält, dann geht’s wieder hinein in den Wind und mit Blick auf Chilecito die letzten 10 Km leicht bergauf. Die Stadt will einfach nicht näher kommen, wir machen eine Pause nach der anderen und stärken uns mit Süßem. Der Tag war aber einfach schon zu lange und viel zu anstrengend. Sabrina hat das Gefühl sie schafft keinen Meter mehr. Nicht einmal der Gedanke auf ein Gridoeis treibt sie mehr voran. Keine Kraft mehr, keine Motivation mehr! Aber Stück für Stück schaffen wir es dann doch noch und rollen völlig fertig um punkt 18 Uhr vor die Gridofiliale am Hauptplatz. Ohne zu zögern kaufen wir nach dem ersten Eis gleich ein zweites.

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Wir finden, wir haben es uns verdient. Sogar Grido weiß, dass Radfahrer es lieben.

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„Figürlich“ ist Argentinien bestimmt Sabrinas Untergang, das weiß sie jetzt schon. Fast täglich ein Eis, fast täglich 1 Liter Zuckergetränk, … dem Bauch kann man beim wachsen zusehen.

Danach suchen wir uns den Weg zu Jorge , unserem Warmshowerhost. Dort wird der Abend typisch argentinisch noch sehr lange, dafür mit selbstgemachter Pizza.

Ein Ruhetag muss sein, und so verbringen wir einfach viele Stunden im Park und bewegen uns nur zweimal : zum Gridoeisgeschäft ;-) . Abends besuchen wir das Schulfest der Tochter von Jorge,

staunen nicht schlecht über ein Plakat direkt vor der Schule: nach dem Motto: früh übt sich, wer ein guter Mate-trinker werden will ;-)

und lernen wie man Empanadas richtig füllt und dreht. Anfangs gar nicht so leicht, aber macht wahnsinnig Spaß!

Vorbei an der angeblich längsten Seilbahn der Welt,

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welche von Mienen in den Bergen in die Stadt führt, verlassen wir die Stadt. Es ist noch nicht einmal 8 Uhr und wir ärgern uns bereits über den Wind. Wir spielen tatsächlich mit dem Gedanken in der nächsten Stadt, also nach nicht einmal 20km leicht bergab, den Tag schon wieder zu beenden. So ganz wissen wir auch nicht warum, aber wir bleiben doch nicht, sondern machen uns auf, auf eine laaaaange Steigung. 1000Hm – schon wieder ein paar Tage her seit dem wir so etwas an einem Stück leisten mussten ;-) . Aber siehe da- von Km zu Km wird der Wind stärker, aber jetzt, da wir die Richtung geändert haben, ist es Rückenwind. Mit einer leichten Unterstützung also schiebt er uns die wunderschöne Cuesta de miranda hinauf. Das Rot der Berge im Kontrast zum Grün finden wir wunderschön.

Es geht auch leicht kurvig dahin, somit zieht es sich vom Gefühl her nicht so in die Länge. Bereits zu Mittag erreichen wir beflügelt und bestens gelaunt den höchsten Punkt

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und genießen bei einem verfallenen Haus mit einer grandiosen Aussicht

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unser Mittagessen. Woran erkennt man stets hungrige Radler?? Wenn sie sich auf Zucker noch mehr Zucker geben ;-) .

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Kurvig geht es bergab, die Felsen und das Grün sausen nur so an uns vorbei.

Bremsen müssen wir erst, als wir an einer Polizeikontrolle aufgehalten werden. Zum ersten Mal auf der ganzen Reise müssen wir uns hierbei ausweisen. So richtig absurd wird es aber dann, als sie die Marke unserer Räder auf ihre Fahrzeugliste schreiben und uns fragen ob wir ein Nummernschild haben. Wolfi kann sich nur schwer zurückhalten, jetzt nicht sarkastisch zu werden.

Wieder ist es bereits kurz vor 18 Uhr als wir in Villa Union eintreffen.Fragt nicht, wir wissen den Sinn hinter diesem Plakat auch nicht.

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Erster Halt: Grido,

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was denn sonst!! Was können wir dafür, wenn sie die Filialen auch immer auf den Zufahrtsstraßen bauen oder auf den Hauptplatz, da können wir einfach nicht vorbei. Uns ist nicht nach Zelten, also suchen wir uns eine Unterkunft. Uns ist auch nicht nach kochen, der Tag war wieder zu lange. Den Argentiniern ist auch nicht nach kochen, noch nicht. Vor 21 Uhr kommt nichts auf den Tisch, also kochen wir dann doch noch selbst.

Erschöpft und spät liegen wir im Bett und beschließen ohne viel hin und her, dass der morgige Tag ein kürzerer werden wird. 6 von 7 Radtagen jeweils mehr als 110 km, ständig früh aufstehen wegen Hitze und Wind, lange Radtage und oftmals spätes Schlafengehen – wir sind müde!!

Daher warten wir in der Früh auch auf das Frühstück (Löskaffee und zwei Toastscheiben) und machen uns wegen der notwendigen Korrespondenz mit unserem privaten Bankbeamten (Sabrinas Papa ;-) erst am späten Vormittag auf den Weg; es kam schon wieder zu Fehlabbuchungen, ziemlich lästig hier die Bankomaten in Argentinien!).

An einer schönen Bergwand entlang radeln wir dahin und staunen wieder über die Vielzahl an Papagein.

11.000 km !! Jipi!!! All unsere Lieblingssüßigkeiten müssen für das Foto herhalten.

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Wenn sonst nichts passiert und zu sehen ist, muss man sich selbst einfach gute Laune machen. Also packen wir den Laptop aus, stopfen ihn in die Lenkerstasche und tanzen und singen drauf los.

Gut so, somit hat Sabrinas Hirn endlich die Möglichkeit neue Ohrwürmer zu produzieren. Denn seit Costa Rica hat ihre Gesangsfestplatte im Kopf nur zwei Genres: Weihnachts – und Kirchenlieder. Anfangs ziemlich nervtötend für uns beide, finden wir es seit Kolumbien einfach nur noch lustig was Sabrina Hirnwindungen da so von sich geben. So geht’s mit Monsters – of – men nach Guandacol. Bloß 50 km und zu Mittag fertig. Das klingt doch schon viel besser. Nach langem Suchen in dem kleinen Dorf finden wir ein wahnsinnig schönes Plätzchen, Las Jarillas . Weil es uns so gut gefällt bleiben wir, obwohl es kein Gridoeis gibt, gleich 1 ½ Tage, Frühstücken ausgiebigst, kochen lecker zu Abend, schauen einen Film mit Rotwein und einer geschenkten Flasche Weißwein aus der hauseigenen Produktion und frönen sonst dem so schönen nichts-tun.

Enstpannt radeln wir die ca. 70km Gerade bis zum späten Vormittag ab.

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An einer Kreuzung müssen wir uns entscheiden: links= flach und bald eine Stadt; rechts= klettern und 20km weiter bis zur nächsten Stadt. Nach rund 40km führen sie wieder zusammen. Wir entscheiden uns für rechts und werden schon bald belohnt.

Die Quebrada de la Jachal bietet wunderschöne Aussichten und tolle Farben. Und Kurven!!! Keine 20 Meter geht es gerade aus, was für eine Attraktion ;-) ! Aber diese Hitze. Heute weht so gut wie kein Wind. Beim Aufstieg fühlen wir uns als ob wir vor 3 geöffneten Backöfen in einem 5qm Raum sitzen. Da kommt ein Campingplatz mit seine Wasserhähnen genau richtig.

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Kurz nach dem höchsten Punkt fluchen wir beide lautstark und ungehemmt vor uns hin. Mit einem breiten Grinsen! Warum, müssen wir bei dem Bild nicht mehr erklären ;-) .

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Obwohl wir es nicht mehr weit haben, plündern wir unsere Essenstasche neben einem verlassenen Haus mit einem riesigen schattenspendenden Baum. Bisschen Cross-fit

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für ein bequemes Pausenplätzchen ;-) ?

Am Nachmittag liegen wir dann in der kühlen Wiese in San Jose de Jachal

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und entspannen erstmal. Wieder über 100 km, da muss heute auch das Gridoeis ein wenig warten ;-) .

Von Jachal aus wären wir gerne über den Paso Aquas negras nach Chile hinüber gefahren. Ein Pass der wieder über 4760hm führt und eine wunderschöne Landschaft zu bieten hat. Das richtige für uns. Aber leider hält dieses Jahr der Winter länger an als sonst, somit ist der Pass aufgrund von Schnee nach wie vor gesperrt. Seit Cafayate kontrollieren wir den aktuellen Stand der Straße stets wenn wir Internet haben, aber geschlossen ist leider geschlossen. Das heißt auch, dass wir bei der Überquerung San Pedro – Salta über den Paso Sico tatsächlich zum letzten Mal auf dieser Reise auf über 4000hm waren. Nur sehr schwer vorstellbar für uns.

Etwas enttäuscht den Pass also nicht fahren zu können, machen wir uns mit Essensvorräte für 3 Tage weiter auf den Weg auf der Ruta 40 Richtung Süden. Über 90km nur gerade aus – man erkennt ein Muster schön langsam in dieser Strecke, oder ;-) Same, same but different.Die ersten 40 Km haben wir sogar leichten Rückenwind und flitzen im hügeligen Gebiet mit Durchschnittlich 25km/h dahin. Die restlichen 60km bis zur Kreuzung gibt’s dann Gegenwind. Bei einer gleichbleibende Gegend zieht sich jeder einzelne KM wie Kaugummi. Aber zu Mittag erreichen wir das erste Dorf – Talacasto. Dieses Dorf schafft es sogar auf unsere Landkarte: 4 Häuser, 3 davon verfallen und das funktionierende dient als Miniimbiss. Die Besitzer sind freundlich und füllen alle unsere Flaschen und den Wassersack mit Trinkwasser auf (das aus der Leitung vor dem Haus ist nicht trinkbar, warum auch immer). Von hier wären es ca. 2 weitere (flache) Radtage bis Mendoza – unser Etappenziel. Aber wir wollen die Gelegenheit nutzen wieder etwas in die Berge zu kommen, evtl. etwas weniger Hitze ausgesetzt zu sein und bisschen was anderes zu sehen als die Landschaft der Ruta 40. Daher biegen wir hier ab und es geht somit gleich bergauf. Es ist so was von drückend heiß, dass die Zunge am Gaumen klebt und wir bereits jetzt all unsere Wasservorräte auf Ex austrinken könnten. Der erste Baum nach 10km wird gleich angefahren und wir schnaufen erst mal durch. Phu, ist das mühsam!! Wir radeln weiter und erreichen ca. 20 km nach der Abzweigung ein verlassenes Haus das zu einer Miene dazu gehört. Die Befürchtung, dass wir tatsächlich all unser Wasser austrinken wenn wir noch weiterfahren, lässt uns hier stoppen. Es gibt sogar einen Wasserhahn. Erstmal kosten: schmeckt normal. Wolfi fragt schnell bei den Arbeitern um Erlaubnis ob wir unser Zelt hier aufschlagen dürfen und ob das Wasser Trinkwasser ist. Schlafen ja, trinken nein. Na toll!! Vamos a ver – schaun wir mal, was mit unseren Mägen passiert :-) . Aber für eine improvisierte Dusche reicht das Outdoorwaschbecken allemal – das ist auch schon mal angenehm. Während Wolfi kocht stellt sich Sabrina an den Straßenrand. Wir haben Durst, und wenn der Wind morgen gegen uns ist und die Straße unbefestigt ist (beides wissen wir nicht), dann muss unser Wasser bis übermorgen reichen. Daher will Sabrina Autofahrer nach Wasser fragen. Der Erste ist gleich ein Jackpot: ohne zu Zögern wechselt eine große kühle Flasche Gatorade den Besitzer. WOW!!!! Die ist natürlich ratz-fatz weg.

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Der zweite Autofahrer zögert auch nicht lange: 1 Liter eisgekühltes Wasser – was für eine Wohltat! Es ist also scheinbar wirklich was dran, dass kein Argentinier ohne Wasser ins Auto steigt.

Zum Abendessen gibt es heute Nudeln mit Sauce und viele Proteine, denn hier wimmelt es nur so von lästigen „Munkerln“ (sehen aus wie Obstfliegen). Sie fliegen uns nicht nur ins Ohr, die Nasenlöcher nach oben, sondern auch auf den Löffel. Selbst schuld! Es sind hunderte auf einmal die einem umschwirren, wirklich zum Irre werden!!! Daher verkriechen wir uns noch vor Sonnenuntergang ins Zelt und schaffen es durch viel gewachel doch tatsächlich, dass es nur 2 Stück von ihnen mit ins Zelt hineinschaffen.

Jeder Handgriff sitzt bei uns,

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daher sitzen wir bereits um kurz vor 7 Uhr auf den Rädern – die Hitze von gestern wollen wir nicht noch einmal erleben. Den ganzen Vormittag machen wir nichts anderes als bergauf fahren. Wovor warnt das leere gelbe Schild?

Kurz vor dem höchsten Punkt passieren wir eine Stelle in der Difunta Correa verehrt wird.

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Der Legende nach ist sie mit ihrem Kind am Arm aus der Stadt gewandert, hatte kein Wasser mit und ist daraufhin verdurstet. Nur ihr Baby hat überlebt, weil es Muttermilch trinken konnte. Daher gibt es immer wieder solche Plätze, mal größer mal kleiner, an denen Autofahrer Wasserflaschen abstellen damit so etwas nicht noch einmal vorkommen muss. Wir sind uns sicher, dass hiermit auch schon dem ein oder anderen Radler geholfen wurde. Nach der Abfahrt – immer noch alles auf Asphalt – geht es einem schönen Fluss entlang.

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Wir bekommen Hunger, aber weit und breit gibt es keinen Schatten. Im Nirgendwo steht plötzlich ein Haus, das erste das wir heute sehen, dessen Dach einen Schatten wirft. Es stellt sich heraus, dass es eine Wasserstands- und Wettermessstation ist. Wir werden eingeladen drinnen zu essen. Ein Mitarbeiter bietet uns sogar etwas zu Essen an, aber wir sind ja gut ausgestattet. 2 Leute arbeiten hier und haben genau 2 Mal am Tag was zu tun: morgens den Wasserstand des Flusses ablesen, nachmittags die Lufttemperatur. DAS wars! 12 Tage sind sie hier, dann kommen zwei andere Kollegen für 12 Tage. 8 Betten und 2 Duschen gibt es – wohl etwas fehl-kalkuliert dieses Haus. Der andere Mitarbeiter ist 10 Km weiter den Fluss entlang gefahren um mit seiner Familie zu telefonieren, hier gibt es nämlich keinen Empfang. Nach unserem Essen wissen wir alles über seine Laufbahn, seine Familie und auch von Freunden – er freue sich über die Abwechslung die wir hineingebracht haben. Gern gemacht ;-) !

Wir aber merken vor allem eines: wir sitzen IN einem Raum beim Mittagessen. Es kommt uns total komisch vor, ja irgendwie sogar „falsch“ drinnen zu sein beim Mittagessen. Nach langer Überlegung fällt uns ein wann wir das letzte Mal „richtig“ mittaggegessen haben: einmal in Bolivien und davor irgendwo im Norden von Peru, wenn nicht sogar Ecuador. Also in mehr als 4 Monaten haben wir maximal 2 Mal drinnen Mittagessen bzw. ein warmes Mittagessen bestellt. Wie soll das zu Hause wieder anders funktionieren???

Beflügelt von dem schönen Fluss und das immer mehr werdende Grün und von DIESER Fernsicht

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rollen wir total begeistert in Calingasta ein und schlagen unser Zelt am Gemeindecampingplatz auf. Juhu!! Wir haben die für 3 Tage angedachte Strecke in 2 geschafft – Asphalt hat also auch seine Vorteile ;-) . Wir würden ja gerne darauf mit einer Cola oder einem Eis anstoßen, aber es ist Siesta-Zeit. Daher muss ein Marmeladebrot herhalten.

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Zu später Stunde jagt der Ehemann dann doch auch noch ein Eis und bringt es der Ehefrau in die gemeinsame Höhle ;-) .

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11 Monate reichen um sich an vieles zu gewöhnen was in Südamerika an Mentalität anders läuft als zu Hause. Auch die Lautstärke macht uns meist weniger aus als noch zu Beginn. Aber wenn eine „Band“ meint, auch noch nach 23:30 am Campingplatz mit Bass, Schlagzeug und einem grauenhaftem Sänger proben zu müssen, dann ist man wirklich kurz davor jeglichen Anstand und Erziehung zu vergessen. Es stört hier niemanden, NIEMANDEN!! Das können wir auch nach 11 Monaten noch nicht begreifen. Zum Glück spricht der Campingplatzinhaber, nachdem Wolfi um mehr Rücksicht auf zahlende Gäste gebeten hat, ein Machtwort und die Jugendlichen packen ein und fahren nach Hause. Donnerstag 24 Uhr, unsere Nerven können sich schlafen legen ;-) .

Nach Barreal sind es etwas mehr als 40 km, zum großen Teil entlang des immer breiter werdenden Flusses mit seinen vielen Bäumen. Aber auch die noch etwas angezuckerten Berge werden immer mehr und kommen näher. Der upcycling-Zaun gefällt uns besonders.

Einzig die angepriesenen Trockenfrüchte und Kräuter die an vielen Hauseinfahrten angeschrieben stehen, hat dann doch keiner.

In Barreal finden wir aber ein Haus das selbstgemachte Marmelade verkauft.

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Mutig entscheiden wir uns für Tomatenmarmelade – vamos a ver ;-) ! Im Touristenbüro erfahren wir, dass die Führung im Observatorium des von uns angepeilten Nationalparks El Leoncito bereits um 16 Uhr stattfindet, wir hatten die Info von 18 Uhr. Na toll!! Bis dorthin sind es noch etliche Km und vor allem Höhenmeter, ob wir das noch schaffen? Die Köpfe rauchen, es wird kalkuliert und studiert, dann doch noch schnell zusätzliches Essen eingekauft falls sich die Führung heute nicht mehr ausgeht und wir sie erst morgen machen, … und los geht’s! Treten, treten, treten, immer wieder den Kopf nach rechts drehen und staunen und die Uhrzeit am Tacho im Auge behalten, so sehen die nächsten Kilometer aus.

Der schon etwas durchhängende Magen wird gekonnt ignoriert und erst nach der Abzweigung in die Berge und somit zum Observatorium mit ein paar schnellen Keksen ruhig gestellt. Apfelbaumplantage mit Schneebergen inklusive.

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Etwas erledigt erreichen wir um kurz vor 15 Uhr die Rangerstation des Nationalparks. Wir stellen schnell unser Zelt auf, verstauen alle Taschen bis auf die Essenstasche im Zelt, duschen muss bis später warten und machen uns auf den Weg, die letzten 3km und 200 hm zum Observatorium Cesco zu bezwingen. Ohne Gepäck (eine Tasche ist keine Tasche ;-) ) geht das auch gleich viel leichter, zum Glück, denn die Steigung ist manchmal ganz schön steil.

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15Uhr30 – wir haben es rechtzeitig geschafft. Eine Frau empfängt uns mit den Worten: „der Guide schläft gerade, wenn er wach wird geht es los!!“ … willkommen in Argentinien, denken wir uns nur und packen endlich unser Mittagessen aus. Siehe da, um 16Uhr15 steht er dann auch vor uns und wir dürfen das riesige Teleskop bestaunen.

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Danach noch ein paar alte Gegenstände

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in einem Museum und nach 15 Minuten ist es auch schon wieder vorbei. Wie jetzt??? das wars?? Hierfür haben wir uns so abgehetzt??? Die Enttäuschung ist uns ins Gesicht geschrieben, das kanns doch nicht sein, oder?? Tja, lesen sollte man können. 16 a 18 Uhr heißt nicht 16 bis 18 Uhr, sondern zwischen 16 und 18 Uhr. Grrrrr!!! Man kann also innerhalb dieser 2 Stunden hierher kommen und sich das Observatorium ansehen. Wieder unten bei der Rangerstation fragen wir was wir sonst noch machen können, denn wir sind wirklich etwas gefrustet. Der freundliche Mann erklärt uns, dass wir nicht die Ersten sind die sich über diesen einen Herren der die Führung heute gemacht hat, beschweren würden. Mit jemand anderem hätte sie sicher länger gedauert. Aber da wir extra hierher gefahren sind wollen wir noch was sehen. Die Nachtführung soll dafür viel ausführlicher sein. Na gut. Wir genießen die gewonnene Zeit bis dahin mit einem Kaffee und Tee bei unserem Zelt,

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kochen zu abend, gehen duschen und radeln um 20Uhr mit den letzten Sonnenstrahlen

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dann noch einmal die 200hm hinauf zu den Sternen. Der selbe Mann, aber nach 21 Uhr zu arbeiten liegt ihm scheinbar mehr.

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Durch ein kleineres Teleskop als das wir am Nachmittag gesehen haben, können wir Sterne, Sternennebel und den Mars beobachten. Unbeschreiblich!!! Jetzt hat es sich doch noch gelohnt den Weg hierher zu machen.

Die Nacht am Campingplatz im Nationalpark ist sehr erholsam – wir sind alleine. Und auch kein Puma hat uns besucht ;-) – tags zuvor haben wir nämlich einen Verhaltensregelzettel

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von den Rangern bekommen, für den Fall, dass wir einen Puma sichten.

All unsere Sachen dürfen wir bei den Rangern lassen. Wieder ohne Gepäck radeln wir zum anderen Observatorium hinauf.

Da es nicht in unserer Karte verzeichnet ist und wir nur eines in der Ferne sehen können, brechen wir früh auf, denn dieses steht verdammt weit oben. Um 10 Uhr öffnet das Besucherzentrum, um kurz nach 9 sind wir dort: war doch nicht welches wir gesehen haben, sondern ein tiefergelegeneres ;-) ! (viele verschiedene Länder haben hier heroben ihre Observatorien).

Das warten

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zahlt sich dann aus, denn diese Tour dauert fast 75 Minuten, ist spannend und sehr informativ. Als wir dann zum Teleskop kommen verrenken wir uns nur noch unsere Köpfe so begeistert sind wir davon.

 

Zufrieden rollen wir um 12 Uhr aus dem Nationalpark raus und zurück zur Straße.

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Die ersten Kilometer sind noch schön,

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wir können die Landschaft genießen, aber dann folgen 34km Ripio. Die Piste ist in einem so schlechten Zustand,

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dass wir sehr schnell gefrustet sind und die tollen Berge rechts von uns nur in den Pausen bewundern können.

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Wirklich schade, denn links von uns ziehen sich die so genannten Prä-Anden und direkt rechts von uns ragen unsere geliebten Anden in die Höhe. Wir würden sie nur zu gerne die ganze Zeit während dem Fahren bestaunen und huldigen.

Zu Mittag gibt es heute, am späten Nachmittag, Brot mit Mayonnaise und einer Gurke. Wenn wir etwas auf dieser Reise gelernt haben, dann : gib an einem Radtag deinem Körper was er verlangt ;-) . Also, wenn er eine dicke Schicht Mayonnaise will, dann kriegt er sie.

Wir befürchten schon nie anzukommen,

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als wir es dann um kurz vor 19Uhr doch noch schaffen und in Uspallata einrollen. Nach kurzem Suchen ist unser Zucker- und somit Stimmungslieferant gefunden.

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Ein für hier bekanntes Lomito (Brot, Fleisch, Ei, Wurst, Salat, Käse, Tomaten) kommt genau richtig fürs Abendessen.

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Der offiziell geschlossene „municipal“-/ Gemeindecampingplatz hat doch offen. Sanitäre Einrichtungen sind etwas versifft, aber fließendes Wasser gibt es. Mit dem letzten verbleibenden Licht bauen wir unser Zelt auf, legen uns rein und schlafen unmittelbar darauf ein.

Wir wachen mit einem tollen Bergpanorma auf

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und sind Mendoza, unserem Etappenziel, sehr nahe. Zwei Möglichkeiten haben wir um dorthin zu fahren: „unten rum“= bergab von 2100 auf 700hm, Asphalt, aber mit viel Verkehr, oder „oben rum“= von 2100 auf 2900hm klettern, danach runter auf 700hm, ein langes Stück unbefestigte Piste, kaum Verkehr. Warum wir überlegen?? Naja, die Piste von gestern hat uns ausgereicht und irgendwie sind wir nach wie vor nicht in Kletterlaune. Aber wir wissen was kein Asphalt + Pass + wenig Verkehr meist ist, nämlich wunderschöne Landschaft. Also fahren wir oben rum. Anfangs noch unspektakulär, ändert sich die Landschaft vor dem Pass deutlich. Wir haben richtig Spaß, mittendrin statt nur dabei, fühlen wir uns wieder bezüglich der Berge!! In Momenten wie diesen haben wir das Gefühl: wir können das hier ewig machen!!

Ein Hauch von Peru! Da darf dann das Passfoto + ein belohnungs-Alfajor nicht fehlen.

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Der Ausblick auf die Anden ist atemberaubend, und das obwohl wir auf knapp unter 3000hm stehen. Liegt heute also definitiv nur am Anblick ;-) .

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Wir haben Glück mit dem Wetter und können sogar den höchsten Gipfel Südamerikas sehen, den Aconcagua mit 6962 hm.

Auf der Abfahrt verstärkt sich das Perugefühl noch mehr: Kehren!!

Nur das immer stärker werdenden Grün hatten wir in unserem Lieblingsland nicht. Wieder wurde unsere Entscheidung zusätzlich und freiwillig Höhenmeter zu machen belohnt!! Die letzten 20km bis zu den ersten Vierteln von Mendoza ziehen sich dann wieder wie gewohnt. Horrorgeschichten von anderen Radlern bezüglich der nördlichen Stadteinfahrt von Mendoza haben uns die letzten Wochen begleitet. Ja, es gibt wirklich Streckenabschnitte an denen wir nicht stehen bleiben wollen, Teile die uns optisch negativ überraschen (Baracken statt Häusern), aber zum Glück nur für eine kurze Strecke. Als wir uns etwas sicherer fühlen, bremsen wir für eine große Bäckerei. Der Besitzer ist so fasziniert was wir hier machen, dass die zwei leckeren süßen Teilchen aufs Haus gehen.

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Jammi, danke!! Ein Grido liegt dann auch noch auf der Stadteinfahrt, was für ein Zufall. Der viele Zucker hält dann auch lange an, muss er auch, denn die Unterkunftsuche zieht sich, mindesten so wie die Stadteinfahrt.

Fazit der ersten 1328 km auf der Ruta 40: Froh sind wir, dass wir nicht den Bus genommen haben. Ja, es war nicht so spektakulär wie die Monate davor, aber dennoch hat sie uns immer wieder überrascht. Die Landschaft ist eher gleichbleibend, aber umso mehr schätzt und bemerkt man jede Veränderung. Es gab Passagen wo wir Spiele entwickelt haben (Distanzen schätzen, …), wo wir gesungen haben, geflucht haben, unsere Hintern gestreikt haben, weil es eintönig war… aber sie war bei weiten nicht NUR langweilig. Den Fortschritt den wir machen, den wir abends auf der Karte sehen können, war toll, das heißt aber auch, dass der Plan, dass sich unsere Beine von ihrer Müdigkeit die wir seit Wochen mit uns mitschleppen, leider auch nicht erholt haben.