„Hello- hello“

Kurz hinter der Grenze in Uzbekistan – Khorok /Tadjikistan

11.8. – 1.9.2019, davon 13 Radtage

km total: 7664 km

hm total: 70.131 hm

Route/ GPS Track Uzbekistan, bitte hier klicken

Route /GPS Track Tadjikistan bis Dushanbe, bitte hier klicken

Route / GPS Track Tadjikistan Dushanbe bis Chorugh, bitte hier klicken

Wir verlassen also unser gemütliches Pausenplätzchen kurz hinter der Grenze und rollen weiter. Die Landschaft verändert sich ein wenig, es wird grüner. Aber auch schwüler. Deshalb stoppen wir schon wenige Kilometer später im ersten Dorf hinter der Grenze auf ein zuckerhaltiges Blubbergetränk und lernen Selim und seine Freunde kennen.

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Kurz Zeit später rollen wir mit ihm den holprigen Weg zu seinem Haus

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– wir dürfen heute bei ihm nächtigen.

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Leider merken wir erst recht spät, dass unser Gastgeber ganz schön angetrunken ist und so werden die nächsten Stunden eher etwas mühsam, weil er selbst nicht merkt wann er russisch und wann usbekisch spricht und sich ständig wiederholt. Zu später Stunde kommt plötzlich die Aufforderung, dass seine Frau Sabrina die Haare waschen soll

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und wir uns umziehen müssen, denn wir fahren auf eine Hochzeit. Wie jetzt?? Sonntag Abend, eine Hochzeit und wir sind eingeladen? Ja, denn Selim ist Bandmitglied und unterhält heute die 400-köpfige Hochzeitsgesellschaft. Die Sitzordnung im Veranstaltungssaal ist geschlechtergetrennt, links die Frauen, rechts die Männer,

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nur wir sitzen zusammen am Personaltisch und schlemmen uns die Bäuche voll. Es ist extrem heiß, jeder fächert sich Luft zu. Dann ist es so weit, das Brautpaar schreitet unter wortwörtlichen Pauken und Trompeten in den Saal

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und bezieht Stellung am Podest am Ende des Raumes. Fotos dürfen wir auch dieses mal, wie im Iran schon, keine machen, sobald das Brautpaar anwesend ist. Die nächsten 30 Minuten wird musiziert oder von den beiden Moderatoren irgendwelche Reden gehalten. Es ist extrem laut im Saal, keiner hört zu. Der Bräutigam steht mit der rechten Hand auf der Brust, die Braut hält ihren Schleier gelüftet und verbeugt sich mechanisch, von links nach rechts und wieder zur linken Seite des Publikums. 30 Minuten lang, durchgängig. Wir haben Mitleid. Dann die ersten Fotos, die Braut darf ihre Verbeugungen unterbrechen. Gelächelt wird nicht. Die Leute beginnen zu Tanzen, die Braut verbeugt sich wieder. Die Raumtemperatur steigt weiter an. Nach 2 Stunden darf sich das Paar zum ersten Mal setzen, ein Ventilator wird gebracht und sie bekommen zu trinken. Wir wundern uns, dass noch keiner der beiden zuvor kollabiert ist. Dann wird sich wieder verbeugt und die ersten Reden der Gäste beginnen. Wieder hört keiner zu. In einer Musikpause bittet uns die Moderatorin inständig, dass wir doch auch eine Rede halten sollen. Zuerst lehnen wir ab, aber da sie hartnäckig bleibt und so oder so keiner zuhört stimmen wir ein kurz auf russisch und dann auf englisch zu reden. Kaum werden wir angekündigt verstummt der ganze Saal. Na toll!!! Jeder starrt uns an und kaum leiten wir unsere Glückwünsche ein wird auch schon applaudiert. Wir sind froh es überstanden zu haben und bekommen als Dankeschön dann auch ein Foto mit dem Brautpaar welches sich natürlich mehrmals vor uns als Dank verneigt.

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(nur der Fotograf darf an dem Abend Bilder machen). Kurz vor Mitternacht ändert sich die Stimmung. Nach der zweiten Schlägerei auf der Tanzfläche folgt nun der absolut traurige Tiefpunkt. Die Party scheint zu Ende zu sein, und einer der männlichen Besucher kommt der Braut zu nahe. Es folgt ein Handgemenge direkt am Podest, alle Gäste verlassen den Saal, so auch wir. Es wird geschrien und sich geschlagen, an der Braut gezerrt, der Bräutigam weg gedrengt. Frauen rinnt das Blut aus den Nasen, Männer haben zerrissene Hemden und wir versuchen das ganze zu verstehen. 20 Minuten lang geht das so, bis die Polizei kommt, jedoch nichts unternimmt, aber zumindest nach 5 Minuten es schafft, dass die bereits mehrmals kollabierte Braut und ihr Mann in ein Auto verfrachtet werden und die Flucht ergreifen können. Unser Gastgeber meint es sei normal, das wäre so Tradition. Wir verstehen es (bis heute) nicht . Es bedrückt, verstört und verwirrt uns immens. Die Reaktion in den Gesichtern der nicht beteiligten Gäste lässt uns erahnen, dass es bis zu einem gewissen Ausmaß sicher nicht ungewöhnlich war, jedoch wahrscheinlich etwas heftiger als sonst. Immer noch verstört von den Eindrücken und den unbeantworteten Fragen, machen wir uns auf den Weg retour zum Haus unseres Gastgeber. Dort finden wir doch noch ein wenig Schlaf unter freiem Himmel, bevor wir zeitig in der Früh unsere Räder satteln um rasch nach Bukhara zu machen. Wir dürfen das Handy eines Tankstellenmitarbeiter nutzen um uns bei unserer Warmshowergasteberin bezüglich unserer Ankunftszeit zu melden und werden am Weg mit Wassermeloneneinladungen

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und Beschenkungen

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versorgt.

Was für ein bunter erster Eindruck dieses Landes.

Bukhara selbst haben wir schnell erkundet. Machen wir es kurz: uns hat es nicht begeistert. Ja es sind wunderschöne Gebäude und einzigartige Architektur, aber alles ist extrem aufpoliert, künstlich wirkend, wie 1001 Nacht-Disneyland mit Souvenirständen vor allen schönen Häuserfronten.

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(alle schwarz hinterlegten Fotos sind Diashows; automatischer Ablauf oder manuelle Regelung möglich)

In der Innenstadt trifft man auf keinen einzigen Einheimischen der nicht mit dem Tourismus zu tun hat. Ganz im Gegensatz zum Iran, wo solche Plätze in das alltägliche Leben der Menschen integriert sind, leben und belebt werden, dienen hier die blauen Mosaikkunstwerke einzig und alleine zum Ablichten für Touristen.

Dafür gefällt uns der Markt sehr gut. Vor allem die Möglichkeiten Süßigkeiten einzeln zu kaufen.

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Für 20 Dollar in der Landeswährung braucht man ein ganz schönes dickes Geldbörserl.

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Eigentlich möchten wir uns die 280 km nach Samarkand auf gemütliche 3 Tage aufteilen. Es ist zwar eine Hauptstraße und es gibt nicht viel zu sehen, aber wir haben ja keinen Visums-Zeitdruck mehr, daher wollen wir etwas kürzer treten. Von wegen!!! Dachten wir! Als wir Mittags über das Handy eines Essenslokalbesitzer eine Unterkunft in Samarkand buchen möchten ( ja, wir wollen auch mal in eines DER Radlerhostels auf dem Weg nach Asien), checken wir sogleich den Status unseres Tadjikistanvisums: “ERROR, your payment wasn’t successful.“ Na toll. Das Wochenende steht bevor und eigentlich wollen wir keine Zeit vertrödeln. Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden bis wir mit der Botschaft telefonieren können und unser Visum bearbeitet werden kann, geben wir also Gas. Aber auch so lässt sich die Umgebung entdecken, gut speisen,

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wie immer unter neugierigen Blicken,

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diverse Sprudelwasser mit Sirupgeschmackerfrischungsstände aufsuchen,

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und Pläuschchen halten.

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Als die Sonne bereits am Horizont verschwindet stehen 179km am Tagestacho und da sich entlang der Strecke Dorf an Dorf an Dorf reiht, fragen wir eine Frau um Schlaferlaubnis. Eigentlich können wir unsere Reise mit der Überschrift „ich schiebe mein Rad einer mir unbekannten Person zu deren Haus hinterher“ – benennen.

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Unser Zelt müssen wir nicht aufstellen, wir dürfen drinnen schlafen, aber wir dürfen unter den interessierten Augen von Julia kochen.

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Wolfi ist selig, hat er den Kocher doch seit Armenien nicht mehr angeworfen und die seit ebenfalls dort mitgeschleppten Nudeln und das grandiose Sugo machen endlich Platz für anderes Essen in der Essenstasche. Fließend Wasser gibt es auch heute nicht, das Plumps-hockerl-klo steht wieder abseits im Garten, jeder Millimeter ist bepflanzt und die hundertste vergoldete Zahnreihe seit Turkmenistan strahlt uns entgegen. Gute Nacht und möge der Muskelkater sich morgen in Grenzen halten.

Auch heute ist es landschaftlich ähnlich wie gestern. Baumwollfelder reihen sich an Baumwollfelder,

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werden unterbrochen von Häusern dessen Vorgärten mit Weintraubenspalieren und einer Bank bestückt sind,

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gefolgt von einem Baumwollfeld und weiteren Häusern. Ebenfalls gleich wie in den letzten Tagen sind die unzähligen Pfiffe und winkenden Hände.

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Keine 5 Minuten am Stück haben wir beide Hände am Lenker. Manchmal können wir nicht ausmachen woher der Gruß kommt und winken einfach ins blaue hinein zurück – irgendwer wird es schon sehen und sich darüber freuen. Die Straßen sind um ein vielfaches belebter als sonst wo. Es handelt sich zwar um eine Hauptstraße, aber in Uzbekistan haben Fußgänger, Radfahrer und Eselkarren scheinbar die selben Rechten auf der Straße. Es wuselt bereits um 6 Uhr in der Früh,

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die Felder werden bearbeitet, aus den Feldbetten aufgestanden und die Verkaufsstände aktiviert,

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die Karren beladen,

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es wird geduldig auf eine Mitfahrgelegenheit gewartet,

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…. es ist also viel los und wir somit gut abgelenkt von der doch recht eintönigen Strecke.

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Zu Mittag erreichen wir dann Samarkant und sein berühmtes B&B Bahodir Hotel. Ziemlich unsozial verschanzen wir uns aber die nächsten Stunden gefrustet hinter dem Computer und tätigen unzähligen Anrufe nach Tadjikistan, stornieren mehrmals unsere Anträge, weil ständig die Bezahlung stockt und erhalten dann noch am selben Abend unsere Visa am Handydisplay. Abends sitzen wir dann mit anderen Radlern zusammen. Wiedereinmal sind wir froh, ein wenig Zeit in Vorbereitungen gesteckt zu haben und somit ein doch recht gutes Equipment zu haben, denn jeder der Radler hier hatte mindestens einen Patschen in der dornigen Landschaft Turkmenistans zu flicken. Den Rekord hält eine französische Mitstreiterin, welche neben uns sitzt und ihren Flicken-Fleckerlteppich-Schlauch einen weiteren Sickerpatschen flickt: 10 Stück an einem Tag. Hoch leben unsere Marathon Mondial DD Evolution Line ® Mäntel von Schwalbe, die uns über 7000km bis jetzt ohne Muxer gebracht haben.

Samarkant ist bekannt für das Registan Areal. Dieser Komplex hat es aber nur am Rande auf unsere Speicherkarte geschafft. Wir sind oft daran vorbeigegangen, ja es ist imposant, aber verunstaltet durch eine Absperrung, weil jeden Abend eine Tanzhow mit einer LasVegas -reifen Lichtershow aufgeführt wird.

Wir sind auch ein wenig gesättigt von all den Moscheen und Madrasahs. Und wenn überhaupt möglich, ist Samarkant noch touristischer als Buchara. Es ist auch ein wenig gemein, immer die letzte Stadt in einem Land bekommt von uns so wenig Aufmerksamkeit, weil wir in Gedanken schon hinter der Grenze des nächsten Landes sind, welches in dem Fall Tadjikistan ist. Dorthin können wir erst aber mit einer 3 tägigen Verzögerung aufbrechen. Unnötig war also unsere Marathonfahrt hierher, denn Wolfi wird außer Gefecht gesetzt und wir verweilen also, wie viele andere Reisende auch, länger als gedacht in Samarkant.

Noch einmal Brot kaufen

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und dann heißt es endlich ab ins Nachbarland. Die Vorfreude ist riesig, schließlich liegt das Pamirgebirge dort. Eines unserer Ziele auf dieser Reise.

Der Grenzübergang ist so unkompliziert wie schon lange nicht mehr – vielen Dank! Bereits auf den ersten Kilometern merken wir eine spürbare Veränderung. Unsere Räder gleiten förmlich über den Asphalt, keine Schlaglöcher, keine Rillen, keine Muggeln mehr.

Sonnenblumen werden vor den einfachen Behausungen getrocknet

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und dann mittels Wind die Kerne vom Rest getrennt.

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Auch hier strecken und recken sich von überall grüßende Hände in die Luft. Hier jedoch immer mit einem „Hello“ begleitet. Kinder rennen wie verrückt über die Felder und Straßen

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um es noch rechtzeitig zur Straße zu schaffen

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um uns ihre Hand für ein „High-Five“ hinzuhalten

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und uns sogar zu begleiten.

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So eine Dorfdurchquerung kann also zu einer Endlosschleife aus „Hello, hello, hello, hello“

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mit am Ende brennenden Handflächen werden.

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Bei den Erwachsenen wandert die rechte Hand noch öfters als in den Nachbarländern zum Gruß ans Herz, manchmal gefolgt von einer kaum merkbaren, angedeuteten Verneigung. Eine Geste die wir immer schon als sehr intensiv und schön empfunden haben und deswegen mit einer Leichtigkeit und Freude in unser Repertoire übernehmen. Ein wenig Entspannung finden wir auf einen der unzähligen Betten die in den offenen, aneinandergereihten Gärten hier stehen.

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Waren es in Uzbekistan noch Baumwollfelder, ist hier jeder freie Platz mit Apfel- und Marillenbäumen, sowie Paprika- und Paradeiserpflanzen zugepflanzt. Dann wieder eine Häuseransammlung

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und wieder „Gärten“. Zeltplatzsuche wird also auch hier eher schwer.

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Ein wunderschönes Tal welches wir hier durchradeln.

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Aber unsere Aufmerksamkeit liegt vor allem bei dem, was sich links und rechts des Tales auftürmt: Berge!!!

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Ach was haben wir sie vermisst. Zu später Stunde füllen wir unsere Wasserflaschen auf und beratschlagen, als ein junger Mann neben uns stehen bleibt und uns auf deutsch anspricht. Bachtowar studiert in Dushanbe Deutsch und so ist es für ihn eine große Freude uns zu sich nach Hause einzuladen. Also wieder, genau, schieben wir unsere Räder einem Unbekannten hinterher. Die Mutter kredenzt uns köstliches Qurutob (Brotstücke, eingeweicht in Kefir mit Kartoffeln und Zwiebeln)

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und wir unterhalten uns über Gott und die Welt.

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Der Tourismus sei der einzige Hoffnungsschimmer in diesem Land sagt uns Bachtowar, deshalb studiert er Deutsch um in Zukunft als Guide im Pamir arbeiten zu können.

 

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Wir folgen noch ein wenig dem Fluss,

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der oftmals wirklich sehr beeindruckende Formationen annimmt

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und vor allem auf dem sich immer wieder in größeren Abständen kleine Häuseransammlung wie Oasen an die steilen Berghänge schmiegen,

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bevor wir uns auf den Weg zum Pass machen.

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Endlich mal wieder endlos bergauf fahren und dann auch noch durch eine schöne Schlucht.

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Einzig der zunehmende Verkehr seit Ayny stört ein wenig die Idylle. In Sarvoda fragen wir uns durch wo wir unser Zelt aufbauen dürfen, und werden im Apfelgarten einer Dame fündig.

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Auch hier werden wir wieder beäugt und ausgefragt. „Woher“ ist immer die erst Frage, gefolgt von ob wir Kinder haben. Manchmal nervt es ein wenig in die Mitleidigen oder nicht-verstehenden Gesichter zu blicken und sich erklären zu müssen warum wir denn keine haben. Eigentlich sollten wir mal ausprobieren mit „ja“ zu antworten. Dann müssten wir uns wahrscheinlich erklären warum wir Rabeneltern sind und ohne unsere Kinder losziehen – wäre mal eine andere Art von Konversation.

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Je nach Gesprächspartner ziehen wir es aber vor nach der üblichen Erklärung manchmal ein „ das sind unsere Kinder“ mit einer Gäste zu unseren Rädern abzurunden. Stimmt ja auch, sie sind Tag und Nacht bei uns, brauchen Fürsorge, machen uns manchmal Sorgen wenn wir deren Wehwehchen nicht zuordnen können, nerven uns manchmal und dennoch bereichern sie uns und wir wollen nicht ohne ihnen sein ;-) .

Bis zu Mittag haben wir dann die restlichen Kilometer

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bis zum „Todestunnel“ geschafft. Die Bezeichnung hat sich unter den Radlern eingeschlichen, klingt ein wenig übertrieben für uns. Bis zu dem Zeitpunkt als wir die Röhre sehen.

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Eine Röhre, zwei schmal Spuren, für beide Richtungen, denn die andere Röhre ist verschüttet. Das Licht endet irgendwann, Belüftung gibt es keine und das auf über 5 Kilometer. Es staubt schwarz aus der Öffnung heraus, dass wir keinen weiteren Meter näher ran wollen und es vielen anderen Radlern gleich machen: Daumen raushalten und warten. Um die Mittagszeit gar nicht so einfach, aber irgendwann liegen unsere Räder auf einem Laster und wir rumpeln durch die Röhre in der wir kaum weiter als 50 Meter sehen (wenn überhaupt). Auf der anderen Seite funken unsere „Wir-lieben-Berg Synapsen“ im Hirn auf Hochtouren.

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Der Anblick raubt uns mindestens genauso wie die schlechte Luft im Tunnel zuvor den Atem. Die Abfahrt hinunter nach Dushanbe

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mit ihren vielen (jetzt jedoch kurzen) Tunneln ist,

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abgesehen vom Schwerverkehr, ein Traum.

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Wir ergattern noch ein Zimmer im bekannten Green House Hostel

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und freuen uns wie kleine Kinder Pizza bestellen zu können (ja genau, mit richtigen Lieferservice und sogar recht guter Qualität) und uns Liebesg’schichten und Heiratssachen anschauen zu können. Ja, es sind die kleinen Dinge die von zu Hause fehlen, welche uns so einfach glücklich machen können.

In Dushanbe bleiben wir ebenfalls länger als gedacht: Wolfi hat einen Rückfall und wieder Durchfall. Ein Besuch in einem Diagnosezentrum bleibt also nicht aus, denn ab sofort geht es in die Berge, da wollen wir gesund sein. Der Arzt ist überaus kompetent und schnell ist eine Diagnose gestellt: Parasiten / Giardiasis. Antibiotika mit Antiparasitose werden verschrieben und zugleich die Empfehlung die Medikamente ab sofort in der Reiseapotheke mit sich zu führen, denn es sei wie eine Epidemie. Ab hier bis Indien ist dieser Parasit gang und gebe und die Wahrscheinlichkeit, dass man ihn bekommt ist extrem hoch ( tatsächlich haben wir keinen einzigen Blog gefunden in dem kein Radler zwischen Uzbekistan und Kirgisistan nicht krank wurde). Gut versorgt geht es Wolfi zum Glück bald besser. Wir nutzen die Zwangspause und quatschen stundenlang mit den anderen Radlern. Der Pamir, ist wie die Carretera Austral, ein Mekka für Reiseradler. Ein Nadelöhr durch das die Mehrheit der Long Distance Radler Richtung Asien (oder retour) reisen. Obwohl der Pamir eines der Highlights unserer Reise darstellt, wissen wir doch recht wenig darüber. So ist es nicht verwunderlich, dass wir ein wenig geschockt sind, dass wir von Dushanbe aus noch gute 7 Radtage vor uns haben, bevor wir so richtig im Pamir sind. Ab hier beginnt zwar der Westpamir, aber landschaftlich und von der Höhe ist es (noch) nicht das, was wir uns unter dem Pamir vorgestellt haben. Also heißt es sich noch ein wenig gedulden und sich zumindest für die Nordroute nach Qualai Khumb zu entscheiden um schon mal ein wenig unbefestigte Kilometer und einen weiteren Pass unter die Räder zu bekommen.

Der erste Tag ist unspektakulär. Obst- und Gemüsestände am Straßenrand,

„Hello-Kinder“, lange Mittagspause wegen Hitze, ein typisch geschmücktes Auto welches ein Neugeborenes vom Krankenhaus nach Hause bringt,

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, einkaufen im wohl bestsortiertesten TanteEmmaLaden den wir je gesehen haben,

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und am Ende an einem Stausee ohne Zeltplatzmöglichkeit.

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Große Töne haben wir noch gespuckt im Hostel, dass wir uns so sehr aufs wildcampen freuen. Wir ärgern uns ein wenig nicht schon vor der Schlucht und dem See den Tag beendet zu haben, aber es ist so wie es ist und wir steuern das einzige Haus an. Es dient wahrscheinlich als Wachhäuschen für die umliegenden Baustellen- und Mienenarbeiter. Der junge Mann, der hier 24/7 in einem kleinen Raum lebt, schient es gewohnt zu sein Radler zu beherbergen, denn er öffnet sogleich ein Schuppen in dem wir unsere Räder unterstellen dürfen und zeigt uns einen weiteren Raum in dem wir unsere Matratzen aufblasen dürfen.

In der Früh gibt es gleich drei zache Anstiege zu überwinden. Die ehemals gerade Straße mußte dem Stausee weichen und wurde in einem auf und ab auf die umliegenden Hügel transferiert.

Da nicht asphaltiert werden wir ordentlich eingestaubt. Ein Auto stoppt und überreicht uns leckeres Lawash (Millimeter dickes, metergroßes Brot). Vehement versuchen wir abzulehnen, denn wir haben auch vom Wachhäuschenmitarbeiter Brot geschenkt bekommen, aber er sitzt am längeren Hebel, lässt das Brot einfach los und fährt grinsend weiter.

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Ziemlich viel Zeit verbringen wir in Darband und stocken noch einmal mit Obst und Gemüse auf bevor wir der Sonne und den einsetzenden Wind ein wenig aussitzen.

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Nicht nur uns ist heiß, auch die Autos benötigen Abkühlung.

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Uns holt Manuel ein, den wir gestern Abend kennen gelernt haben, welcher aber vorzog in einer Unterkunft in Abigarm abzusteigen.

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Wir radeln mit ihm gemeinsam weiter,

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nach wie vor ist Schattenplatz heiß begehrt,

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und bald endet der Asphalt.

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Unsere Reifen hüpfen durch eine wunderschöne Schlucht

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und wir bahnen uns unseren Weg bis zum Blue Lake. Wieder kein wildcampen, denn das Areal wird von einer Familie betreut, dennoch wird gecampt. Wir sind also einen Schritt weiter. Bevor die Sonne ganz verschwindet springen wir noch samt Kleidung in den See: Wäschewaschen mal anders.

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Aus der engen Schlucht

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wird bald ein schmales, grünes Tal.

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Auf unserer Karte sieht die Nordroute ziemlich einsam aus. Aber dem ist nicht so. Gut alle 5 Kilometer gibt es eine mehr oder weniger größere Häuseransammlung, welche zu unserer Überraschung sogar kleine Magazins (Shops) haben,

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die mit dem notwendigsten wie Nudeln und Süßigkeiten ausgestattet sind. Eine Biene findet den Weg unter Sabrinas Helm und so fährt sie heute mit geschwollener Schläfe, betäubter Gesichtshälfte und eingeschränktem Sichtfeld durch die Landschaft. An einem Kontrollpunkt müssen wir unser Visa und Permit herzeigen. Der Pamir ist ein Autonomes Gebiet in Tadjikistan für welches wir uns in Dushanbe um 2 Dollar ( statt gleichzeitig mit dem Visum für 20 Dollar zu beantragen) erstanden haben. Wir verlassen den Fluss den wir seit gestern Nachmittag entlang geradelt sind

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und nehmen die ersten Höhenmeter hinauf zum Pass in Angriff.

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Auf der ersten ebenen Fläche, nach einem schroffen Tal,

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fragen wir bei einer Häuseransammlung um Erlaubnis zu campen. Entweder sind wir aus der Übung und unsere Wildcampingantennen sind eingerostet, oder aber wir haben mit Kilometer und Sonnenuntergang ein schlechtes Timing. Morgen, morgen werden wir ganz sicher wildcampen, so unser festes Vorhaben als wir die Zelttüre schließen und durch das Mash (Überzelt bedarf es bei den Temperaturen mit gutem Schlafsack keines) den Sternenhimmel betrachten. Sabrina darf ihn dann in der Nacht auch ohne Mash mehrmals studieren: die Parasiten haben jetzt scheinbar sie befallen. Nicht ihr Tag. Und erst recht kein gutes Timing am Fuße eines Passes. Zum Glück haben wir auf den Rat des Arztes gehört und führen eine Anti-Parasiten-Kur mit uns mit. In der Früh, nach 2 Stunden Schlaf, packen wir trotzdem zusammen. Sabrina fühlt sich hier nicht recht wohl und will es zumindest bis ins nächste und letzte Dorf vor dem Pass in rund 6 km schaffen.

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Auch diese Häuseransammlung lädt nicht zum Verweilen ein und wir beladen am verlassenen Checkpoint noch einmal unsere Räder mit Wasser, denn bis nach dem Pass kommt nichts mehr.

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Kam Sabrina anfangs noch gut voran, so verschlechtert sich ihr Zustand von Minute zu Minute.

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Fieber setzt wieder ein und das Schlafdefizit recht sich.

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Die Pausenabstände werden immer kürzer.

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Minütlich hat sie das abnorme Gefühl ihren Körper zu verlassen um sprichwörtlich neben sich zu stehen. Waren die knapp 50 Grad im Iran und der Hike-a-Bike Abschnitte in Peru schon eine Grenzerfahrung, so ist das hier der Höhepunkt der „auf diese Erfahrung kann ich verzichten“ Momente.

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Die ungewohnte Höhe hinauf

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auf den 3240 hm hohen Pass macht das ganze auch nicht gerade leichter.

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Oben fällt Sabrina unvermittelt auf den Zeltunterboden und schläft eine Runde während Wolfi eine Hühnersuppe zubereitet: Instant – Nudelsuppe macht es möglich. Aber mit so viel Liebe und Hingabe zubereitet, dass sie sicher ihren Placeboeffekt hat. Die Parasiten haben zum Glück hunger und Sabrina kann sich ein wenig stärken.

Das Gebiet um den Pass herum ist nach wie vor Minenverseucht.

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Zur Zeit werden systematisch Minen entschärft, mit Unterstützung aus Norwegen.

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Auf der Abfahrt werden wir dann alle richtig heftig durchgeschüttelt,

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das schmerzt in den Handgelenken

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und Sabrina noch mehr im Bauch.

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Aber die Umgebung macht alles wieder gut.

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Kaum zu glauben, aber man kann den ein oder anderen Schmerz wirklich für längere Zeit ausblenden,

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wenn man von solch einer Landschaft umgeben ist,

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die wieder einmal kein Foto wiedergeben kann.

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Nicht einmal annähernd.

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Eine Schande.

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Nach über 3 Stunden für 24km kommen wir an einem kitschig blauen reißenden Fluss

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an und schlagen unser Zelt auf einem kleinen Stückchen Wiese auf. WILDCAMPEN!!!!

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Keine 10 Kilometer würden bis zum nächsten Hotel fehlen, aber Sabrina freut sich so sehr aufs wildcampen, dass sie eher glaubt sich hier zu erholen,als in einer Kleinstadt. Katzenwäsche, Kaffeekochen, Tagebuchschreiben, genießen, …. was für ein wunderschöner Tag das doch war.

In der Früh rollen wir in Qualai Khumb ein, wo auch die Südroute von Dushanbe einmündet und stocken unsere Vorräte in einem beinahe richtigen Supermarkt auf. Beim Verlassen der Kleinstadt kommen wir in mehrerlei Hinsicht ins stocken. Grund dafür ist der Anblick dieses Denkmals.

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Am 29. Juli 2018 wurden auf der Südroute 4 Radtouristen bei einem terroristischen Attentat der IS mehrmals überfahren und danach niedergestochen. Diese Gräueltat hat es kaum in die europäischen Medien geschafft, obwohl zwei der Ermordeten Europäer waren. Uns hat damals die Nachricht noch am selben Tag ereilt. Gehörst du einmal zu dieser engen und vernetzen Radfamilie, gehörst du immer dazu, auch wenn du gerade nicht unterwegs bist. Noch heute können wir uns erinnern wie zutiefst uns das damals getroffen hat. Noch mehr Emotionen kommen gerade jetzt in uns hoch – wir treten schnell wieder in die Pedale und versinken in unseren Gedanken für die nächsten Kilometer. Die gegenüberliegende Flussseite des Panj (Fluss) zieht unsere Aufmerksamkeit schnell auf sich.

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Wir blicken nach Afghanistan und das für die nächsten 3 Tage in denen wir dem Grenzfluss folgen.

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Auf der anderen Seite wirken die Behausungen noch einfacher,

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zu vielen Siedlungen führen keine Stromleitungen, wir sehen ein Auto in den nächsten drei Tagen und ein dutzend Mopeds. Ansonsten wird zu Fuß gegangen oder der Esel geritten und das für sehr weite Strecken. Selbst wenn uns der Fluss vor dem Land trennt und wir nur einen sehr wagen Eindruck aus der Ferne ergattern können, ist es doch faszinierend so nahe an einem Land zu sein, dessen Verknüpfung in unseren Gedanken einzig und allein Krieg und Terror ist.

Ab hier soll der Asphalt wieder beginnen, aber der Bodenbelag hat diese Bezeichnung nicht verdient.

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Mühsam, wir kommen nur schleppend voran.

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Noch dazu hat der Verkehr stark zugenommen, ach was war die Nordroute ein Traum.

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Wir werden eingestaubt,

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dass die Lunge schmerzt

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und unser Rad am Ende des Tages mehr grau als schwarz ist.

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In Lakhsh schlagen wir nach einer endlos

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langen Schlucht

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zum Sonnenuntergang unsere Zelte auf dem lokalen Helikopterlandeplatz auf.

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Wir essen im Windschatten unserer Zelte, mal wieder im Schein unserer Stirnlampen. Unser Timing lässt zu wünschen übrig.Wir sind ein wenig Stolz auf Manuel, welcher nun die dritte Nacht in Folge campt, obwohl er eigentlich vor hatte, jeden Tag in eine Unterkunft zu schlafen. Von Schlaf ist jedoch diese Nacht nur wenig die Rede, denn anstatt dass sich der Wind legt, dreht er so richtig auf und rüttelt die gesamte Nacht an unserem Zelt.

Ein wenig gerädert rollen wir am nächsten Tag zum Magazin am Ende des Dorfes und die Besitzerin schickt ein Kind los um Brot aus dem Dorf für uns zu organisieren. Da hier in den Dörfern jeder selber bäckt, kann man es nirgendwo kaufen.

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Auch hier wieder eines der vielen verschiedenen Schilder, dem man entnehmen kann, dass das Land auf europäische Hilfe angewiesen ist.

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Sabrina geht es eindeutig wieder besser

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und wir radeln des öfteren deutlich schneller als Manuel, der uns dann aber immer wieder in den Pausen einholt.

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So auch heute zu Mittag.

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Weil es mit über 30 Grad immer noch heiß ist, holen wir einfach bei einem Mittagsschläfchen ein wenig vom Schlafdefizit auf, bevor wir am späten Nachmittag weiterradeln und endlich im Schatten der tiefer stehenden Sonne

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noch ein paar Kilometer machen.

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Wunderschöne Kilometer finden wir,

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wenn auch etwas anstrengend.

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Der Schalfplatz für heute: ein Fußballfeld am Dorfrand.

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Wir haben Lust auf Kartoffeln, aber die gibt es im Magazin nicht. Kurzerhand wird wieder ein Kind losgeschickt und wir kaufen somit einen Kilo aus dem Garten der Nachbarin. Der etwas andere „Ab-Hof“ -verkauf, uns gefällt es.

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Die Kinder sind mit Fußballspielen gut beschäftigt und wir werden zum Glück in Ruhe gelassen.

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So lieb sie auch alle sind, aber wenn man an einem Tag wirklich über 500 Mal irgendwohin „Hello“ zurückruft, dann muss man sich ab dem späten Nachmittag schon ziemlich zusammenreißen um immer noch mit „Hello“ zu antworten und zu strahlen. Denn für jedes Kind sind wir vielleicht das erste Hallo des Tages und es wäre somit unfair sie nicht zurück zu grüßen. Es ist nur ein „Hello“, aber glaubt uns, es kann wirklich ziemlich nerven auf Dauer. Vor allem wenn man Kleinstkinder sieht, die ebenfalls darauf konditioniert sind Radler mit dem ihnen fremden Gruß zu empfangen, obwohl sie wahrscheinlich erst vor wenigen Wochen das Gehen erlernt haben.

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Alle winken, wenn sie uns sehen und wenn nicht von alleine, dann wird ihr Arm wie der einer Puppe geschwungen. Bzw. die etwas Älteren, die wahrscheinlich ein 5 Phrasen Englischrepertoire besitzen trumpfen gleich mit „Hello, how are you? What is your name? Where are you from?“ auf, ohne meist nach Beantwortung der selbe Gegenfragen die Unterhaltung fortführen zu können. Ein anderes Phänomen ist die Begrüßung, von dich anstrahlenden Kindern mit den Worten „Good-bye!“ . Eine Mutmaßung, dass das wahrscheinlich oft die höhnische Antwort von Radlern ist, die von ständigen Hello-rufen einfach mit „Good bye“ antworten. Die Kinder plappern es einfach nach, ohne zu wissen was sie sagen. Denn Englischkenntnis ist auch hier leider Mangelware.

Heute ist Sonntag, der 1. September und somit Schulbeginn. Egal welcher Wochentag es ist, am 1.9. wird sich gestriegelt und gebügelt in der Schuluniform

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vor der Schule eingefunden,

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die Lehrer mit Blumen beschenkt und Fotos geschossen.

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Wir finden uns nicht am Schulhof, sondern in einem der traditionellen Pamirhäuser ein, denn eine Frau lädt uns auf Tee zu sich ein. (mehr zu dessen Aufbau im nächsten Blogeintrag).

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Mit auf den Weg bekommen wir drei große Sackerl getrocknete weiße Maulbeeren sowie köstliches Brot. Richtiges Brot, das man schneiden und belegen kann und nicht nur eine runde Scheibe, die man abreißt und sich in den Mund steckt. Monate ist es her, dass wir solch ein für uns normales Brot in Händen hielten. Hier kommen so viele Radler vorbei, umso mehr überrascht es uns, dass die Menschen hier scheinbar nicht die Dollarfee in uns sehen. Auch Manuel ist überaus glücklich, hätte er die Einladung ohne unsere Anwesenheit nie angenommen.

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Blumen

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sind willkommene Farbtupfen,

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ebenso willkommen sind die kleinen Verkaufsstände. Die Dame freut sich, dass Wolfi weiß, dass man auch das Innere des Marillenkernes essen kann, nachdem man ihn aufgeschlagen hat.

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Eine Dusche nach sieben Tagen und eine kühles Bier in Aussicht in Chorokh, lassen uns heute die Mittagspause kurz halten.

An der Stadteinfahrtein ein gewohntes Bild – der selbstverliebte Präsident Tadschikistans.

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Seit 25Jahren im Amt, begleitet er einem auf Schritt und Tritt. Selbst in den kleinsten Dörfern auf der Nordroute findet man ein Plakat.

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Er sieht sich selbst gerne vor Tunneln, schönen Straßen, neuen Brücken und marschiert mit einer Leidenschaft durch Tulpenfelder und vor schneebedeckten Bergen umher. Fotoshop macht’s möglich.

Wir warten auf Manuel und brocken gut zwei Kilo Marillen,

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die wir dann in der bekannten Radlerabsteige Pamir Lodge zu köstlicher Marmelade verarbeiten und noch warm auf das formschöne, geschenkte Brot schmieren. Kurzer Heimaturlaub, wenn wir die Augen schließen. Aber wir möchten uns gar nicht zu sehr in den Westen „versetzen“, denn jetzt ist er da, so wirklich und so gut wie vor der Haustüre. Der Ostpamir mit seinen atemberaubenden Höhen, kargen Gebirgen und hoffentlich einsamen Strecken. Wir lechzen förmlich danach unsere „Backcountry-Batterien“ aufzuladen.

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