Südkorea

Korea 2

1008 km in ca. 14 Fahrtagen.

Oktober 2015

Bis auf den Starttag täglich Sonnenschein und über 20 Grad.

5 mal campen, über ein dutzend Mal in Stundenhotels, 2 Mal Minbak (eine Mischung aus bezahlten Warmshower und Guesthouse)

Unendlich viele neugierige, hilfsbereite und großzügige Menschen getroffen.

Soviel zur groben Statistik. Wir sind begeistert über die Wahl und Durchführung unserer Hochzeitsreise. Es hätte nicht besser laufen können.

Die gesamten 1008 Kilometer waren landschaftlich abwechslungsreich. Schon am zweiten Tag nach unserem Start wurde es ziemlich ländlich und wir genossen das schöne Grün der Landschaft. Durch Täler, über Berge, neben Reisfelder, durch Gärten, an Stauseen und Flüssen vorbei führte unser Weg am Festland. Schnell machten wir Bekanntschaft mit der  extremen Hilfsbereitschaft und Neugierde der Koreaner. Wir wurden unendlich viele Male fotografiert, mehrfach beschenkt und eingeladen und das meist auch obwohl sie kein Wort Englisch sprachen.

Campen und Radfahren sind große Leidenschaften der Koreaner. An Wochenenden und in Großstädten muss man dann doppelt konzentriert fahren – einerseits um die ehrgeizigen Rennradfahrer nicht zu stören und andererseits um für die ungeübten Radfahrer / Sonntagsfahrer mitzudenken. Den ein oder anderen Zusammenstoß und Auffahrunfall konnten wir gerade noch so verhindern. Eines haben 90% aller Radfahrer in Südkorea gemeinsam: jeder Quadratmillimeter der Haut ist mit der neuesten Sportbekleidung bedeckt ( inklusive Finger und Gesicht) und es läuft Musik- das heißt, wenn sie in Gruppen auftauchen trönen dann mehrere Radios mit verschiedenen Musikrichtungen gleichzeitig und eines natürlich lauter als das andere. „Klingeln war gestern“ – der Radfahrer von heute arbeitet mit Musik um auf sich aufmerksam zu machen :-) . Bezüglich campen gilt die Devise: je Größer und mehr umso besser. Stundenlang brauchen sie teilweise bis sie ihr Lager aufgeschlagen haben, und das nicht weil sie langsam sind. Nein, sie haben einfach meist Zelte in Größen, dass ein Bewohner einer Studentenwohnung vor Neid erblassen würde und Equipment mit dabei  als würden sie auswandern. Nachdem das Zelt und der Vorplatz geschmückt sind kann das grillen losgehen.

Die Insel Jeju hat wirklich viel zu bieten. Lavahölen, (skurrile) Museen, schöne Tempeln, Wasserfälle, kleine Strände, Vulkanbesteigung, … .  Gut 2/3 sind wir an der Küste entlang gefahren, den Rest im Landesinneren der Insel. Mit ihren oftmals schroffen Lavaküsten auf der einen Seite und dem ständigen Blick auf den Vulkan auf der anderen Seite, war es ein Genuss. Auch wenn uns der Sturm – vor allem im Norden – des öftern fast umwehte.

Wer uns kennt weiß dass bei uns eine Reise meist zu einer Speißereise entartet. In Südkorea konnten wir unserer 2. Leidenschaft (1. natürlich Radfahren :-) ) frönen – wir fanden das Essen stets köstlich und einzigartig. Unsere Favoriten waren eindeutig „Dumbling“ – gedämpfte Teigtaschen gefüllt mit Gemüse, Fleisch, …. . Und auch an den immer vorhandenen (auch schon zum Frühstück) Kimchi haben wir uns widererwartend gewöhnt. Wobei, das untertrieben ist- wir haben ihn lieben gelernt. Ebenso dass es zum Essen stets mehrere kleine Beilagenteller gibt.

Die Radwege sind in einem sehr guten Zustand. Wenn wir auf der Straße fahren mussten dann hatten wir meist einen Radsteifen und wenn nicht fuhren die LKW’s und Autos überwiegend mit ausreichend Abstand an uns vorbei. Von den einzigartigen Steigungen haben wir schon im Vorfeld gelesen und wir können es bestätigen. Diese sind nicht nur einzigartig (wie uns Langzeitradfahrende aus der Schweiz bestätigten die wir getroffen haben) sondern auch abnormal. Meist kurz aber umso knackiger. So knackig dass sogar schieben anstrengend war. Koreaner selbst steigen ja schon bei einer Steigung von 2% ab und schieben – gut das ist ein bisschen übertrieben, aber es kommt fast hin ;-) !

Wir können Südkorea als Radreiseland nur wärmsten empfehlen . Es ist so vielseitig und die Menschen haben uns mit ihrer Art mehrfach positiv überrascht und oftmals auch sprachlos gemacht.

 

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