Freud und Leid liegen oft nahe beieinander

Tariat nach Tsetserleg

464 Km, davon 45km auf Asphalt

2986 Hm

164 km auf bestem Asphalt wären es nur bis zu unserem nächsten Etappenziel Tsetserleg. Kurz zögern wir noch einmal, als wir frierend an der Kreuzung stehen. Links lockt die Vorstellung bereits in 2 Tagen wieder eine trockene, evtl. warme Unterkunft zu haben. Rechts wartet das Khangai Gebirge mit frisch beschneiten Berggipfeln, kalten Nächten im Zelt, Flussdurchquerungen, maximal drei Dörfern innerhalb von 464 km und endlos erscheinende Kilometer auf Offroadpisten. Vernunft oder Abenteuer?

Was für eine Frage! Entgegen unserer politischen Gesinnung wählen wir dieses Mal rechts. Es geht wieder retour zum See, heute aber auf der Südseite und auf Asphalt, ganze 45 Kilometer. Monotones rhythmisches Treten folgt und trotz starkem Gegenwind kommen wir gut voran. Wolfi macht sich nämlich nach wie vor perfekt als Windbrecher.

Dann ist es endlich so weit, wir dürfen abbiegen. Unsere Köpfe heben sich, die Mundwinkel wandern wieder nach oben, die Trittfrequenz variiert, wir werden durchgeschüttelt, die Rohloffschaltung kommt wieder zum Einsatz, der Fotoapparat ebenso …. Juhuu, wir sind wieder offroad. Uns bietet sich ein gewohntes Bild der letzten Tage: viel Grün, Tierherden, Flüsse, Hügel, … und trotzdem so einmalig.

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Die erste Durchquerung eines Flusses lässt nicht lange auf sich warten, dieses Mal mit eklig matschigem Untergrund in dem unsere Füße binnen Sekunden feststecken und uns fast samt Rad umwerfen.

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Knietief ist die tiefste Stelle – neuer Rekord. 5 Grad Außentemperatur und starker Wind beim abtrocknen der Füße – ebenfalls neuer Rekord. Danke, mehr bzw. weniger brauchen wir nicht.

Gut, dass uns beim nächsten Fluss 3 Hirten wild gestikulierend klar machen, dass wir durch diesen Fluss nicht durch können, er wäre viel zu tief. Seit Minuten gehen wir am Ufer auf und ab, aber die Lichtverhältnisse sind so schlecht, dass wir nicht genau sehen können, wie tief der Fluss ab der Mitte in etwa ist. Wolfi findet eine potentiell geeignete Stelle und geht sie probehalber durch – in Unterhose, die nur knapp trocken bleibt.

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Auch ohne Fahrrad hat er große Mühe der Strömung stand zu halten. Die Hirten werden unruhig, gestikulieren immer heftiger, aber was bleibt uns anderes übrig? Als wir beginnen unser Gepäck abzuladen um alles einzeln rüber zutragen, reicht es den Männern. Sie setzen sich auf ihr Moped und zeigen uns sehr eindrücklich, dass es keine schlaue Idee ist hier durchzuwollen. Ihr Motorrad versinkt fast und nur zu dritt bekommen sie es wieder heraus.

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Durch Gesten und malen im Kies machen sie uns klar, dass sie uns zu einer Brücke bringen. Quer über Wiesen und Hügel, um Flüsse herum geht es weiter – am Ende überqueren wir keine Brücke, sondern fahren quasi außen herum. Scheinbar war der Regenfall von gestern so massiv, dass der Fluss kurzfristig so stark angestiegen ist und somit nicht wie gewöhnlich passierbar ist, denn auf dem Weg den sie uns zeigen befinden sich keine Fahrspuren. Als wir wieder auf eine Weg treffen, verabschieden wir uns von unseren Rettern, bevor sie davon brausen.

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Ein Grund warum wir in der Früh bezüglich unserer Routenwahl gezögert haben, war, weil wir nicht einschätzen können, wie weit es tatsächlich hinunter geschneit hat und ob die Pässe passierbar sind, vor allem mit nur einer Bremse. Wir geraten wieder ins Grübeln, als wir dem Khangaimassiv immer näher kommen. Sieht ja einmalig traumhaft aus, die weißen Schafe im Vordergrund und die verschneite Berglandschaft am Ende des Tales. Von herunten betrachtet.

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Also folgt auf ein spätes Mittagessen um 15 Uhr erstmal Krisensitzung im nahegelegenen Minidorf. Mittels Google Translate versuchen wir etwas über unsere weitere Strecke und deren Zustand herauszufinden, aber keiner kennt die Strecke, selbst nicht die, die ein geländegängiges Auto besitzen. Ganz nach der österreichischen Mentalität „schau‘ma mal“, kommen wir überein, dass wir einfach so weit fahren wie es geht und im Notfall wieder umdrehen. Die Unsicherheit wann wir wieder ein Dorf erreichen ist groß, daher kaufen wir noch einmal zusätzlich Nudeln und Brot ein. Mittlerweile ist es 16 Uhr, aber da wir wissen, dass wir die fehlenden Kilometer bis zum Pass morgen nicht schaffen werden, entscheiden wir uns, heute noch ein paar davon zu machen. Toller Plan, tolle Theorie, die wir aber ohne die Sumpflandschaft die das Dorf umgibt gemacht haben.

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Seit einer Stunde stapfen wir nun schon durch 30 Zentimeter breite Flüsschen, die wie ein Spinnennetz die Landschaft durchziehen und oftmals zu größeren Wasserflächen sich anstauen . Dazwischen weiche, sumpfige, matschige Inselchen von oftmals nur einem Quadratmeter Größe. Keine Richtung scheint die bessere zu sein und wenn wir uns umdrehen, erkennen wir nicht mehr woher wir gekommen sind.

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Es gibt gefühlt kein vor und zurück mehr. Das Dorf ist immer noch in Sichtweite nur für uns selbst gibt es keine Aussicht auf ein Ende dieses Alptraumes. „Es reicht schön langsam an Abenteuer!! Nein, es reicht bereits definitiv an Abenteuer“, entfährt es Sabrina als sie stur nur noch querfeldein stapft. In der Ferne haben wir ein Auto fahren gesehen, diese Richtung peilen wir an. Ganze 1 ½ Stunden haben wir für nicht einmal einen Kilometer Luftlinie gebraucht. Umso größer ist die Erleichterung als wir wieder festen Boden unter unseren Füßen haben und bei nur noch mäßigem Gegenwind in das nächste Tal hineinfahren. Immer wieder tauchen Gers auf, also fordern wir unser Glück heraus und radeln immer weiter. Wir werden von dem Anblick eines Reiters

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und einer Ochsenkaravane aber bestens motiviert.

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Auf Höhe eines jener Gers entscheiden wir aufs Neue: weiter oder bleiben. Dieses Mal ist kein Weiteres mehr in Sicht. Erst als wir ein Foto machen und hineinzoomen, erkennen wir in etwa 10 km Entfernung noch eine kleine Ansiedlung. Na also, weiter geht’s! Jetzt wieder mit Gegenwind und auf einem Weg der von so vielen Steinen übersät ist, dass uns schon Nacken und Handgelenke schmerzen. Aber wir geben alles, sind selbst von unserer Leistung bei den Bedingungen und dem langen Tag überrascht. Just 1 Kilometer vor den Gers werden wir abermals von einem Fluss ausgebremst. Schnell ist eine Stelle gefunden, wir sind guter Laune, wenn auch schon leicht frierend, weil die Sonne bereits hinter den Bergen verschwindet.

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Die gute Laune vergeht uns aber schnell als wir merken, dass wir zwischen zwei Flüssen stecken und schon wieder alles um uns herum sumpfig ist. Also lieber retour und weiter flussaufwärts nach einer geeigneteren Stelle suchen. Die Abendstimmung wäre ja romantisch,

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aber wir haben kaum ein Auge dafür. Es ist schon fast zum Verzweifeln, der Fluss ist wieder enorm tief und reißend, die Gers so nah und doch so fern. „ GENUG ABENTEUER HAB ICH GESAGT“ wiederholt Sabrina schon fast mantraartig als wir uns wieder bereit machen unsere eiskalten Sandalen anzuziehen. Das Mantra lenkt auch etwas von dem schneidenden Schmerz in den Beinen ab, wenn man ins Wasser steigt und vor allem auf der anderen Seite im wieder heraus kommt.  Ganz trocken bekommen wir die Füße nicht mehr, auch nicht gerade toll, aber wir wollen nur noch eines: unser Zelt aufstellen, Essen und in die Schlafsäcke.

Sehr misstrauisch werden wir bei den Gers empfangen, und weitestgehend in Ruhe gelassen. Soll uns recht sein, denn so arbeiten wir zügig am Aufbau unseres Schlafdomizils und Abendessen und sitzen, als es bereits dunkel ist, in unserem Zelt, essen unsere Nudelpampe und werfen als Belohnung noch viel Süßes hinterher. 11 Stunden waren wir heute unterwegs. 11 ganze Stunden !!!! Verrückt, in mehrerlei Hinsicht. In Südamerika waren unsere Tage selten länger als 8 Stunden. Gute Nacht, mögen die Radzeiten kürzer werden!!

 

Unsere Köpfe schütteln. Zum Teil bewusst, zum Anderen wegen dem Untergrund. Bitte wie kann das passieren?? Wie kann man mitten in einer Graslandschaft landen? Wo ist bitte der Weg hin? Wie konnten wir davon abkommen?? Wir wissen es nicht und quälen uns mehrere Kilometer über eine mit kleinen Löchern, von den viiiiiiiiiiiiiiiielen Erdhörnchen, übersäten „Wiese“.

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Einzige Orientierung, eine Kurve im Gebirge vor uns, auf die wir zufahren und hoffen dort wieder auf den Weg zu stoßen. Falls jemand versucht die Schichten an Kleidung zu zählen die Wolfi an hat: es sind FÜNF!! Kurzes und langes T-shirt, „Flauschijacke“, Windstoppergelet und ein ganz ganz dünnes Jäckchen. Ja es ist verdammt kalt, knapp über null, und der Gegenwind macht es nicht wärmer. Wir können getrost feststellen, dass der Wind in der Mongolei mindestens die Kraft wie in Patagonien entwickeln kann.

Zur Abwechslung tragen wir heute Früh unsere Räder nicht über Flüsse, sonder über Steine.

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Auch neu heute:  Wolfi fungiert als Leitpferd  – die Pferde folgen ihm trabend für mehrere Minuten.

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Kurz vor der Richtungsänderung im Tal, treffen wir wieder auf den Weg und es rollt sich gleich etwas besser.  Naja nicht ständig:

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Am Weg zum Pass wird das Tal immer enger, die  Flüsse sind durchfahrbar

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oder ohne Probleme zu durchgehen,

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die Gers immer seltener und der Wind immer stärker.

Hier heroben gibt es kein Brennholz und das nächste Dorf ist zu weit weg, also wird Kuhdung als Brennstoff gesammelt.

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Irgendwie wunderschön hier ;-)

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Erneut schiebt Sabrina die letzten 100 hm zum Pass hoch – wahrscheinlich schon aus Gewohnheit.

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Erleichtert, es schneller als gedacht zum Pass auf 2730 hm geschafft zu haben, lassen wir uns nach der traditionellen 3-fachumrundung des Ovoos, neben selbigen erschöpft nieder.

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15 Uhr, alle Zeit der Welt, denn es geht ja jetzt nur noch bergab. Das verdiente Essen zu genießen geht aber anders, denn wiedermal verschanzen wir uns hinter den Rädern aufgrund des Windes.

Schnell bereuen wir, dass wir am Pass so viel Zeit verbracht haben, denn kurz darauf kommen wir kaum mehr voran. Wir stecken abermals mitten in einem riesigen Sumpffeld fest.

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Der eigentliche Weg ist zu einer einzigen Matschspur geworden, weder fahr- noch schiebbar. Mit Sicherheit ist der geschmolzene Schnee der letzten Tage Mitschuld daran, dass wir von Erdhügel zu Erdhügel hüpfen und hoffen, dass unsere Schuhe trocken bleiben. Immerhin finden wir kleine Bächlein und können unsere Wasserflaschen auffüllen.

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Freiwillig versuchen wir beim nächsten Berghang wieder an Höhenmetern zu gewinnen, denn nur so entkommen wir den „Quatsch“-geräuschen unter unseren Füßen. Unser Plan geht auf, wir können wieder ein paar Kilometer fahren. Leider nicht rollen, denn das Gefälle ist so marginal, dass wir nicht merken dass es bergab geht. Und natürlich kommt der Wind von vorne, also plagen wir uns mal wieder bergab. Die nächsten 15km sind wir damit beschäftigt 10 Mal ein und denselben Fluss zu durchqueren. Das Tal ist jetzt entweder schmäler und die Berghänge nicht befahrbar, oder aber alles ist einfach voller Sumpf, egal welche Richtung wir einschlagen.

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Obwohl wir uns körperlich anstrengen, frieren wir. Die Sonne zeigt sich schon seit Stunden nicht mehr und der eisige Wind bringt uns auch mehrere Hagelschauer. Das Gesicht schmerzt, denn der massive Wind peitscht uns seit Minuten Hagelkörner direkt ins Gesicht.

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Bitte WER hatte die Idee mit der Mongolei???

Eigentlich wollten wir tiefer gelegen einen Zeltplatz suchen, denn je weiter oben desto kälter bekanntlich. Aber es ist bereits nach 18 Uhr, wir können und wollen nicht mehr und bei dem Tempo schaffen wir so oder so keine nennenswerten Höhenmeter mehr. Darum fahren wir mit letzter Kraft drei rettende Gers an. Der Wind wirft fast unsere Räder um, als wir unser Anliegen mit Händen und Füßen vorbringen. Noch skeptischer als gestern sind hier die Gerbesitzer, aber sie machen uns verständlich, dass wir unser Zelt hinter dem Pritschenwagen aufstellen sollen, um zumindest etwas windgeschützt zu sein.

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Wir stellen das Zelt auf und verkriechen uns sofort darin. Kurz mal durchatmen, weg vom eisigen Wind. Dann noch schnell die lange Unterwäsche anziehen und alle Schichten die es gibt oben drüber. So trauen wir uns wieder raus und bereiten Abendessen und einen rettenden Tee zu. Mit dem letzten Sonnenlicht liegen wir völlig erschöpft im Zelt und fragen uns wie es weitergehen soll.

 

Auf diese Frage haben wir auch in der Früh noch keine passende Antwort gefunden. Der Himmel ist dunkel, der Sturm hat sich selbst in der Nacht nicht gelegt, wir frieren schnell wieder, als wir das Ger verlassen in welches wir eingeladen wurden, als unsere Räder fertig gepackt waren. Aber der frisch zubereitete gesalzene Milchtee, (mehrere dutzend Male wird dieser mit einem Gefäß vermischt),

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sowie das Brot mit einer köstlichen Schicht frischem Süßrahm haben uns nicht nur körperlich gestärkt.

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Wie der Winter in der Mongolei ist wollen wir lieber gar nicht erst überlegen. Jetzt schon spüren wir die Kälte vom Boden hochsteigen. Kein Wunder, liegt maximal eine dünne Linoleumschicht direkt auf dem Erdboden. Und ohne Tisch wie in den meisten Gers, spielt sich ein großteil des Lebens in der Jurte am Boden oder bodennahe ab.

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Wir machen uns auf den Weg. Kurz erfreuen uns wieder einmal die schönen Gewänder der Nomaden.

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Es geht ähnlich weiter wie gestern: matschig

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Schnell stehen wir vor einem tiefen, breiten Fluss, der Hagel prasselt laut auf unsere Regenjacke, der Wind schneidet uns wieder ins Gesicht. Vollkommen regunglos starren wir auf den Fluss und können nicht mehr. Er scheint in mehrfacher weiße nicht überwindbar für uns. Einerseits weil er tief und breit ist, aber vor allem weil sich unsere Körper sträuben. Nein, viel mehr unser Geist. Wir können nicht schon wieder raus aus den Schuhen und rein in die über Nacht gefrorenen Sandalen. Wir können nicht schon wieder durch einen knietiefen Fluss stapfen im einstelligen Celsiusbereich um auf der anderen Seite bei 2 Grad mit knallroten Beinen raus zukommen und das Gefühl zu haben man trocknet gerade zwei schmerzende Eisblöcke ab. Wir können nicht mehr.  1:0 für die Mongolei.

Aber was bleibt uns andere übrig?? Herumstehen wärmt uns auch nicht, im Gegenteil, wir kühlen immer mehr aus. Wir haben also keine andere Wahl. Es kostet uns eine enorme Überwindung.Das ganze Prozedere lassen wir dann still über uns ergehen. Die Zähne klappern als wir wieder am Rad sitzen. Wie es sich anfühlt zu radeln, obwohl man Knöchel abwärts nichts mehr spürt? Komisch, können wir euch sagen.

Jetzt folgen über 10 Kilometer Wellblechpiste. Bergab. Mit merkbarem Gefälle. Aber immerhin hat es zu Hageln aufgehört und der Wind hat sich zu unseren Gunsten gedreht. Noch einmal geht es knackig bergauf mit einem grandiosen Ausblick zurück. Diese endlose Weite dieser Hügellandschaft und seinen Weg so weit zurück verfolgen zu können,  ist schon faszinierend.

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Wir wollen aber nur noch ins nächste Dorf, Zag. Dort suchen wir hinter einem Minisupermarkt verzweifelt Schutz vor dem Wind,stopfen schnell ein paar Kalorien in uns hinein (wir sind zu spät für das eine Lokal das Mittagessen kocht) und erblicken die mongolische Antwort auf Amazon. Ein LKW mit sämtlichen (Haushalts- Unterhaltungs -) Elektrogeräten die man in einem Dorf im Nirgendwo scheinbar auch braucht.

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Nur etwa 24 km sind es bis zur nächsten, etwas größeren Ortschaft Jargalant. Bis dorthin wollen wir es noch schaffen um einen Tag Pause einzulegen und um uns zu überlegen wie es weitergehen soll. Also machen wir uns auf den Weg und lassen Zag hinter uns.

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Lange rauf, lange runter, lange rauf und noch einmal lange runter. Schnell zeigt sich uns Jargalant in der Ferne. Das tut gut. Wir träumen beide davon eine Unterkunft mit warmen Decken zu finden und kurz blitzt die Hoffnung einer warme Dusche auf. Ein Kilometer trennt uns nur noch von dem Dorf, als unser Weg unerwartet von einem Fluss unterbrochen wird. Der bis jetzt breiteste und reissenste. So nah vor unserem Ziel nehmen wir es gelassen. Geeignete Stelle finden, Sandalen abschnallen, Schuhe ans Velo draufbinden, Socken einstecken, Hose hochschieben, Sandalen anziehen, … das geht bereits blind, wir sind es ja gewohnt. Drüben wieder alles in umgekehrter Reihenfolge. Zur warmen Dusche träumen wir nun auch von einem riesen Teller heißer Suppe. Bis zu dem Zeitpunkt als wieder ein Fluss vor uns ist. Verzweiflung macht sich breit. So nahe an der Ortschaft,

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ständig glauben wir gleich da zu sein, aber nein … insgesamt 5 Flussarme bremsen uns auf dem letzten Kilometer aus. An einer Stelle suchen wir besonders lange. Mittlerweile glauben wir ein Muster zu erkennen, wo wir am wenigsten mit Stromschnellen, tiefen Löchern und anderen Hürden zu rechnen haben. Aber dieser hier ist uns suspekt. Drei Reiter kommen von der Ferne und zeigen uns den ihrer Meinung nach besten Platz. Danke nein, ihre Pferde versinken bis zum Bauch im Wasser. Wir versuchen es lieber an einer anderen Stelle. Die Reiter beobachten unsere Überquerung.

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Bis zur Mitte der Oberschenkel reicht uns das Wasser an der tiefsten Stelle, jetzt bloß nicht den Halt verlieren. Drüben wieder das leidige abtrocknen. Unsere Zehen sind so steif und gefühllos, dass sie sich beim Socken anziehen aufstellen ohne dass wir es merken. Mittlerweile hat Sabrinas Haut auf den Unterschenkeln aufgrund der Kälte und des ständigen Austrocknen durch den Wind nach den Flussdurchquerungen, schon zahlreiche Risse die bluten. Wie unsere Finger und Knöchel aussehen brauchen wir wohl nicht zu beschreiben.

Sabrina spricht beim befestigen der Sandalen laut aus, was in unseren Köpfen die letzten Tage immer wieder mal aufpoppt: warum bitte können wir nicht einfach wie andere auch 2 Wochen all-inklusiv-Urlaub am Meer machen?? Wir schauen uns um, schauen auf unsere Räder und schauen uns an. Postwendend geben wir uns direkt selbst die Antwort: wir können es nicht. Ganz einfach ;-) . Wir brauchen das selbstständige Erkunden und Entdecken von abgelegenen Orten, von Kulturen und Landschaften. Wir brauchen die Herausforderungen, das Ungewisse und die Vorfreude die jeder Radtag mit sich bringt und die doch schon gewisse Routine mit all den liebgewonnen Ritualen die wir mittlerweile haben. Wir brauchen das ausgepowert sein und mit einem Lächeln im Schlafsack einschlummern, auch wenn wir tagsüber oftmals an unsere körperlichen Grenzen stoßen und glauben keinen weiteren Kilometer mehr fahren zu können. Wir brauchen das miteinander Teilen von prägenden, schönen und weniger schönen Momenten und Erlebnissen, auch wenn wir uns immer wieder mal gegenseitig am liebsten auf den Mond schießen möchten. Nein, wir können nicht (mehr) anders reisen, das wissen wir selbst.

Nahezu stoisch absolvieren wir also diesen letzten Kilometer, der uns fast eine Stunde kostet. Etwas höhnisch fühlt es sich an, als bei der Ortseinfahrt sich zum ersten Mal für heute die Sonne zeigt. Selbst nach so einem Tag erkennen wir aber die Schönheit der Landschaft.

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Wir fragen in einem Minimarkt nach einer Unterkunft und werden zu einem anderen gebracht. Dort spricht doch tatsächlich eine Frau Englisch. Bevor wir unser Zimmer beziehen, fragen wir nach, ob denn noch jemand hier im Dorf für uns Abendessen kochen kann. Ja, ihre Schwester- wie praktisch ;-) . Suppe, viel heiße Suppe bitte – lautet unsere Bestellung. Auf unsere Frage hin, ob es denn die Möglichkeit gibt irgendwie zur Hauptstraße, welche sich noch ca. 110 km entfernt befindet, natürlich gegen Bezahlung transportiert zu werden, schüttelt sie den Kopf. Soweit fährt hier keiner. Na toll. Wir sind quasi gefangen, bzw. dazu verdonnert die Strecke aus dem Gebirge heraus selbst fertig zu fahren. Mit all dem Matsch, den vielen Flüssen und der Kälte wollten wir einfach vernünftig sein und uns zur Hauptstraße bringen lassen um in einer evtl. etwas wärmeren Gegend eine neue Route zu suchen. Aber Pustekuchen, da müssen wir wohl jetzt durch. Für weitere Gedanken diesbezüglich fehlt uns heute die Kraft. Es sind keine Emotionen mehr vorhanden. Gut so, denn die erträumte warme Dusche gibt es natürlich nicht. Wie auch, es gibt gar keine Dusche, kein fließend Wasser. Ein müdes Schulterzucken kostet es uns. Immerhin bekommen wir einen Wasserkocher. Somit können wir uns zumindest jeder mit einem Liter Wasser die Haare waschen und Katzenwäsche betreiben. Die 3 Liter Nudelsuppe die uns im Plastikeimer gebracht werden, verschlingen wir innerhalb von 10 Minuten. Kein Wunder – wie auch schon in Peru, trinken wir aufgrund der Kälte kaum etwas. Da wir so oder so nochmal raus müssen um das Dorfplumpsklo aufzusuchen, kaufen wir auch gleich noch mal ein paar Kalorien ein, bevor wir es uns bei 9 Grad im Zimmer versuchen gemütlich zu machen.

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Bekanntlich sieht alles am nächsten Tag gleich anders aus, und so ist es auch. Heute scheint die Sonne. Strahlend blauer Himmel, als wäre die Weltuntergangsstimmung gestern nie gewesen. Heute hat es immerhin schon 3 Grad Höchsttemperatur, einer mehr als gestern. Morgen sollen es 5° werden. Fließend Wasser gibt es hier nicht im Dorf, aber man hat Handynetzempfang (so gut wie in jedem Dorf, aber wirklich nur IM Dorf, 1/2 Kilometer außerhalb schon nicht mehr) und wir somit, Dank der lokalen Prepaid Simkarte, auch Internetempfang. Daher können wir die Wettervorhersage abrufen und beschließen, dass wir erst morgen weiterfahren. Immer noch nicht viel wärmer, aber immerhin Sonne und wir sollten es vor dem angekündigten Schnee in die nächste Stadt schaffen. Also schlendern wir heute nur durch das verlassene Dorf,

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entdecken in Ruhe die 4 Minimärkte, welche alle dieselben Produkte haben (wie immer viel Importware aus Deutschland und Korea)

 

und machen das was wir ja bekanntlich am besten können: (süßes) Essen.

Hier die lokale Währung: Tugrik genannt (Tögrög ausgesprochen)

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Der mongolische Nationalheld Dschingis Khan darf auf den Scheinen natürlich nicht fehlen. Es gibt keine Münzen, der größte Schein ist 50.000 (nie bekommen) und in etwa 15 Euro wert. Der kleinste Schein mit 10 Turgut zählt stolze 0,5 EuroCENT. Man hat also einen sehr dicken Geldbündel bei sich, wenn man z.b. 100 Euro tauscht.

 

Es ist Samstag und das ganze Dorf schläft noch, als wir uns bei wieder strahlendem Himmel auf den Weg machen. Durch einmalige Landschaft geht es auf und ab, aber tendenziell bergauf. HInter einem Hügel sehen wir die lokale „Müllsammelstelle“: ein umzäunter Bereich in dem sämtlicher Müll abgeladen wird und dann einfach der Natur, mit Sonne und Wind überlassen wird.

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Bei einem der best erhaltensten Steinkreise aus der Bronzezeit machen wir halt und schauen uns ihn genauer an.

 

Gut, dass dieser hier nicht im Lonely Planet steht und wir ihn somit, im Gegensatz zu den anderen wenigen Touri-Hotspots im Land, ganz für uns alleine haben. Liegt ja auch viel zu abgelegen hier, um es für Touristen interessant zu machen. Hat also durchaus seinen Vorteil, sich hier durchs Gebirge zu kämpfen ;-) .

Bis zum Pass müssen wir nur durch einen leicht vereisten Fluss –

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zum Glück lässt er sich durchradeln. Aufgrund der breite es Flusses haben wir aber angst  unsere Schuhe nass zu machen, daher müssen wieder die Sandalen her.

 

Auch so automatisch gewordenen Handgriffe können zu nerven beginnen. Ebenso das ständige an- aus-an-aus- anziehen aufgrund des Wechsel von viel-nochmehr-viel, Gegen-oder Rückenwind sowie dem Anstrengungslevel beim bergauf- und abfahren.

 

 

In den wenigen Tagen die wir hier offroad unterwegs sind, mussten wir uns gegenseitig schon viiiiiiiel öfter vor Glasscherben warnen als in den gesamten 14 Monaten Südamerika. Kein Witz!! Es vergeht kein Kilometer in dem man nicht mindestens eine, meist zerbrochene, Wodkaflasche sieht. Oft aber sind es dutzende. Wenn man bedenkt wie wenig besiedelt das Land ist, man ja immer nur eine der vielen Fahrspuren befährt, kann man wohl ohne bedenken auf ein Alkoholproblem hier schließen.

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Die folgenden Flüsse machen sogar mal richtig Spaß. Tempelhüpfen mal anders.

 

Wir erfreuen uns so sehr, dass heute die Sonne scheint und die Flüsse uns nicht in die Knie zwingen, dass sogar diese Steine auf den letzten 2 Kilometer rauf zum Pass uns strahlen lassen.

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Es ist der erste richtige Pass den Sabrina hier erradelt und nicht erschiebt

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– es besteht also durchaus Hoffnung bezüglich ihrer Kondition. Die 3-fach Ovooumrundung mit Steinablage ist für uns zum Dank immer selbstverständlich.

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Auf der anderen Seite erwarten uns natürlich auch die riesige Steine auf der Piste. Sowas von mühsam zu fahren.

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Wir füllen all unsere Flaschen auf, und wegen Sabrinas Bauchgefühl auch zusätzlich lieber noch eine unserer 2 Liter Wasserblasen. Es kommt schon einem Verzweiflungsakt nahe, wenn man glaubt, dass man in einer kleinen Mulde wirklich windgeschützt ist,

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aber irgendwo müssen wir eine Essenspause einlegen.

Scheinbar endlos, aber wunderschön, folgen wir einem Fluss in einem ziemlich schmalen Tal.

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Stellenweise ist es schon fast richtig kitschig, so schön ist es.Wir beobachten wie ein Nomade jagt auf Murmeltiere macht.

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Es tauchen auch immer wieder mal Gers auf, die meisten aber nicht auf der richtigen Flussseite. Als dann mal eines direkt neben unserem Weg steht, versuchen wir mit Karte und Geste heraus zu finden, ob denn noch andere Gers auf den nächsten 10 Kilometern kommen – denn mehr schaffen wir heute definitiv nicht. Nach langem hin und her fällt der Groschen bei einem der Herren und er versteht was wir meinen. Ja, es kommen noch genügend Gers entlang unserer Route und mit der Aussicht heute nicht mehr lange radeln zu müssen, nehmen wir dankend die Einladung ins Ger an. Obwohl es dank der Sonne heute „erträglich kalt“ war, ist der Milchtee natürlich wieder eine wohltat. Und obwohl gestern am Pausentag unsere Kalorienzufuhr wahrscheinlich dem 3fachen unserer sonstigen entsprach, kommen wir aus dem Schwärmen nicht heraus, als uns auf einem dicken Keks eine noch dickere Schicht frische Sahne gereicht wird.

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So gestärkt radeln wir weiter bis wir entschließen, dass es für heute reicht. Bei dem Ger unserer Wahl werden wir wieder sehr freundlich empfangen und sofort hinein gebeten. Nach Abenden mit viel Skepsis macht es jetzt wieder einen Heidenspaß Informationen auszutauschen. Der Herr des Hauses nimmt die Handyapp dankend an und fragt uns über Beruf, Name, Stadt, Familie, … aus. Immer wieder spannend wieviel Wissensvermittlung und Konversation man doch mit ein paar wenigen Worten betreiben kann. Für den restlichen Abend sind wir das abendliche Unterhaltungsprogramm für die gesamte Familie. Die Brüder aus dem Nachbarger schauen uns beim Zeltaufbau zu,

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die Dame des Hauses kostet skeptisch unsere getrocknete Feigen, die Kinder und der Vater sitzen schon fast bei uns im Zelt, als wir unser Nachtmahl beginnen zu essen.

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Sie starren uns so lange an bis die letzte Nudel verdrückt ist. Gekostet haben alle drei, aber bis auf den kleinen Jungen hat es wohl niemanden geschmeckt. Das Mädchen begleitet Sabrina zum Fluss um den Topf auszuwaschen und beobachtet jeden Handgriff. Schweigend liegen wir danach im Zelt. Wir brauchen nichts zu sagen, wir denken wohl beide gerade dasselbe: Der heutige Tag hat den vorgestrigen so was von wieder gut gemacht. Unsere kleine Radlerwelt ist wieder in Ordnung!

 

Eine kalte Nacht mit paar Grad unter Null und endloses Hundegebell. Wir sind gerädert als wir in der Früh aufbrechen und uns mit einem immer noch holprigen „ Danke“ auf Mongolisch verabschieden. Diese Sprache ist unserer Meinung nach nicht erlernbar, bzw. für uns deutschsprachigen Menschen nicht aussprechbar.

Unsere Müdigkeit ist schnell dahin, denn wir werden von einer Bilderbuchlandschaft abgelenkt. 9 Grad Höchsttemperatur kriegt es im Laufe des Tages, wir kommen schon fast ins Schwitzen. Noch skurriler ist aber heute, dass über jeden noch so kleinen Bach eine Brücke führt. Einfach nur wundern und sich freuen. Der immer noch von Steinen gepflasterte Weg bremst uns enorm, trotz bergab fahren. Die unzähligen Fotostopps ebenso.

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So zieht sich dieser Vormittag ordentlich in die Länge. Retour zum Fluss geht es für dutzende Kilometer gut dahin. Wir kommen so gut voran wie schon lange nicht mehr. Kein Wunder, wir haben Rückenwind und die nervtötenden, ausbremsenden Steine der letzten 40 Kilometer sind auch endlich vorbei. Die Hügel nehmen neue Farben an, der Fluss schlängelt sich schön dahin, wir können nebeneinander fahren und endlich wieder plaudern.

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Kurz vorm Ende des zweiten Anstieges werden wir zu einem Ger gerufen. Mittlerweile ist uns so heiß, dass wir am liebsten was Erfrischendes hätten – aber natürlich nehmen wir den Milchtee wieder dankend an. Wir wollen nicht unhöflich sein, wissen aber nicht so recht wie wir uns wieder verabschieden und auf die Weiterfahrt machen sollen. Aber nach der zweiten Schale Milchtee brechen wir wieder auf,nicht ohne endlich einmal die schönen Türen von einem Ger abzulichten.

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Oben angekommen, kein Ovoo gleicht dem anderen,

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können wir zum zweiten Mal auf unserer Reise das Mittagessen genießen. Es ist warm, der Wind hier oben nur mäßig stark, die Aussicht wunderschön. Seelenbalsam pur. Das brauchen wir auch, denn im nächsten Tal machen wir einen 90Grad Schwenker und stehen mitten im Gegenwind. Die Bäume am Fluss wirken abgestorben, die Berghänge sind brüchig. Eine bizarre Landschaft. Morgen sollten wir es bis zur nächsten Stadt schaffen, daher legen wir noch ein paar Kilometer drauf. Tja, es soll auch so was wie Kommunikationsprobleme geben wenn man dieselbe Sprache spricht, denn wir hängen bald in der nächsten Steigung drinnen und das war definitiv für heute nicht mehr geplant. In einer Steigung gibt es keine Gers und auch keine Ebene fürs Zelt. Der Weg entfernt sich immer weiter vom Fluss weg und aus Erfahrung der letzten Tage wissen wir, dass sich Nomaden bevorzugt an Flüssen ansiedeln. Aber auf der nächsten größeren Ebene haben sich doch ein paar angesiedelt und so holpern wir einen Kilometer querfeldein. Bei unserer Ankunft werden wir bereits erwartet. Vier Gers nebeneinander und dazwischen unser Zelt – was für ein Anblick.

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Die Herren sind extrem interessiert, lassen sich alles zeigen und „erklären“,

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packen mit an und verschwinden dann.

Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen, das glitzernde Gras und die Tatsache, dass wir im Freien abends sitzen können. Das wird ausgiebigst zum Tagebuchschreiben und essen genutzt.

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Sabrina liegt bereits im Zelt, der Tag mit knapp 100 km war eindeutig zu lange, als Wolfi als Hirte eingesetzt wird. Das Spektakel kann man sich nicht entgehen lassen und so kriecht sie auch noch mal raus.

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Die Frau muss noch schnell zum Ziegenmelken, also werden wir nach getaner Arbeit von den Herren ins Ger

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auf Ayrak, Kefir und Wodka  eingeladen – alles selbst hergestellt, zum Teil in diesen Tonnen.

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Die Gläser werden reihum gereicht, der getrocknete „Käse“ darf natürlich auch nicht fehlen

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und dann verschwinden die Männer alle in ihr Ger. Wir werden zum Babysitten zurück gelassen und hoffen inständig, dass das Kind friedlich weiter schläft.

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Wir selbst schlafen auf den Hockern auch schon fast ein, als endlich die Mutter wieder retour kommt. Erschöpft kriechen wir in unser Zelt.

 

Trotz der ganzen Übung der letzten Tage, die Notdurft in der Früh ohne jeglichen Sichtschutz auf einer endlosen Ebene zu verrichten, kostet es nach wie vor enorm viel Überwindung.

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Am Anfang unserer Tour gab es noch Sichtschutz, denn dort kamen ja ca 8 Autos pro Tag vorbei. Hier aber, im Khangaigebirge, kreuzen oftmals weniger als 2 pro Tag unseren Weg – kein Wunder, dass man hier also keinen Sichtschutz braucht ;-)

Retour am Weg haben wir es nicht mehr weit bis wir auf Asphalt treffen. Here we are. Wir schmecken schon den Kuchen der uns in der empfohlenen Unterkunft erwarten soll. Aber man soll sich ja nicht zu früh freuen. Ein kleiner Pass mit 500 hm Differenz steht noch vor der Stadteinfahrt am Programm und dieser ist auf den ganzen 6 Kilometern Steigung noch nicht asphaltiert. Eigentlich kein Hindernis für uns, wären da nicht unzählige Schlaglöcher, Straßenbaumaschinen, welche gerade dabei sind die marode Straße zu planieren und für Hauptstraßen typischer PKW und LKW Verkehr welche uns den Aufstieg deutlich erschweren. Die Leckerei will hart erarbeitet werden. Haben wir den Ovoo einmal passiert, rollen wir auf grobem Schotter bis zur Asphaltgrenze kurz nach Mittag in die Stadt Charachorin ein,

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wo wir unseren Weg zum Fairfield Guesthouse finden. Nicht gerade das günstigste in der Kleinstadt, aber es hat eine warme Dusche, eine Heizung die abends aktiviert wird und richtigen Kaffee. Wir finden den Luxus haben wir uns nach den letzten Tagen definitiv verdient. Ebenso ein Besuch im koreanischen Restaurant

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und täglich 2 Stück Kuchen pro Person.

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Der Chef des Hauses kommt aus Australien und lebt seit nun 10 Jahren hier. Er selbst ist ebenfalls leidenschaftlicher Offroadradfahrer und kennt sich in der Gegend bestens aus. Er gratuliert uns zu unserer Leistung der letzten Tage durch das Khangaigebirge – er hätte von den wenigen Radlern die diese Route fahren, schon etliche von dort aufgrund verschiedenster Gründe rausholen müssen. Na darauf gibt’s gleich noch einmal eine Portion Karottenkuchen ;-)

 

Letzter Teil der Triologie folgt ….

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