Kaffee und Gastfreundschaft gegen Aprilwetter

Kladovo – Istanbul

1.4. – 15.4. davon 11 1/2 Tage am Rad

Km ges. 2 135km

Hm hinauf ges. 12 700hm

Route / GPS Daten: hier klicken

Unsere Essenstasche wird bis zum Anschlag gefüllt, auch dieses Mal ist Widersprache zwecklos. Sogar ein Glas selbstgemachtes Ayvar und die letzten 3 Stück Torte müssen laut Susi Platz finden. Aber nicht nur unsere Taschen sind schwerer, auch wir haben das Gefühl zugenommen zu haben, so gut sind wir versorgt worden.

„ Kinder, Essen ist fertig“

„ Guten Morgen Kinder, ich richte das Frühstück“

„ Kinder, gehen wir Eis essen?“

„ Kinder, bitte esst noch ein Ei, bitte“

2 Tage die sich angefühlt haben wie eine Woche Urlaub. Wie eine Woche All-Inklusive-Urlaub in einem Familienverband. Für 3 Nächte adoptiert worden. Besser können wir die Zeit mit Obrad und Susi nicht beschreiben.

Vielen vielen Dank noch einmal für die tolle Zeit und die Rundumversorgung!

Fast bis zur bulgarischen Grenze geht es heute auf einem unbefestigten, kleinen Weg an der Donau entlang. Wenn wir durch Dörfer kommen zeigt sich ein uns ein bereits bekanntes Bild: in Serbien klebt man an Strom/Lichtmasten die Partezettel von Verstorbenen.

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Manche sind regelrecht zugeklebt von oben bis unten. Aber nicht nur an Strommasten wird kundgetan, dass jemand verstorben ist, auch am Wegesrand trifft man immer wieder auf die Mahnmale bzw. Gedenktafeln von Autounfällen. Immer mit Bild, oftmals schön geschmückt. So viele Tafeln am Straßenrand wie in Serbien haben wir sonst noch nirgendwo gesehen. Wir wissen nicht ob es daran liegt, dass es besonders viele Verkehrstote gibt, oder, dass Serben einfach mehr Gedenktafeln aufstellen. Wir als Radfahrer fühlen uns einigermaßen beachtet von den Autofahrern. 0.0 ist übrigens die Promillegrenze hier.

Der Grenzübergang nach Bulgarien ist klein, sehr klein. Umgeben von Dickicht und Wald. Direkt an der Grenze zeigt Serbien noch einmal was es kann: freundlich, offen und humorvoll, so wie wir das Land und Leute kennengelernt haben.

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“ Du verlässt Serbien. Weine nicht weil es vorbei ist, lächle weil es passiert ist. Wir wünschen deinem Fahrrad immer Luft in den Reifen und die Kette immer bereit ist, deine Träume auf Straßen und Wege zu übertragen. Hab ein schönes rollen im schönen Bulgarien ;-) . “

Wir rollen nach Bulgarien und somit wieder auf dem Boden der EU. Unsere restlichen serbischen Dinar will die offizielle Wechselbude nicht haben – sie tauscht nur Euro gegen bulgarische Lew . Na toll. So sind wir also genötigt in die nächste Stadt zu fahren um zu hoffen, dass wir dort fündig werden. Widin hat dann unerwartet doch Charme, vor allem mit ihren vielen Parks und der Promenade an der Donau.

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Bleiben wollen wir aber nicht und finden nach mehrmaligen Fragen doch noch eine Wechselstube die unser serbisches Geld in bulgarisches umwechselt. Die Wasserflaschen wieder voll, machen wir uns auf den Weg einen Platz für unser Zelt zu finden. Vorbei an einer der dutzenden verfallenen Fabriken verlassen wir die Stadt.

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Obwohl bis zum Sonnenuntergang noch etwas Zeit wäre, schlagen wir keine 8 km hinter der Stadtgrenze zu, als wir einen Feldweg sehen.

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Also schaffen wir es doch auch mal in Ruhe einen Wildcampingabend zu verbringen, wer hätte das gedacht.

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In der Früh kommt ein Bauer vorbei, schaut etwas irritiert, grüßt und fährt weiter. So auch wir, als alles getrocknet und verstaut ist. Die Hauptstraße lassen wir hinter uns und rollen gemütlich dahin. Was sehen unsere Augen denn da?? Radler mit Packtaschen. Mat und Marisa aus Australien auf Europatour nachdem sie 3 Monate in SüdOstAsien waren. Sie fahren unsere Traumräder, wenn auch um das Dreifache schwerer bepackt als wir. Irgendwann, wenn wir mal groß sind, dann kaufen wir uns diese Räder. Aber nicht nur deshalb unterhalten wir uns köstlich mit ihnen. Über eine Stunde stehen wir am Straßenrand, lachen, staunen, tauschen uns aus, …. .

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Es gibt Menschen auf die trifft man und man hat das Gefühl es sind alte Freunde. 5 Mal sagen wir schon „Save travel“, und beginnen dann erneut ein Gespräch. Sie sind von Istanbul nach Bulgarien und von dort fast vom Donaudelta an, an der Donau unterwegs. Wir haben aber unsere Pause in Kladovo genutzt um unsere Route durch Bulgarien zu planen. Adieu Mat und Marisa und gleichzeitig Adieu Donau!!! Wir wollen nicht bis zur Türkei warten um in die Berge zu kommen und haben daher eine Route durch die Berge gewählt. Schluss mit Ebene, hallo Steigung!

Im diesigen Licht können wir in der Ferne schneebedeckte Berge erkennen. Allein der Anblick reicht aus um unser Herz schneller und das Gute-Laune Barometer nach oben schnellen zu lassen.

Heute aber stehen nur 2 kleine Bergketten mit vielen kleinen Dörfern

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am Programm. Wir stoppen für Kaffee

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und abgepackter Süßspeise und schaffen es auch so wieder auf über 100km. Alles beim Alten also, auch was die späte Zeltplatzwahl betrifft. Wir schieben unsere Räder schon seit geraumer Zeit durch einen Waldabschnitt, aber entweder ist es sumpfig oder mit spitzen Ästen übersät, mit Dornen überzogen oder aber vom Dorf einsichtig. Wir wollen schon fast umdrehen und im Dorf fragen, als wir diesen Traumplatz finden.

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Im Schein der Stirnlampe essen wir zu Abend und im Schein der ersten Sonnenstrahlen

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frühstücken wir an diesem kitschigen Fluss.

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Obwohl es gestern Abend wieder „spät“ wurde, lagen wir noch lange wach und haben unsere Karten studiert. Sabrina hat eine Straße gefunden die sich so schön windet, neben einem Fluss entlang geht, sieht einfach so schön aus auf der Karte. Also planen wir wieder um und radeln somit 3 Pässe, statt einem. Oder statt keinem, wenn wir weiter im Westen Richtung Istanbul abbiegen würden.

Die neue Planung hat nur einen Hacken – der erste Pass steht heute am Programm und das wahrscheinlich am Nachmittag. Da es die erste ernstzunehmende Steigung ist, hat vor allem Sabrina etwas Bedenken da dann noch fit zu sein. Und als wäre das nicht schon genug, verfahren wir uns in der Früh. Sabrina kann es so gar nicht leiden Strecken doppelt zu fahren, vor allem wenn es wegen einem Navigationsfehler passiert. Die Stimmung ist schon seit dem losfahren in der Früh etwas gereizt und dann auch noch das. Aber für genau solche Situationen hat Sabrina von einer ihrer besten Freundinnen einen Umschlag mit vielen Weisheiten mit auf den Weg bekommen. Und es funktioniert. Der Spruch den sie zieht, bringt sie umgehend zum Lachen.

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Wir danken dir beide Squiral – you saved our day ;-) !! So kann es also in Richtung Berge gehen.

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Als wir um 15:30 am Fuße des Passes stehen haben wir also 20 km mehr am Tacho als eigentlich notwendig und sind noch später dran für den Pass als gedacht. Bisschen Zucker zuführen und mit einer riesigen Vorfreude machen wir uns an die Arbeit nach oben. Keine Ahnung was bergauffahren mit uns macht, aber wir strahlen auf Anhieb.

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Die Steigung ist sehr gnädig,

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es ist kein Verkehr, die Umgebung hat irgendwie seinen Reiz und so erstrampeln wir Höhenmeter für Höhenmeter und kommen gut gelaunt und nicht erschöpft oben an. Eigentlich freuen wir uns auf den Downhill, aber den verschieben wir auf morgen, denn wir entscheiden spontan heute nicht mehr hinunter zum Fluss zu wollen und hinein in ein schmales Tal. Dort einen Platz zu finden wird schwer und feucht-kalt ist es sicher auch. Im einzigen Dorf auf der Abfahrt verweisen uns zwei verschiedene Leute auf die Wiese hinter der verfallenen Schule, also machen wir es uns dort gemütlich.

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In der Früh schließen wir uns der Pensionistenrunde am Dorfplatz an, inkl. wie so oft sichtbareren „Erinnerungen“ an frühere Zeiten, und kaufen uns Kaffee zu unserem Müslifrühstück.

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Am Ende sind es zwei pro Person. 3 Tage sind wir bereits in Bulgarien und merken erst jetzt, dass wir aufgrund einer anderen Zeitzone unsere Uhren vorstellen müssen. Unser Tag wird vom Sonnenstand dirigiert. Zeit ist also relativ.

Gut eingepackt in alle Schichten rasen wir dann ins Tal hinunter und verbringen die nächsten 20 km staunend.

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Ja, die Straße und ihre Umgebung sah nicht nur auf der Karte gut aus,

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auch in Wirklichkeit begeistern sie uns. Gute Wahl!

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Bulgaren sind regelrecht Kaffee-narrisch. In jedem größerem Dorf, vor jeder Fabrik, in jeder Stadt sieht man Kaffeeautomaten im Freien stehen.

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Wir bevorzugen da lieber den frisch zubereiteten, vor allem wenn der nächste kleine Pass bevor steht. Die Straße existiert auf unserer Papierkarte nicht, aber maps.me kennt sie, also sind wir guter Dinge. Wunderschön schlängelt sie sich zwischen den niedrigen Bergen hin. Seit gestern werden unsere Augen mit grüner Landschaft verwöhnt und wir finden, dass bulgarische Dörfer ein wenig toskanischen Flair verströmen. Wohl gemerkt, aus der Ferne betrachtet.

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So auch dieses Dorf, über dessen steile Straße wir noch Witze machen, kurz darauf uns das Lachen aber vergeht, als wir uns auf selbiger wiederfinden. Fahren unmöglich. Schieben anstrengend.

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Die Straße wird immer schmäler und ist als solche bald nicht mehr zu definieren.

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Es geht durch einen Wald hindurch,

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hier und da erhaschen wir einen Blick ins Tal, es schlängelt sich weiter bergauf, immer wieder mit steilen Passagen.

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Was für ein schöner Tag. Oben angekommen eröffnet sich eine große Ebene und wir sausen durch ein paar kleine Dörfer hinunter.

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Wir rollen nach Botewgrad hinein und genehmigen uns Kaffee Nummer 4 für heute. Im Gegensatz zu Daheim, trinken wir den Mokka wie hier üblich immer mit Zucker – auch so kommen wir also zu den ein oder anderen Kalorien. Die Zeit verrinnt mit Einkaufen, Route checken, Wasser auffüllen und einfach die Beine lang machen in der Sonne. Wir lassen uns gerne Zeit, denn wir haben bereits einen Wildcampingplatz nur knapp außerhalb der Stadt ins Auge gefasst. Auf der Karte zeigt sich eine langgezogenen Ebene, mit vielen Wanderwegen, ein Fluss und bewaldet ist es ebenfalls– beste Voraussetzungen also um etwas zu finden. In der Theorie. In der Praxis ist es aber eine einzige Aneinanderreihung von Weideflächen. Eingezäunt, mit Kühen bestückt und alles andere als sichtgeschützt. Und jetzt?? Wir fahren mehrmals auf und ab, biegen auf den wenigen nicht abgesperrten Wegen ab, aber nichts passt. Vor uns geht es bereits hinauf zum nächsten Pass also auch eher keine Option. Aus der Ferne sehen wir ein Haus. Fragen kostet bekanntlich ja nichts. Wir rollen den steilen Weg hinunter und werden typisch bulgarisch empfangen. Man sieht uns an und bearbeitet weiter den Garten. So geht es uns seit der Grenze. Die Menschen hier sind extrem zurückhaltend. Wenn mal jemand nickt wenn wir ihn grüßen, dann freuen wir uns schon darüber. Meistens wird nur gestarrt oder ignoriert. So auch jetzt. Umso mehr lächeln wir und halten ihnen einen Screenshot von google-translate hin, auf dem wir fragen ob sie uns helfen können und evtl. einen sicheren Platz für unser Zelt hätten. Das wir nichts brauchen weil wir alles mithaben und morgen in der Früh wieder weiterfahren. Die Frau dreht sich zu ihrem Mann um, beide nicken, lachen uns an und bitten uns in ihren Garten. Was sind wir dankbar. Wahrscheinlich sieht man es uns an, denn die Stimmung lockert sich und beide tauen förmlich auf. Sie sind gerade dabei neue Weinstöcke zu setzen – helfen nicht erlaubt, wir sollen uns einfach setzen und entspannen. Nichts tun geht nicht, also erfragen wir wo wir denn unser Zelt aufstellen dürfen. Als wir gerade damit beginnen kommt die Frau wieder und zerrt uns ins Haus. Der Mann feuert gerade den Kochofen an und mit viel lachen, Gesten und noch mehr lachen weil keiner keinen versteht, eröffnet sie uns, dass beide wieder in die Stadt fahren und wir im Häuschen schlafen sollen. Jetzt gestikulieren auch wir, denn das wollen wir nicht. Wozu, wir haben unser Zelt, einen Garten, einen Wachhund ;-) , also alles bestens. Jetzt schaltet sich auch ihr Mann ins Gespräch ein. Keinen Strom haben sie, dafür entschuldigen sie sich mehrmals. Aber auch er ist vehement. Er kommt morgen früh wieder und wünscht uns eine Gute Nacht.

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Keine 15 Minuten nach dem wir sie angesprochen haben sind sie weg und wir stehen in ihrem kleinen, feinen Pressspanplattenhaus. Wie soll man mit soviel Großzügigkeit und Vertrauen umgehen?? Wir wissen es nicht, sind sprachlos und gerührt. Der einzige Nachbar kommt auch vorbei und zeigt uns seinen ganzen Stolz: seine Friesenstute Fiona. Die Verständigung mit ihm ist noch holpriger und wir verabschieden uns. Keine 30 Minuten später torkelt er sturzbetrunken im Dunkeln bei uns herein. Er hat gekocht, wir haben schon gegessen, aber er packt uns einfach und schleppt uns mit. Also sitzen wir brav auf seinem Sofa, trinken mit ihm Hanfschnaps und essen panierten Fisch und Pommes mit Schafskäse.

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Schmeckt wirklich gut! Er hat bereits sichtlich schwer mühe sich noch auf den Beinen zu halten, aber amüsiert sich köstlich darüber, dass wir ihn nicht verstehen können, obwohl er ja immer wieder die selben Wörter wiederholt. Was für ein skurriler, intensiver Tag das doch war.

Tief in unseren Taschen finden wir zum Glück noch eine Tafel Schokolade und eine Packung Kekse. Diese und jeweils eine unserer Vielen Dank – Visitenkarten mit persönlichen Worten auf der Rückseite überreichen wir dem Hausbesitzer und seinem Nachbarn in der Früh. Immer noch den Eindrücken von gestern nachhängend biegen wir ab auf unseren letzten kleinen Pass und strampeln ihn hoch. Eisiger Wind weht uns entgegen.

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Die Jacke wird schon seit Tagen nicht mehr eingepackt, sondern wenn nur aufs Rad gebunden. Kaum hört man auf sich zu bewegen wird es nämlich noch kälter. In den Nächten haben wir Minusgrade, in der Früh meist um die 5 Grad, tagsüber nicht über 15… es wird Zeit, dass es endlich wärmer wird.

Die Steigung ist anstrengend, wir kommen ins schwitzen. Das macht die Kälte und die Wahl welche Schichten man an oder auszieht auch nicht leichter.

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Heute begegnen uns nur 4 Autos auf der gesamten Fahrt nach oben – ja, unsere drei gewählten Pässe waren genau nach unserem Geschmack – so gut wie für uns alleine.

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Wir kommen in das nächste Tal mit Fluss. Jetzt ist wieder alles extrem trocken,

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kaum etwas grünes um uns herum. Schon in Serbien haben wir gehört, dass es dieses Jahr noch kein einziges Mal geregnet hat. Das sieht man der Landschaft auch leider an. Wir finden es so schön am Fluss, dass wir gemütlich dahinrollen und im letzten Dorf bevor wir abbiegen uns entschließen Schluss für heute zu machen. Wir plündern noch den kleinen Minikiosk im Dorf und rollen ein paar Kilometer bewusst in die falsche Richtung. Not macht wohl erfinderisch, anders können wir diese Lösung von Straßenlöchern nicht bezeichnen.

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Heute haben wir aber Glück: Fluss, ebene Fläche und Wald auf der Karte zeigen sich auch in Wahrheit als Traumplätzchen.

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Uns gefällt Bulgarien immer mehr, auch wenn man mit den Menschen hier eindeutig erst warm werden muss ( manche Radler berichten, dass sie sich unsicher gefühlt hätten, gar keinen Kontakt herstellen konnten, einfach nur schnell durch wollten, … so geht es uns zum Glück nicht). Auch wir waren anfangs skeptisch was uns in diesem sehr armen Land das zur EU gehört erwarten wird.

Tierisch viel los ist in der Früh als wir wieder durch das selbe Dorf von gestern abend rollen.

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Berg hinauf, Berg hinunter, Burekpause in einer Stadt, hügelig weiter, schlechter Asphalt … wir haben das Gefühl wir kommen nicht voran. Ausgerechnet heute, wo wir bei einem Couchsurfer in Plovdiv erwartet werden. Knapp 100 km stehen am Programm und zu Mittag haben wir gerade mal 35 davon geschafft. So wird das nie was. Cola und die Tatsache, dass es flacher wird, der Asphalt wieder besser rollt, lassen uns dann doch noch Geschwindigkeit aufbauen und wir kommen der europäischen Kulturhauptstadt 2019 immer näher. Kurz davor stoppen wir noch einmal für eine Essenspause und lassen, da unerwartet sich doch die Sonne zeigt, unser Zelt trocknen.

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In den Dörfern sieht man meist nur Männer. Stets trinkend sitzen sie vor dem einzigen Minikiosk im Dorf.

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Was man ebenfalls überall sieht, ist der Hinweis dass man links und/oder rechts schauen soll wenn man die Straße überquert.

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Für uns geht es dann hinein in die Stadt, direkt in die Altstadt und wir verlieben uns auf Anhieb. Was für süße Gassen, was für schicke Cafes, was für eine tolle Atmosphäre.

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Es bezieht sich zwar nur auf einen kleinen Teil der Stadt, den Kapana-Teil, aber so hipster er auch wirkt,

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wir fühlen uns wohl.

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Also mal ein Bier und dann ab zum Couchsurfer. George kommt erst morgen, seine Tochter Anita lässt uns rein und uns erwartet ein komplettes Studio nur für uns.

Über eine Stunde suchen wir nach Frühstück und geben am Ende auf. Wir finden ein Kaffee welches uns anbietet dass wir Essen mitnehmen, also kaufen wir Burek und in der einzigen Bäckerei die wir finden Croissants und machen es uns im Kaffee gemütlich. Happy Birthday Sabrina!!!

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Ansonsten ist der Tag eher weniger ein Geburtstag als viel mehr ein typischer Rad“freier“ Tag. Der Blog will geschrieben werden, die Route von der bulgarischen Grenze bis Istanbul lässt unsere Köpfe stundenlang rauchen,

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die Wäsche wird händisch gewaschen, … einzig die netten Cafes als Umgebung für die Büroarbeit lassen ein wenig Gemütlichkeit und Feierstimmung aufkommen. Zwischendurch vertreten wir uns in Regenpausen die Beine in der schönen Altstadt.

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Viele liebe Gässchen,

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schöne alte Häuser

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und historische Gebäude

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geben sich ein stell dich ein. Wir können die Stadt nur wärmstens empfehlen.

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Abends treffen wir uns mit George und gehen köstlich essen.

Da die nächsten Tage unbeständig werden sollen und wir finden, dass die Stadt vor allem wenn man draußen sitzen kann seinen Flair hat, beschließen wir weiterzufahren und lieber mehr Tage in Istanbul zu verbringen um mal länger am Stück zu entspannen.

Die ersten 35km fahren wir einer Hauptstraße entlang. So gut wie alle Berichte die wir gefunden haben folgen dieser Straße bis zur Grenze in die Türkei – also 2 Tage lang. Uns reichen 2 Stunden und wir biegen ab. Wir tauschen lieber Asphalt gegen Schotter,

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Ebene gegen ein paar Höhenmeter, Durchfahrtshauptstraßen-LKW Dörfer gegen authentische Dörfer.

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Jedes Dorf ist anders. Während das eine Dorf kaum ein Haus mit verputzter Fassade hat, viele völlig unbewohnbar aussehen und die Menschen uns mit Eselskarren entgegen kommen, so fahren wir auch durch Dörfer mit großen betonierten Hauptplätzen inkl. überdimensionaler bulgarischer Flagge und süßen Vorgärten. Neben Brunnen die so gut wie jedes Dorf hat, gibt es auch meist einen Minikiosk. Manchmal muss es Zucker in jeglicher verfügbaren Form sein. Kaffee mit Zucker, richtiges Cola und ein Schokoriegel geben selbst nach vielen Hügeln nochmal Kraft.

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Auch heute finden wir einen wunderschönen Platz an einem kleinen Teich. Das Fröschgequake ist zwar extrem laut, aber es ist so idyllisch hier, dass wir bleiben wollen. Mit dem Zeltaufbau warten wir noch, falls sich aus dem nahegelegenen Dorf doch noch jemand hierher verirrt. Es ist so idyllisch und wir tiefenentspannt, dass wir das drohende Gewitter kurz vor uns erst merken als uns ein Blitz und der fast direkt darauf folgende Donner zusammenzucken lassen. Jetzt aber flott.

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Typisch für ein Gewitter zieht ein starker Wind auf. Das Zelt muss stehen, das hat Priorität. Alles schnell drunter und hoffen dass die Nudeln in der Zwischenzeit einigermaßen aldente werden. Punktlandung nennt man das wohl. Denn wir schließen mit den ersten Regentropfen unser Zelt und Essen zu Abend als über uns die Welt untergeht. Innerhalb von wenigen Sekunden rinnen kleine Bäche neben unserem Zelt entlang. Es stürmt so stark, dass Sprühregen es bis auf den Mash-anteil unseres Innenzeltes schafft. Die Blitze erhellen unser Zelt. Der Spuk dauert ganz schön lange und wiederholt sich immer wieder. Irgendwann ist aber wieder das Froschkonzert zu hören und der Starkregen hat sich in leichten Regen reduziert.

Dieser klopft auch in der Früh immer noch auf unser Zelt. Wir beginnen aber langsam uns fertig zu machen – hilft ja nichts. Bisschen wie Marsmännchen kommen wir uns schon vor so komplett eingepackt in unser Regenoutfit, aber was soll’s.

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Die Umfahrungsmöglichkeiten haben leider ein Ende und wir müssen wieder retour auf die Hauptstraße. Allmählich lockert es auf und genau als wir die Grenze nach Griechenland überqueren drängt sich die Sonne durch die Wolken.

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Kurz zumindest. Zirka 45km werden wir nur in Griechenland unterwegs sein. Aber es hat zwei Gründe: erstens kann man so wieder runter von der Hauptstraße und zweitens hat man die Chance auf gutes griechisches Essen. Noch schnell die letzten Lew in Euro wechseln und weiter geht’s. So stoppen wir in einem Dorf auf griechischen Kaffee und werden sogleich darauf eingeladen, weil der Chef kein Wechselgeld hat. Wir wollen weiter von Dorf zu Dorf, haupsache weg won der Hauptstraße, aber die vermeintliche Brücke entpuppt sich als Wasserfahrt.

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Hätten wir jetzt Sommer würden wir unsere Sandalen anziehen und uns diesen Spaß geben, aber es ist immer noch frisch und so drehen wir halt wieder um. Im Gegensatz zur Mongolei haben wir hier eine Ausweichroute. Kurz darauf ereilt uns ein Hagelschauer der im Gesicht schmerzt, aber unsere Stimmung nicht trüben kann. Aprilwetter eben. Froh sind wir trotzdem als wird das Grenzdorf Kastanias erreichen und uns für einen Kaffee niederlassen. Danach, richtig geraten, gehen wir Essen. Irgendwie haben wir in den letzten 2 Wochen ständig hunger. Wir verdrücken Portionen die nicht mehr normal sind und könnten ständig Snacks in uns hineinwerfen. So ist dieses Abendessen nach einer Packung Kekse und 2 gezuckerten Kaffees trotzdem ratz-fatz aufgegessen.

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Das Grenzdorf ist sehr gemütlich, alles wirkt irgendwie verschlafen, die Männer sitzen vor den Kaffees, die Hunde liegen im Park. Wir fühlen uns so wohl, dass wir unser Zelt einfach am Fluss aufstellen.

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In der Früh ist alles schnell verpackt und wir rollen die 2 km zur Grenze. Kaum auf türkischem Gebiet sieht man schon schwerbewaffnete Soldaten und Kameras wohin das Auge reicht. Wir werden aus der Autoschlange herausgewunken und müssen somit nicht ewig warten. Das E-Visum hat geklappt, wir bekommen unseren Stempel in den Pass und machen uns auf den Weg nach Edirne.

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Keine 10 km brauchen wir zu unserem Warmshower Host, also ist um 10 Uhr schon wieder Schluss und wir stehen unter einer warmen Dusche und dürfen unser eigenes Zimmer beziehen, bevor Serhat, der WG-Kollege von Özgür uns die Stadt zeigt. Auch hier süße Gassen mit kleinen, schmalen Häusern. Aber anders als in Bulgarien. Hier wuselt es nur so auf den Gassen, alles ist viel geschäftiger und doch entspannt. Wir bleiben einen Tag länger, besuchen die Moscheen,

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Essen und Trinken.

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Edirne hat kaum westlichen Touristen, wir fühlen uns wohl.

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Die Architektur, die Symmetrie und die Farben faszinieren uns immer wieder in Moscheen. Das wissen wir spätestens seit unserem Aufenthalt in Istanbul vor ein paar Jahren. Wir können Ewigkeiten in einer Moschee verweilen.

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Die Wettervorschau ist alles andere als erfreulich. Obwohl Özgür uns anbietet so lange bleiben zu können bis die Sonne wieder für mindestens eine Woche durchscheint, fahren wir wieder los. Die nächsten 10 Tage ist Regen angesagt, zum aussitzen also zu lange. Wir rollen bei bedeckten Himmel optimistisch mit Regenjacke zum Börekmann unseres Vertrauens um zu frühstücken

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und ziehen uns in der Backstube die Regenhose um – es hat in der Zwischenzeit zu regnen begonnen. Wir könnten von hier in 3 Tagen in Istanbul sein. Fernverkehrsstraße, immer gerade aus, hügelig, selten ein Pannenstreifen, gegen Ende eine 4 spurige Straße pro Richtung, … so die Berichte von Radreisenden. Für uns definitiv keine Option, daher biegen wir auf die D20 ab. Ergibt am Ende mehr Kilometer, dafür erhoffen wir uns aber weniger Verkehr. Bis zu unserem nächsten Warmshowerhost in Kirklareli passiert nichts spannendes. Es regnet, Pausen sind daher eher eingeschränkt möglich,

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der Wind kommt von schräg vorne, es ist mit 9 Grad ordentlich kalt, aber es ist hügelig, daher schwitzen wir, der Verkehr ist wirklich wenig und schwupps stehen wir wie begossene Pudel vor Alis Türe. Nach einem Monat ist mal wieder ein Haar- und Bartschnitt angesagt. Für 2.50EDuro perfekt.

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In der Früh regnet es wieder und wir radeln die ersten 35km bis zur nächsten Kleinstadt ab. Wir suchen Schutz unter einer Markise, als es an der Fensterscheibe klopft. Ein Mann deutet uns, dass wir die Räder hier parken und herein kommen sollen. Es ist ein typisches Teehaus in dem stets nur Männer sitzen. Ohne zu zögern wird der Platz am Fenster für uns freigemacht, sodass wir unsere Räder sehen können und uns an der Heizung wärmen und trocknen können. Der Cay wärmt dann auch noch von innen und auf den Toast werden wir eingeladen. Kein Wunder, dass wir nicht mehr gehen wollen und lieber dem Regen von herinnen beobachten.

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Aber da keine Besserung in Sicht ist, fahren wir weiter. Die Jacke ist feuchtkalt, ein ekliges und vor allem eisiges Gefühl. Aber der nächste Hügel lässt nicht lange auf sich warten und somit wird uns schnell wieder warm. Bis zur nächsten Abfahrt.

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24 km später gibt’s nur einen kleine Stärkung am Straßenrand

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und weiter geht’s. Der Bodenbelag aus kleinen Steinen erhöht den Rollwiderstand und macht uns somit noch langsamer.

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20 km später erreichen wir mit müden Beinen und ziemlich feuchter Kleidung die Stadt Saray. Aber es regnet seit 10 Minuten nicht mehr, was für eine Sensation. Jetzt muss was ordentliches zu Essen her. Wir schauen uns gerade um als uns ein Mann zuruft. Er kann ein wenig englisch und führt uns zu einem typischen Lokantasi – Restaurant,

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das wie eine Art Kantine funktioniert. Die wohlig Wärme in dem Raum lässt uns fast einschlafen, da hilft auch der türkische Kaffee nicht mehr viel. Der Himmel verspricht zumindest für die nächste Zeit dicht zu halten, daher beschließen wir noch weiter zu fahren. In einem Dorf können wir nur den Kopf schütteln. Man kann wohl nicht früh genug mit der Rekrutierung und unterschwelligen Beeinflussung beginnen. Früh übt sich, wer zum Militär will.

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Jetzt geht es hinein in ein Waldgebiet, da lässt die nächste Trinkwasserquelle nicht lange auf sich warten.

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Bisschen wie in der Achterbahn kommen wir uns vor: rauf, runter, rauf, runter. Keinen Meter geht es gerade aus. Nach über 100 km reicht es uns. Der Himmel verdunkelt sich schon wieder, daher rollen wir in das nächste Dorf , Aydinlar. Noch nicht einmal wirklich drinnen, stoppt uns eine Gruppe junger, fesch-gekleideter Leute. Der Jüngste spricht sehr gut englisch. Eine Box mit selbstgemachten Süßspeisen wandert in unseren Besitz. Perfekter Zeitpunkt; 2000 km zeigt der Tacho an.

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In der Dorfmitte fragen wir uns mit Händen und Füßen und dem guten Google die Männerrunde vor dem Minikiosk, ob es einen Unterstand oder ähnliches gibt,

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damit wir im trockenen unser Zelt aufbauen können. Nach nicht einmal 5 Minuten schieben wir heute zum zweiten Mal unsere Räder einem Mann hinterher. Dieser uns unbekannte Mensch lädt uns zwei dreckige und ihm ebenfalls fremde Menschen zu sich nach Hause ein, richtet das Gästezimmer her und heizt im Wohnzimmer den Ofen an. Wir sind hin und hergerissen zwischen Dankbarkeit und Überforderung. Die Dusche lehnen wir ab, wir möchten möglichst wenig Umstände bereiten. Nachdem die Dame des Hauses nach Hause gekommen ist, werden kurzerhand in ein Auto „gesteckt“ und in ein Restaurant gefahren. Bereits am Hinweg schüttet es wieder wie verrückt. Als wir bezahlen wollen hören wir, was wir seit unseren ersten Metern in der Türkei immer wieder hören wenn es darum geht, dass wir mit der Großzügigkeit nicht umgehen können: „Relax!!“. Leichter gesagt als getan. Zum Abschluss des Abends fahren wir noch auf Kaffee und Schokolade. „Relax!“

In der Früh dürfen wir das Haus nicht verlassen ohne nicht Gefrühstückt zu haben. Wir werden wieder in den einzigen beheizten Raum des Hauses, das große Wohnzimmer mit 3 großen Sofas gebeten und warten geduldig. Ein Decke wird in der Mitte ausgebreitet und ein reich gedeckter Tisch ins Zimmer getragen.

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„Türkische Gastfreundschaft“ übersetzt uns der Hausherr grinsend als wir uns mehrfach bedanken. Beide protestieren schon fast, als wir ihnen klar machen, dass wir trotz Regen uns wieder auf die Räder schwingen. Güle Güle Aydinlar!! (Auf Wiedersehen Aydinlar)

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Der Nebel hängt tief,

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oftmals beträgt die Sicht nur 50 Meter. Es geht noch eine Zeit lang im Wald dahin

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bevor wir für 30 km auf eine Hauptstraße müssen. Mit Pannenstreifen eigentlich ganz okay. Als wäre Regen nicht schon genug gibt es jetzt auch noch Gegenwind und der Regen steigert sich mehrmals hintereinander zu einem gewaltigen Platzregen. Das macht wirklich keinen Spaß mehr. Flach geht es auch hier nicht weiter.

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Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt endlich eine Brücke und somit die Möglichkeit im trockenen, wenn auch leicht frierend, sich ein wenig zu stärken.

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In Arnavutköy rollen wir zu Anil unserem Warmshower-host für heute Nacht. Noch nie hat die Bezeichnung der Plattform „warmshower“ so gut gepasst, denn alles was wir wollen ist raus aus den feuchtkalten Klamotten und unter eine warme Dusche. Danach sind wir wieder ansprechbar und bereit in die quirlige Mehrgenerationen- Familie einzutauchen. Ali wiederholt fast wortwörtlich was wir von anderen Türken auch gehört haben: der Regen ist normal, das geht bis Mitte Mai so. Wir müssen uns definitiv was einfallen lassen falls das wirklich so ist! Ebenfalls zu Gast sind zwei Radler aus Argentinien. Sie fliegen morgen nach Ägypten und so ist es natürlich klar, dass wir gerne beim verpacken der Räder behilflich sind.

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Irgendwie fühlt es sich schon fast wie in einer CasaDeCiclista in Südamerika an. Ach was lieben wir es wieder ein Teil der aktiven LongDistancCyclists-Familie zu sein. Ganz so wie wir es von unserer Zeit in Argentinien gewohnt sind, essen wir sehr spät zu Abend, denn heute macht Martin Pizza. Um kurz vor Mitternacht wird dann ein Bett für uns freigeräumt, aber wir sind zu müde um lange Widerspruch zu leisten.

Bis hierher, keine 20km Luftlinie vor Istanbul, war die gewählte Strecke eine gute Wahl. Alle Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch ins Zentrum von Istanbul und somit haben wir die Qual der Wahl welchen wir nehmen. Es nieselt und mit 9 Grad und Wind ist es wieder empfindlich kalt. Mehrmals entscheiden wir uns im Laufe des Vormittages um, sind uns uneinig und unsicher darüber welche Straßen wir nehmen. Schnell und stressig, oder Mega-Umweg und dafür vielleicht ruhiger, Hauptstraße oder doch alte Nebenstraße, … . Je näher wir der Stadt kommen, desto öfters schauen wir auf die Karte und desto öfters entscheiden wir uns um.

„Ja durch den Wald“, „nein es reicht, ab auf die Hauptstraße ich will das endlich hinter mir haben“, „schau, vielleicht die Straße“, „na hab ich eine Ahnung ob es da einen Seitenstreifen gibt“, … die Stimmung ist alles andere als gut und der Regen tut noch das Übrige. Wir entscheiden uns dann für den Mittelweg und der ist ganz okay. Es gibt zwar LKW-Verkehr, aber die Straße ist breit genug so dass sie uns gut überholen können.

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Ein bisschen Wald umgibt uns, aber aufgrund der vielen Betonfabriken auf dieser Strecke werden wir und unsere Räder ordentlich eingesaut, da die Straße verschmutzt ist. Ohne Regen erreichen wir die ersten Hochhäuser und eine 5 spurige Straße pro Richtung. Na toll. Wir müssen auf die andere Straßenseite, also rauf auf die Straße und in einer Kamikaze-aktion 5 Streifen wechseln um auf die Abbiegespur bzw. Wendespur zu kommen. Dann noch einmal das selbe Spiel um wieder auf den Gehweg zu kommen. Klein sah die Straße auf der Karte nicht aus, aber das hätten wir dann mitten in der Stadt doch nicht erwartet. Jetzt rollen wir aber gemütlich bergab und erreichen den Bosporus. Entlang von Chicki-micki Restaurants geht es über eine Stunde so dahin. Wir waschen unsere Räder

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um das Air BnB Zimmer nicht zu verschmutzen, stärken uns nochmal für den Endspurt und … merken, dass wir bei der Tankstelle unsere Füßlinge vergessen haben. Also fährt Wolfi die 3km im Stadtverkehr wieder retour. Die Adresse die Air BnB uns genannt hat ist falsch, wir stehen am falschen Ende des hügeligen Zentrums. Ja wir wollten unbedingt nach Istanbul, weil wir die Stadt lieben und wir wussten was auf uns zukommt, aber jetzt reicht es wirklich. Wir wollen nur noch unser Zimmer beziehen, Essen gehen und einen türkischen Kaffee trinken: erstes Etappenziel erreicht, wir können es selbst kaum glauben.

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22 Radtage waren es von Wien bis Istanbul. Jetzt heißt es mindestens 5 Tage entspannen und die To Do-Liste abarbeiten. Die Zeit hierher war von Anfang an eher als eine Art warmradeln für uns gedacht. Eine Anreise zur Reise. Umso mehr sind wir überrascht wie sehr dieser Teil der Reise schon in uns bewegt hat. Ganz sicher durch die vielen tollen Begegnungen die wir schon hatten. Jetzt wird es aber Zeit für tolle Landschaft.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. julien Chevalier sagt:

    I m not fluent in your language but I can see with yours pictures that :
    – you feel good (after few coffee …)
    – you enjoy your trip (a lot of smiles)
    – you saw very nice places and people (…)
    So I m happy for you !!!
    Enjoy, and always with yours bikes
    A kiss from a French family

    1. wolfisabrina sagt:

      Yeah, you are right :-)
      We REALY hope to see you and your family again. Who knows which way we will take when we cycle home ;-)

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