Merhaba, hosgeldiniz ve afiyet olsun

Istanbul bis Corum

22.4. 2019 – 1.5.2019 , davon 6 1/2 Tage am Rad

Km gesamt: 2790 km

Hm hinauf gesamt: 19 520hm

Strecke / GPS Daten: hier klicken

Istanbul hat sich verändert. Wir haben uns verändert. Die 7 Tage in Istanbul sind eine Mischung aus viel zu vielen klassischen radfreien Erledigungen, dank der günstigen Lokantasi ein paar unerwünschte Kilos rauffuttern

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und ein wenig herumschlendern in der Stadt.

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Wir schlafen aus, frühstücken spät, reparieren, recherchieren, schreiben, sortieren Fotos aus, … bis uns am Nachmittag der Hunger aus unserem gemütlichen AirBnB – Zimmer treibt.

Die klassischen Touristenspots kennen wir bereits von unserem ersten Istanbulbesuch vor ein paar Jahren. Es geht uns im Zentrum ähnlich wie mit den Rädern auf den Hauptstraßen – zu viele Menschen, zu laut, zu voll, nicht authentisch für uns. Also entdecken wir Istanbul auch eher abseits.

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Ein Markt auf dem wir 2 Stunden durch das Gassengewirr auf und abgehen, ohne auch nur einen einzigen Touristen zu sehen, gefällt uns besonders gut.

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Wir finden es schön, dass sich die moderne, doch sehr westlich-eingestellte Stadt soviel „altes“ bewahrt hat, wie den Obstverkauf direkt vom Auto weg, oder

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der „Altwaren“mann,

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Neben der Tatsache, dass es unserer Meinung nach viel weniger westliche Touristen gibt als noch vor sechs Jahren, hat dafür die Anzahl der Streunerkatzen massiv zugenommen. Erst vor 3 Jahren gab es eine Abstimmung in Istanbul über deren Schicksal – wie man sieht hat die Bevölkerung einen Weg gefunden und setzt sich für die Katzen ein.

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Unsere Tradition von Südamerika, auf der Reise ins Kino zu gehen, können wir in Istanbul endlich weiterverfolgen. Keine 2 Euro kostet das Ticket pro Person. Es gibt sogar eine 10 minütige Pause. Und wir lernen: in der Türkei ist alles möglich – auch sich den Kaffee im Häferl mit in den Kinosaal zu nehmen.

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Ernüchterung stellt sich bei den Recherchen für unsere Strecke durch die Türkei ein. Wie war das noch mal gleich am Ende unseres letzten Blogeintrages: es wird Zeit für schöne Landschaft!??!

„Kennst du ein Dorf, kennst du alle“, „ ein graues tristes Dorf reiht sich ans andere ( Küstenhighway) … so ein paar Zitate von anderen Blogs. Na toll, so haben wir uns das nicht vorgestellt. Wir haben schon das Gefühl, dass wir unsere Papierkarte in-und-auswendig kennen, so lange starren wir sie an und fahren sie in alle Himmelsrichtungen mit den Fingern ab. Aber es will einfach keine Route entstehen. Aufgrund der Berichte nutzen wir sogar Google-Streetview um zu sehen wie viele Spuren die Straßen haben. Oftmals viel zu viele, wenn man uns fragen würde. Nach etlichen türkischen Kaffees steht er dann, unser Rohplan für die Türkei: man nehme eine Papierkarte, suche Nebenstraßen die als „schön“ ausgewiesen sind, verbinde sie mit Dörfer zu denen keine Straße führt, finde dank Google-Satellit heraus, dass es doch welche gibt und füge sie zusammen. Voila – bis ca. 4 Tage vor der georgischen Grenze ersparen wir uns also den vielzitierten, verhassten Küstenhighway und etliche Pässe gibt es kostenlos dazu.

Wolfi hat wieder seine allbekannten Krämpfe in den Beinen und Sabrina trägt gerade ihr gefühltes 6. Monat Foodbaby aus… ein Dreamteam rollt an einem Montag morgen zum Hafen um nach Yalova überzusetzen. Ein Tipp von anderen Radlern um sich das Verkehrschaos aus der Stadt zu ersparen.

Die Überfahrt ist wunderschön,

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ganz im Gegensatz zum restlichen Tag.

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Ausgenommen sind die wenigen Möglichkeiten die es gibt, um in einem Dorf direkt zur Küste zu kommen. Jede Gelegenheit nützen wir um unseren Ohren eine Pause zu gönnen.

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Spontan entscheiden wir uns dazu in Kocaeli zur Warmshowerhost Betül zu fahren – es reicht für heute mit dem Verkehr. Wir sind fix und fertig, obwohl es flach dahin ging. Betül ist Englischlehrerin und erinnert uns daran, dass morgen der 23.4. ist und somit der Tag der nationalen Souveränität und der Kinder, eingeführt vom Nationalhelden Mustafa Kemal Atatürk. Ein Tag der gefeiert wird, so auch in ihrer Schule. Wir sind herzlichst eingeladen und bleiben somit spontan zwei Nächte.

Als wir um 10 Uhr zur Schule kommen, wuselt es schon. Die Mütter sammeln Spenden für die Schule indem sie selbstgemachte Speisen verkaufen – wir sind ihre besten Kunden. Nach der Nationalhymne zieht eine Kapelle durch die Straßen

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und danach folgt eine Tanzvorführung der Nächsten. Traditionell,

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modern,

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oder aber einfach nur süß wenn die Kinder besonders klein sind.

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Wir haben die beste Sicht, denn vom Direktor höchstpersönlich werden wir in die erste Reihe auf die Ehrensitze gesetzt um ja alles sehen und dokumentieren zu können.

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Am Nachmittag wechseln wir die Lokation und fahren zu einer großen Sporthalle. In der gesamten Umgebung finden nämlich um die Woche vor dem Feiertag ein Schüleraustauschprogramm mit verschiedenen Nationen statt. Die Kinder sind bei Gastfamilien untergebracht und am Ende präsentiert jedes Land einen Tanz. Betüls Schule hat, wie will es der Zufall, mongolische Kinder aufgenommen. 5 Stunden lang dauert das ganze Spektakel.

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Schön ist es, die Musik aus Ländern zu hören, die auf unserer Reise noch vor uns liegen. Wir staunen aber auch nicht schlecht, dass Kinder aus Mexiko oder Swasiland dabei sind. Am Ende

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haben wir dann aber vorerst mal genug von Folkloremusik.

Wir radeln gerade die fehlenden Kilometer auf der zweispurigen Straße fertig, als sich plötzlich der Blumenschmuck eines vorbeirasenden Hochzeitsautos löst und uns quasi direkt vor die Räder fällt. Traurig für das Brautpaar, aber wir freuen uns wahnsinnig über die vorübergehende schöne Verzierung auf unseren Rädern.

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Die Freude ist aber schnell dahin, denn bei einem Bäckereistop fällt Sabrina auf, dass sie das selbstgemachte Armband von bestfriend Sophie verloren hat. Es ist nie schön auf Reisen etwas zu verlieren, aber etwas, das soviel emotionalen Wert hat kann weder eine Umarmung des Mannes, noch ein Schokocroissant noch eine liebe Whatsapp der Freundin wieder gut machen. Auch die Tatsache, dass wir jetzt auf eine Nebenstraße wechseln

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und die Landschaft schön grün um uns herum wird,

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inklusive kitschig blauem (Bagger)See,

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ändert nichts. Sabrina ist zutiefst traurig.

Erst nach Stunden huscht wieder ein Strahlen über ihr Gesicht, als wir nämlich eine Schildkröte am Wegesrand entdecken.

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Es soll nicht die einzige für heute bleiben, denn es knistert und kracht im Gebüsch und wir entdecken gefühlt alle 50 Meter eine. Der Weg geht anfangs an einem Fluss entlang und windet sich dann teilweise ziemlich steil durch dicht bewaldetes Gebiet.

DSC00686Alles grün, da strahlen unsere Augen. Zwei oder drei kleine Häuseransammlungen durchfahren wir, die Menschen winken uns zu, die Frauen verhüllen schnell ihre Haarpracht wenn sie Wolfi sehen, die Hunde lassen uns in Ruhe, die Sonne scheint, kein einziges Auto seit Stunden… kurzum, unsere Radlerwelt ist wieder in Ordnung. So beflügelt erledigen wir zur späten Stunde noch ein paar Höhenmeter um zu einem See zu kommen. Tja, wir und unsere Schlafplatzsuche…. da ist ein klein wenig der Hund drinnen auf der Reise, denn der See ist umzäunt, die Umgebung hat eine starke Hanglage und die 5 Häuser sehen alle verlassen aus. Wir fahren mehrmals auf und ab an dem kleinen See, aber das macht ihn auch nicht flacher. In dem Moment in dem wir beratschlagen was wir tun, sehen wir eine Frau bei einem der Häuser und sie grüßt uns freundlich. Hallo Schicksal, çok teşekkür ederim Voicenachricht von Betül. Es war ihre Idee, dass sie uns eine Sprachnachricht aufnimmt in der sie uns kurz vorstellt und unser Anliegen nach einer ebenen Fläche für unser Zelt darbringt. Die Frau grinst bis über beide Ohren als sie die Nachricht hört – wer weiß was Betül da noch drauf gesprochen hat ;-) . Es klappt und wir werden auf das Anwesen hereingebeten. Das Ehepaar wohnt hier als Gegenleistung, dass sie auf das Haus aufpassen, dessen Besitzer in Ankara lebt. Wir werden in deren kleines Nebenhäuschen gebeten und so schnell können wir gar nicht schauen, steht Tee, selbstgemachtes Brot, Käse und Marmelade am Tisch sowie Ei und Oliven…. Ein typisches, türkisches Abendessen. Wir sitzen in dem Raum in dem ein Sofa und ein Fernseher steht, sonst nichts und sehen gemeinsam die Nachrichten. Mittels Pantomime erklären wir, dass wir unser Zelt aufbauen gehen, weil es schon dunkel ist und wir müde sind. Sanft aber bestimmt wandert die Hand von Nerme auf unsere Schultern und wir werden mit einem Lächeln wieder aufs Sofa gedrückt. Beide verschwinden und wir bleiben mit einem großen Fragezeichen zurück. Nach ein paar Minuten kommen sie wieder und haben uns im Haus der Besitzer das Gästezimmer hergerichtet. Was soll man da noch sagen??

In der Früh darf Sabrina zumindest mithelfen

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als es ums gemeinsame Frühstück herrichten geht,

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aber spätestens als es darum geht, dass wir das selbstgemachte Brot und den selbstgemachten Käse nicht auch noch annehmen möchten, bleiben sie wieder standhaft und akzeptieren keinen Widerspruch. So verabschieden wir uns herzlich, versprechen, dass wir das nächste mal mit Baby kommen ;-) und machen uns weiter auf den Weg zum nächsten Pass. Die Steigung will und will einfach nicht enden. Es ist die reine Qual. Die Männer im Dorf welches wir durchfahren haben, haben uns gewarnt vor der „Rampa“ und uns mit einem Kopfschütteln wohl für verrückt erklärt, dass wir da rauf wollen, aber jetzt können wir unsere Entscheidung nicht mehr ändern. Zu Beginn ist es noch ein schönes, fast flaches radeln in einem engen Tal, aber als es ans Eingemachte geht, ändert sich auch die Vegetation. Das grün der Bäume verschwindet,

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die ersten Schneereste tauchen vor uns auf.

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Das ist auch nicht gerade die Art von Ablenkung die wir uns auf einem harten Pass wünschen. Heute ist es auch zum ersten Mal drückend heiß und somit ziehen sich die letzten 7.2 km und 650 hm endlos dahin. Zur Abkühlung reichen sie noch die Schneepatzen.

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Alles hat ein Ende, so auch diese Steigung und wir erreichen den Abantsee auf 1400hm.

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Diese Mittagspause haben wir uns jetzt aber redlich verdient und wir ziehen sie so richtig in die Länge, bevor wir auf der anderen Seite einen genialen Downhill bis fast hinein nach Bolu genießen und bei einem Kaffee darauf warten,

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dass unser Couchsurferhost nach Hause kommt. Am Weg zu ihm, treffen wir dann auf Dave aus der Schweiz, der spontan von einem türkischen Radler aufgenommen wurde. Wir plaudern lange und tauschen Nummern aus. Der erste Radler der in unsere Richtung unterwegs ist, da muss man in Kontakt bleiben.

Der Abend bei Hüseyin wird lange und wir schleichen uns zur frühen Stunde wieder aus seiner Wohnung hinaus. Eigentlich wollten wir von hier für zwei Tage in einen Nationalpark. 2 Tage „Umweg“, weit über 2000hm extra, aber nachdem wir die letzten Tage gemerkt haben, dass über 900 hm einfach noch kein Baum Blätter trägt, erschließt sich für uns wohl kaum die Schönheit der Umgebung und wir lassen die Idee verfallen. Dafür radeln wir gemeinsam mit Dave los. Es geht auf einer Nebenstraße Richtung Mengen. Tendenziell flach bis leicht abfallend, minimaler Rückenwind und wunderschöne Gegend.

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Wir sind begeistert und nach den anstrengenden Tagen glücklich über das entspannte radeln. Die Blumenwiesen laden uns regelrecht ein, eine Pause einzulegen.

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Zu Mittag verabschieden wir uns auch schon wieder von Dave, er biegt auf die Hauptstraße Richtung Schwarzmeerküste ab, wir aber bleiben im Landesinneren. Bei zwei türkischen Kaffees geben wir uns dem Gemütlichkeitsfeeling von heute komplett hin, schreiben Tagebuch,

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ignorieren, dass Sabrina wieder einmal die einzige Frau in so einem Lokal ist und entspannen einfach, bevor wir uns weiter auf den Weg machen. Jetzt rollt es aber plötzlich so gar nicht mehr. Woran es liegt können wir nicht ausmachen, denn die Umgebung lässt uns aufgrund der Gesteinsformationen immer noch staunen,

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aber schon 10 km später freuen wir uns über ein Dorf mit Cola-Einkaufmöglichkeit. Sabrina verschwindet im Kiosk und hört noch wie Wolfi vom Teehaus gegenüber bereits angesprochen wird. Dankend nehmen wir die Einladung auf einen Tee (,mit Zucker ;-) ) an. Daraus wird dann Tee mit Simit (Sesamkringel),

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der sich zu einer Einladung via google translate nach Hause steigert. Ganz ehrlich?? Unsere Beine sind müde und wir hätten heute so oder so keine 10 km mehr gemacht. 15 Uhr: etwas unsicher, aber dankend nehmen wir die Einladung von Hakan an und radeln ihm und seinem Freund, dem Hocer bzw. Imam des Dorfes kurze Zeit später hinterher. Kaum in der Wohnung angekommen wird Sabrina zu Hakans Ehefrau Nursel in die Küche verfrachtet und Wolfi mit zum Gebet in die Moschee mitgenommen.

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Die Rollenverteilung hier ist eindeutig. Danach Essen wir köstlichst, gehen eine Runde spazieren und der Hocer geht komplett darin auf, alles und jedes Detail mittels Google Translate zu übersetzen. Dass diese Übersetzung oftmals so was von daneben liegt, sorgt sowohl für Verwirrung aber auch für schallendes Gelächter. Die Stunden vergehen wie im Fluge. Am Abend darf auch Sabrina in Begleitung von Nursel am Gebet teilnehmen.

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Bei uns zu Hause gibt es den Mondkalender, der einem sagt wann man sich die Haare schneiden soll, oder Pflanzen umsetzen soll. In der Türkei gibt es den Gebetskalender. Auf ihm sind auf die Minute genau täglich alle 5 Gebetszeiten festgehalten. Diese messen sich am Sonnenauf-  und Untergang, sind also regionsabhänig und täglich um ein paar Minuten verschoben.

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Wolfi muss sich wieder waschen bevor er die Moschee betritt, für Sabrina gilt natürlich die Kopftuchpflicht. Die Frauen gehen zuerst hinein und verschwinden sofort in das obere Stockwerk, wo sie hinter einem Vorhang sichtgeschützt dem Gebet folgen. Die Männer verteilen sich gleichmäßig in der Moschee. Das ganze Gebet dauert ca.20 Minuten, danach verlassen die Männer zuerst das Gebäude und die Frauen warten hinter der Türe bis alle draußen sind. Interessant und verstörend zugleich diese Erfahrung. Am Abend kommt der 19-jährige Sohn Furkan dazu. Er spricht ein paar wenige Wörter englisch. Ja, mit der Fremdsprachenbildung hapert es ordentlich in der Türkei. Generell ist das Schulsystem laut mehreren Lehrern die wir getroffen habe, sehr bedenklich. Die Schüler dürfen und sollen keine Fragen stellen, eine Klasse wiederholen gibt es nicht, jeder wird durch die Schulzeit getragen, auch wenn die Leistung nicht passt. Im letzten Schuljahr kommen viele Schüler kaum noch in die Schule, weil sie wissen, dass sie so oder so die Schule positiv absolvieren. So kann es also sein, dass man nach 7 Jahren Englisch nicht einmal im Stande ist uns zu fragen woher wir sind und was wir beruflich machen. Die Grammatik ist vielleicht bekannt, aber um selbstständig Sätze zu bilden, geschweige denn überhaupt auf englisch zu reden, dafür reicht es nicht. Ausgenommen man interessiert sich selbst sosehr dafür, schaut englische Filme oder sucht sich Gesprächspartner zum Üben. Furkan ist kein Einzelfall, kein Tag vergeht seit dem wir in der Türkei sind, an dem wir nicht diesen starken Unterschied bei jungen Menschen beim Können einer Fremdsprache feststellen.

Also muss auch trotz Furkan das liebe Google wieder herhalten. Die gesamte Familie, inklusive dem Hocer der fast ständig zu Gast ist, möchte, dass wir morgen auch noch bleiben. Wie können wir anders als ja zu sagen, denn schließlich fühlen wir uns wohl. Wir frühstücken, besuchen den Samstagsmarkt,

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fahren zu einem Wasserfall,

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schauen kurz bei einer Hochzeit vorbei und bekommen zu Essen,

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halten ein Mittagsschläfchen, Wolfi folgt wieder 2 der 5 Gebete, wir bereiten Tee in einem Samovar zu

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und essen wieder köstlichst zu Abend.

Die Türken können einen schon etwas „narrisch“ machen mit ihrer Gastfreundschaft. Vor allem wenn einem sogar verboten wird mitzuhelfen und sei es nur den Tisch um 30 cm zu verschieben. Wenn einem Dinge förmlich aus der Hand gerissen werden, nur damit man sich ja wieder hinsetzt. Von der Möglichkeit sich revanchieren zu können, ganz zu schweigen.

Etwas schockiert sind wir über Fotos die uns von dem Dorf gezeigt werden. Aufnahmen von vor ca einer Woche: alles schneebedeckt (auch in Bolu hatte es geschneit). Darum auch die Schneereste etwas weiter oben, die sich seit Tagen hartnäckig halten. Auch im Dorf ist der Schnee für Tage liegen geblieben und das Ende April. Sehr ungewöhnlich und selten erfahren wir. Na dann ist ja gut, dass wir eine Woche in Istanbul geblieben sind.

In der Früh lassen es sich die Männer nicht nehmen uns 5 Kilometer auf den Rädern der Söhne zu begleiten. Hut ab, bei dem Zustand der Räder ist es sicher wesentlich anstrengender mit diesen zu radeln als mit unseren bepackten.

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Der Abschied ist herzlich, vor allem zwischen den Männern. Es wird sich die Hand gereicht und dann berühren sich seitlich die Schläfen, links und rechts. Quasi wie bei uns, das symbolische Bussi links, Bussi rechts, nur ohne Bussi und mit Stirn/Schläfe, statt Wange. Sabrina darf sich nur bei der Mutter mit einer Umarmung bedanken, Hakan reicht sie die Hand und dem Hocer ist es nicht erlaubt Frauen zu berühren, so auch nicht für Verabschiedungen. Wir haben viel zum reden auf dem Weg nach oben zum nächsten Pass.

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Vor allem Wolfi hat dank der vielen Gespräche mit den Hocer viel Neues über muslimische Rituale und den Islam gelernt. Aber auch wir konnten hoffentlich zur Horizonterweiterung der Familie und des Hocer beitragen.

Kurz vor dem höchsten Punkt lädt ein schönes Plätzchen für eine zweite Frühstückpause ein.

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Die Regenwolken ignorieren wir einfach. Ebenso tun dies wohl die Kinder mit ihren  Müttern, die im aufkommenden Wind ihre Drachen steigen lassen.

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Das geht aber leider nicht lange gut, denn bereits am Weg hinauf zum nächsten höchsten Punkt erwischt es uns. Und das gleich so richtig. Donner und Blitze wechseln sich im Minutentakt ab, der Sturm kommt von allen Seiten, der Untergrund wird lose, … ein wenig schutzlos finden wir uns schon da oben, aber mehr als weiterradeln können wir jetzt auch nicht machen.

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Nach über einer Stunde ist der Aufstieg geschafft und wir werden auf der anderen Bergseite auf der Hauptstraße rausgespült. Wortwörtlich, bei dem sintflutartigen Regen. Da kommt eine Tankstelle und ihr dazugehöriges Teehaus genau richtig. 4 Tee, ein Kaffee und 1 Toast pro Person reichen aus um das schlimmste auszusitzen. Trocken sind wir danach auch nicht, nicht mal annähernd. Aber mental so weit gestärkt, dass wir zuversichtlich sind, dass es das jetzt war mit dem Regen und wir uns auf die Hauptstraße wagen können. Tatsächlich kommt dann auch noch die Sonne durch. Das, und dass die Straße sich durch schöne Landschaft windet, lässt das sich im Minutentakt ansprühen lassen von vorbeirasenden LKWs nur ein wenig vergessen.Vor allem wenn man auf der Suche nach einem Platz zum schlafen ist. Aber bei der Umgebung muss man kein Experte sein um zu ahnen, dass es ein Glücksspiel ist.

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5 km vor Cerkes entdecken wir eine Felsformation zu unserer rechten und dahinter endlich ein kleines Stück ebene Grünfläche. Wir schlagen zu und unser Zelt auf. Alles um uns herum ist lehmig, die Schuhe sind innerhalb von Minuten gefühlte 5 Kilo schwerer, 15 Meter hinter uns rauscht die 4 spurige Straße, 20 Meter vor und etwas unter uns der Güterzug, aber wir sind happy nach 18 langen Tagen und zum ersten Mal in der Türkei, wieder unser trautes Heim beziehen zu können und schlafen ruhig.

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Die Freude wird kurz unterbrochen als ein uns bekanntes lautes Geräusch uns zu Ohren kommt. Eine der Matratzen beginnt zu Platzen. Nicht schon wieder! Bereits in Südamerika haben wir 2 Monate auf einer Wulst und somit auf weniger Platz schlafen müssen. (Exped erweist sich wie auch schon beim geplatzten Polster vor 3 Wochen, als extrem hilfsbereit und kooperativ. In Georgien werden wir wahrscheinlich eine neue Matratze in Empfang nehmen können. Danke!!!).

Die Einladung eines Fabrikmitarbeiters, der aus seinem Wachpostenhäuschen herausruft als er uns sieht, lehnen wir dankend ab. Wir rollen nämlich gemütlich die paar Kilometer nach Cerkes und schmunzeln über die Geschwindigkeitsbeschränkung für Autos: 82 km/h !!

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In der Stadt frühstücken wir. Heißt also Börek mit Kaffee und Tee und unzählige Augenpaare die auf einem ruhen inklusive.

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Ab hier geht es wieder runter von der Hauptstraße. Wieder durch Dörfer die auf unserer Karte keine Straße besitzen. Kitschig schön ist es hier.

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Wir stoppen endlos oft für Fotos. So geht es uns seit dem zweiten Tag nach dem wir Istanbul verlassen haben. Ein gutes Zeichen also, dass wir die richtige Wahl bezüglich unserer Strecke getroffen haben.

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Dass sich dann der Asphalt auch noch zu einer Offroad Piste ändert,

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ist für uns das Sahnehäubchen.

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Gegen Mittag erreichen wir dann die eigentliche Straße und folgen dieser. Schöne Landschaft, kaum Bäume und Verkehr der sich in Grenzen hält. Zwei größere Dörfer oder Kleinstädte, zwei Pässe und enormer Gegenwind- alles nicht so schlimm. Generell stürmt es seit Tagen ab ca. 14 Uhr stets ziemlich heftig. So sehr, dass wenn der Wind von der Seite kommt wir schon in leichter Schräglage fahren. Damit haben wir in der Türkei nicht gerechnet. Da freut man sich über einen Windschatten beim Essen.

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Die Landschaft ändert sich. Die Berge werden bunt.

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Manchmal ist so ein Brunnen auch zum Wäsche waschen gut – der Lehm von gestern hat sich auf der Hose festgefressen.

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Von Sabanözü geht es dann hinauf auf den 3. und letzten Pass für heute. Na gut, jetzt merken wir, dass wir heute bereits etliche Höhenmeter absolviert haben. Schokolade und Nüsse, sowie Rückenwind helfen uns nach oben. Aber auch die Landschaft.

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Denn einerseits muss man stehen bleiben um ein Foto machen zu können

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und andererseits kann man nur langsam fahren,

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wenn man sich ständig den Hals verrenkt.

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Wir sind begeistert von den bunten Bergen. Wie in Peru schon, halt nur im kleinen Ausmaß wechseln sich hier rot mit blau mit braun ab. Schwuppdiwupp sind wir oben und keine 200 Meter hinter dem Pass rollen wir auf einem kleinen Trampelpfad zu der einzigen ebenen Fläche weit und breit.

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In der Nacht schrecken wir hoch, als wir das Bellen eines Hundes hören. Es wird immer lauter und irgendwann haben wir das Gefühl, wir können förmlich seinen Atem spüren so nah dran ist er, an unserem Zelt. Nicht einmal in der Nacht haben wir eine Ruh vor ihnen. Er fletscht die Zähne und knurrt während sein Glockerl bimmelt. Sollen wir uns fürchten oder schmunzeln? Zu unserem Glück verliert er allerdings schnell das Interesse und zieht wieder von dannen.

In der Früh genießen wir unser Traumplätzchen, kochen Kaffee und strecken unsere Nasen Richtung Sonne. Was für eine Wohltat: zum ersten Mal seit Wien haben wir in der Früh nicht unsere Jacken an. Riecht das vielleicht endlich nach Frühling?? Die Frühlingsboten der letzten Tage sagen es zumindest.

Heute geht es weiter wie es gestern aufgehört hat. Bunte Berge, schöne Landschaft.

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Das nächste Dorf Eldivan ist wohl das einzige für die nächsten 2 Tage mit Einkaufsmöglichkeit. Es ist entzückend mit seinen alten Häusern.

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Vielleicht gefällt es uns aber auch, weil es das erste Dorf ist mit einem Hauptplatz. Das fehlt bis jetzt komplett in der Türkei. Es gibt keine (Haupt)Plätze. Das Dorf ist umgeben von Kirschbäumen, Pappeln und von vielfarbigen Bergen.

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Ja, hier ließe es sich aushalten, finden wir beide. Aber wir sind nicht hier um Wurzeln zu schlagen, sondern um einzukaufen. Und das dauert mal wieder ewig, obwohl es ja meist das selbe ist was wir benötigen. Trotzdem heißt es immer sich neu orientieren im Laden, die Preise vergleichen, das geschriebene entziffern, unbekanntes zu übersetzen, … und Alternativen finden, wenn es mal wieder keine Haferflocken gibt. Nicht selten braucht es 2 bis 3 Läden (inkl. Bäcker) bis alles beisammen ist. Kein Wunder also, dass wir stets auslosen wer denn heute das Glück hat und auf die Räder aufpassen darf und sich somit nicht dem nervenden Einkauf-“stress“ hingeben muss.

Die letzten Kilometer bis zur Hauptstraße haben es dann noch mal so richtig in sich. Nicht von der Anstrengung her, es geht eben dahin, sondern die Berge zeigen noch einmal was sie können.

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Was für eine tolle Gegend das hier doch ist.

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Rauf auf die Hauptstraße, treten, treten, treten um möglichst schnell wieder runter zu kommen. Die nächste Nebenstraße wartet auf uns und somit eine wieder neue Landschaft. Immer noch ohne Bäume, aber jetzt mit einem Fluss gespickt mit rosa Sträuchern.

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Es wuselt und zwitschert nur so von gefühlten tausend Vögeln. Unsere Straße zweigt ab und führt über einen der Hügel

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in ein anderes Tal.

Ein viel breiteres als zuvor, aber scheinbar noch trockener. Die Gegend ist nur gering besiedelt, und wenn, dann befinden sich die kleinen Dörfer abseits der Straße.Der Verkehr nach wie vor kaum vorhanden und wenn dann kann man nur staunen.

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Die Sonne brennt auf uns herunter, daher sind wir dankbar als im Nirgendwo ein Bushäuschen auftaucht und uns für unsere Mittagspause Schatten spendet.

 

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Nach knapp einer Stunde wagen wir es weiter zu strampeln. Die Umgebung ist weder zu beschreiben noch auf einem Foto festzuhalten. Sehr bizarr irgendwie. Wir kreuzen eine Brücke und befinden uns wieder auf einer „nicht vorhandenen Straße“. Jetzt wird es wieder hüglig und saftig Grün.

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Weizenfelder begleiten uns und die Halme verbiegen sich im bereits wieder einsetzenden starken Wind. Sumpflandschaft mit Schilf,

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und die Vorbereitungsarbeiten der Bauern für ihre Reisfelder erstrecken sich in der Tiefe des Tales.

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Vor 3 Tagen noch im satten, dicht hügeligen Grün, das uns an die Kaffeeregion in Kolumbien erinnerte, vorgestern dann in einer Nadelwaldregion, gestern die bunten Berge und heute zuerst in ein trockenes Tal und dann in eine breite Ebene mit Feldwirtschaft und schönen Bergen. Solch eine Vielfalt hätten wir der Türkei gar nicht zugetraut und das auf den kleinem Raum den wir mit unseren Rädern erkunden können. Gut, dass wir nicht nur ganz im Norden (Wald) geblieben sind. Der Weg ist jetzt wieder eine Piste, der Sturm schiebt uns von hinten an und so radeln wir von Dorf zu Dorf, obwohl sich der Tacho schon an die 100 km Tagesleistung herantastet.

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Die Dörfer sind kleine Ansammlungen von Häusern, mehr nicht. Meist von verfallenen Lehmziegelhäusern, gestützt von schönen Holzbalken.

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Egal wie klein das Dorf ist, ein Moschee befindet sich stets darin. Für uns wichtig, weil es dort immer Wasser gibt. Eigentlich gedacht um sich vor dem Gebet zu reinigen, nutzen wir es, seit dem es keine Quellen am Wegesrand mehr gibt, um unsere Wasserflaschen aufzufüllen. Frauen bearbeiten ihre Gärten, in denen wie in Bulgarien auch schon, jeder Quadratmillimeter zum Anbau von Gemüse genützt wird und die Männer sitzen mit Tee vor der Moschee. Drei Dörfer durchradeln wir hier auf dieser „NichtStraße“ und überall werden wir gleich empfangen: die Hände und Schultern werden nach oben gestreckt, quasi „bitte, was macht ihr hier?!“. Gefolgt von Händewacheln und gestikulieren, dass sich die Straße auf der anderen Flussseite in ca 5 Kilometer Luftlinie befindet. Danke, das wissen wir. Die Sonne verschwindet allmählich,

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aber bei all der Landwirtschaft bietet sich kein Platz für unser Zelt. Im nächsten Dorf stellt sich uns mal wieder ein großer Hund knurrend quer über die Fahrbahn, da packen wir die Gelegenheit beim Schopf und spielen einem Mann der uns aus seinem Garten zuwinkt unsere Sprachnachricht vor. Das Tor wird geöffnet und es findet sich ein Plätzchen für unser Zelt. Der Aufbau des selbigen wird vom Hausbesitzer mit dem Handy dokumentiert, kommentiert und sofort auf Facebook geteilt. Und wir haben immer bedenken Menschen zu fotografieren. Ab sofort in der Türkei vielleicht weniger ;-) .

Ein Auto fährt vor und der Bürgermeister des 40 Häuser Dorfes steigt aus. Haki hat 9 Jahre lang in Deutschland gelebt und spricht sehr gut deutsch. Während er als Dolmetscher fungiert, zaubert die Dame des Hauses die uns bereits bekannten kleinen Schalen auf einen Tisch: Abendessen ist angerichtet. Da alle anderen bereits gegessen haben, halten wir uns zurück. Alleine zu Essen wenn man wo zu Gast ist, ist irgendwie komisch. Nachdem uns der Bürgermeister zum Frühstück eingeladen hat und wir per Auto eine Führung durch das Minidorf bekommen haben,

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verabschieden wir uns. Heimlich kochen wir im dunkeln noch unsere Nudeln. Nach so einem langen Tag und einem anstrengenden Morgigen, brauchen wir noch unsere Kohlenhydrate in Reinform.

9 Jahre Deutschland haben scheinbar gereicht, denn Haki ist pünktlich. Wir folgen ihm zu seinem Haus und sitzen sogleich im Kreise der Familie beim Frühstück. Onkel, Tanten, Brüder, … alle strecken sie ihre Köpfe kurz durch die Türe um uns zu begrüßen. Wir haben Glück, denn heute ist Brotbacktag und die Damen der Familie möchten unbedingt, dass wir es uns anschauen kommen. Sehr gerne machen wir das.

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Drei bis vier Mal im Jahr sitzen sie zusammen und backen meterhohe Stapeln an Brotfladen.

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Dieser trocknet und hält somit mehrere Monate.

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Danach benötigt es nur ein wenig Wasser um es wieder genießbar zu machen. Es ist faszinierend zu sehen wie hauchdünn sie den Teig ausrollen, aufrollen, falten, ausbreiten, … jeder Handgriff sitzt,

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die Stimmung ist ausgelassen und wir dankbar über dieses einzigartige, authentische Erlebnis. Sie lassen es sich nicht nehmen, obwohl wir mehr als genug Brot haben, uns einen Sack mit verschiedensten Brotfladen zu füllen und stolz zu überreichen. Beschwingt schwingen wir uns wieder auf die Räder und rollen los. Zwei Dörfer weiter, in der wahrscheinlich für heute letzten Möglichkeit auf Wasser bis Corum, stehen wir ratlos vor dem versiegten Brunnen bei der Moschee. Ein Mann kommt vorbei, nimmt uns fast wortlos eine Flasche ab und kommt mit der Flasche und einem 6 Liter Wasserkanister wieder retour. Wir sind jetzt schon so durstig, dass wir fast einen Liter hinunter kippen und alle Flaschen auffüllen.

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Wolfi trägt den Kanister zum Haus und kommt mit der Einladung zu Tee und Frühstück wieder retour. Naja, es ist zwar noch keine Stunde her, dass wir das Haus des Bürgermeisters verlassen haben, aber warum nicht ;-) .

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Nahezu schweigend sitzen wir in der Runde und lassen uns von der Omi anstrahlen. Die Kinder schauen uns verlegen an und die Mutter versucht herauszufinden warum wir keine Kinder haben.

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Der Raum ist so klein, aber es stehen wie immer große Sofas darin. In der Mitte der Tisch, darunter das Tischtuch. Auf diesem wird das gebrochenen Brot abgelegt, die Füße befinden sich darunter oder daneben. Alles kleine, feine Verhaltensregeln die wir durch genaues Beobachten versuchen herauszufinden um ja keinen Fauxpas zu begehen. So wie in unserer ersten Nacht in der Türkei, in der wir nicht die eigens bereitstehenden Kloschlapfen gegen die Hausschlapfen eintauschten, als wir die stets vorhandenen „Hockerl“-Klos in den Häusern benutzen. Das passiert uns sicher nie wieder.

Beim Frühstück im Kreise der Familie wird uns stets nachgefüllt und nachgereicht. Auch etwas ,dass wir schnell gelernt haben: ISS NIEMALS AUF!!! mit der Geste, dass unsere Bäuche voll sind bedanken wir uns und radeln weiter. Diese verdammte Sprachbarriere. Nicht zum ersten mal ärgern wir uns, dass wir nicht zumindest einen Semesterkurs türkisch an der VHS besucht haben. Es ist für uns schon schräg, aber wie eigenartig muss es sein, dass sie fremde Menschen zu sich ins Haus bitten und am Ende nichts von ihnen wissen. Es scheint für sie nicht weiter schlimm zu sein, aber wir wünschen uns so sehr uns mitteilen zu können, all die Fragen beantwortet zu bekommen die sich so ansammeln wenn man auf jemanden trifft, … . Eine der großen Unterschiede und Erschwernisse auf dieser Reise im Vergleich zu Südamerika: die Verständigung und somit gleichsetzend mit dem Verständnis des Gegenüber.

Bald darauf rollen wir wieder auf eine „richtige“ Straße. Es geht noch 2 Kilometer lang gnädig dahin, bevor es knackig bergauf geht. Mit durchaus guter Ablenkung.

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Alle 100 hm stoppen wir um den Wasserfall an Schweiß der uns hinunterrinnt mit trinken wieder auszugleichen. Wir kochen förmlich vor Hitze, derweil hat es nur 23 Grad. Mit Schokoriegel, die in den Taschen unter den Jacken kühl gehalten werden, halten wir unseren Zucker- und somit Energiespiegel aufrecht und erreichen fertig, aber schneller als vermutet den Pass.

Soweit sind wir also wieder in unserem geliebten Reisemodus abseits von Städten zu sein, dass uns nach den wenigen Tagen auf Neben- und Abseitsstraßen, der Anblick von der Größe der Stadt Corum kurz stocken lässt. Durch den Stadtverkehr bahnen wir uns den Weg zu Haydar, unserem Couchsurferhost, beziehen unser eigenes Zimmer, können endlich die Wäsche waschen und Duschen, bekommen eine Stadtführung,

Essen zu Abend und bekommen den Kaffeesatz gelesen.

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Der angekündigte Regen für den nächsten Tag wird dann doch keiner. Wir dürfen trotzdem bleiben und genießen die unkomplizierte Gastfreundlichkeit von Haydar und seinen Freunden.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Viki sagt:

    Hallo ihr zwei Weltenbummler! 😍
    Es macht wieder große Freude euren Blog zu lesen und euren Erlebnissen ein bisschen beizuwohnen.
    Danke und passt auf euch auf.
    Wir haben das Wochenende in Triest sehr genossen. Eine wirklich hübsche Hafenstadt.

    1. wolfisabrina sagt:

      Hey, das freut uns wirklich sehr, dass du wieder mit uns mitreist :-)

  2. Petz Jasmina sagt:

    Hallo ihr zwei es macht mir viel Freude von euren Blog zu lesen und euren Erlebnissen zu sehen .
    Wir fahren am Samstag nach Serbien, euch noch viel Spaß passt auf euch auf.
    Grüsse Jasmina&Christian

    1. wolfisabrina sagt:

      Danke für die Rückmeldung. Drück deine Eltern von uns bitte!!! Wir denken oft an sie und an die tolle Zeit bei und mit ihnen.

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